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Netflix geht nach China – auf ungewöhnlichem Weg

Foto: Pixabay, tee2tee

Als Netflix (WKN:552484) Anfang vergangenen Jahres verkündet hat, dass man die internationale Expansion vorantreibt, hat ein Land gefehlt: China. Die Regulationen dort waren für Netflix eine zu große Hürde zu umschiffen. Noch vergangenen Oktober hat CEO Reed Hastings gesagt, dass die Wahrscheinlichkeit, nach China zu expandieren, „nicht gut“ sei.

Allerdings hat man eine andere Herangehensweise gefunden. Denn jüngst hat man einen Lizenz-Deal mit iQiyi geschlossen, dem Streaming-Dienst von Baidu (WKN:A0F5DE). Allerdings ist nichts über die Details des Deals bekannt, also auch nicht, welche Titel Netflix bereitstellt und wie viel iQiyi dafür auf den Tisch legt.

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iQiyi ist umsonst und hat monatlich 500 Millionen Zuschauer, der VIP-Service hingegen ist kostenpflichtig und hat 20 Millionen Kunden. Damit ist man in China die beliebteste Streaming-Plattform. Netflix kann von der wachsenden Nutzergruppe profitieren, iQiyi hingegen von dem starken Angebot von Netflix.

Der Fuß in der Tür

Als Anleger kann man denken, dass der größte Markt der Welt sofort Netflix jede Menge Umsatz bringen kann. Wohl nicht. Denn das Management hat klargestellt, dass der Lizenz-Deal Teil des Plans 2017 war, aber wohl nicht sehr ertragreich sein dürfte.

„Wir planen Stand jetzt, dass wir bereits vorhandenen Content den bereits in China etablierten Streaming-Anbietern zur Verfügung stellen werden“, hieß es im Statement gegenüber den Aktionären im letzten Jahr. „Die Einnahmen aus diesen Lizenzgeschäften dürften bescheiden sein. Langfristig wollen wir China schon direkt bedienen und dort unseren Service etablieren.“

Derweil ermöglicht der Deal Netflix, dass man die Ausgaben für die Eigenproduktionen mit einer größeren Zuschauerschaft amortisiert. Er könnte auch zu weiteren Deals in China führen, etwa zu Lizenzgeschäften zu Spielzeug oder Bekleidung, denn Netflix hält weitestgehend die Rechte am geistigen Eigentum seiner Produktionen.

Da sich sonst für Netflix keine Möglichkeiten bieten, aus China Geld zu holen, ist dieser Deal eine gute Idee. Die Kosten zur Lizensierung sind völlig zu vernachlässigen, die Profite – auch wenn sie nicht groß sein dürften – sind wie geschenktes Geld.

Langfristig denken

Langfristig will Netflix schon in China Fuß fassen. Indem man den Content dem größten Streamer des Landes zur Verfügung stellt (und vielleicht noch anderen Anbietern, wenn es kein exklusiver Deal ist), kann man die Marke Netflix Millionen von neuen Kunden präsentieren. Vor jeder selbst produzierten Episode und jedem Film erscheint das Banner „Netflix Original“. Zudem können sich die Zuschauer in China so schon einmal mit Netflix’ Angebot und Oberfläche vertraut machen.

Sobald man dann selbstständig im Markt ist, hat man schon einmal einen Vorsprung und fängt nicht bei Null an. iQiyi versucht ja bereits, Kunden Geld abzuknüpfen. Schön für Netflix, dass sie da dem Kunden bereits Netflix’ Angebot vorsetzen.

Das macht diesen Lizenz-Deal für iQiyi zum zweischneidigen Schwert. Denn auch wenn das Unternehmen davon profitiert, dass es das Angebot von Netflix zeigen kann, so macht man es dem Wettbewerber doch etwas leichter, dass er langfristig iQiyi vom Markt vertreibt.

Dem will man vorbeugen, indem man den eigenen Katalog enorm vergrößert. Im letzten Jahr hat Baidu für den Content fast doppelt so viel ausgegeben wie im Jahr zuvor, nämlich umgerechnet 276 Millionen Dollar. Das Management erwartet, dass die Kosten für den Content dieses Jahr noch einmal steigen werden. Allerdings sind diese Beträge im Vergleich zu den Ausgaben von Netflix noch harmlos: Die Amerikaner machen dafür in diesem Jahr allein 6 Milliarden Dollar locker.

Klar, Netflix wird iQiyis Service sehr bereichern, und Baidu dürfte einen guten Deal bekommen, immerhin ist Netflix derzeit noch Bittsteller in China. Und für Netflix ist es ein guter Deal, weil man kurzfristig ein bisschen Umsatz reinholt und langfristig den Erfolg in China vorprogrammiert.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Baidu und Netflix.

Dieser Artikel von Adam Levy erschien am 28.4.2017 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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