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Biogen und Alzheimer: Es gibt hier ein fundamentales Problem

Foto: Pixabay

2005 sorgte das Biotech-Unternehmen Biogen (WKN:789617) für Schlagzeilen mit der Alzheimer-Behandlung Aducanumab, als diese in einem der ersten klinischen Tests starke Wirksamkeit beweisen konnte. Alzheimer trifft jedes Jahr Millionen von Amerikanern. Die Analysten schätzen, dass eine erfolgreiche Alzheimer-Behandlung 20 Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2030 wert sein könnte. Aber in diesem Bereich gibt es jede Menge Therapien, die einmal als Wundermittel angesehen wurden und die alle letztendlich scheiterten. Trotz der besten Absichten von Biogen, glaube ich, dass auch Aducanumab keine Ausnahme sein wird.

Was bisher geschah

Im März 2012 verkündete Biogen positive Ergebnisse aus einer Phase-I-Studie von Aducanumab bei Alzheimer-Patienten. Dabei wurden zwei Dosierungen getestet, 3 mg und 10 mg, wovon beide zu Verbesserungen der Gehirnfunktion führten. Interessanterweise zeigte die 10-mg-Dosis eine höhere Wirksamkeit bei der Verbesserung der Gehirnfunktionen verglichen mit der 3-mg-Dosis. Eine höhere Dosierung sorgt also für eine stärkere Reaktion. Das wird normalerweise als ein gutes Zeichen in Bezug auf die Wirksamkeit eines Medikamentes gesehen. Doch leider sorgte diese 10-mg-Dosis ist auch dafür, dass es zu einer Gehirnschwellung kam, die bei der 3-mg-Dosis allerdings ausblieb.

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Mit diesen Daten fuhr Biogen schnell fort und testete eine neue Dosis mit 6 mg in der Hoffnung, dass sie wirksamer wäre als die Dosis mit 3 mg aber ohne die unerwünschten Gehirnschwellungen der 10-mg-Dosis. Diese Hoffnungen zerschlugen sich im Juli 2015, als Biogen verkündete, dass die 6-mg-Dosis nicht wirksam war und sogar ein schlechteres Risikoprofil hatte als die 10-mg-Dosis.

Was soll das alles? Nach dem Scheitern von Aducanumab mit der 6-mg-Dosis fuhr Biogen damit fort und testete 165 Patienten im Frühstadium der Krankheit in einer langfristigen Phase-Ib-Studie. Ende letzten Jahres veröffentlichte das Unternehmen die Daten dieser langfristigen Studie. Das Ergebnis war, dass Aducanumab den Krankheitsverlauf bei den Patienten im Frühstadium verlangsamen konnte.

Aktuell testete Biogen das Medikament in langfristigen Phase-III-Studien für Patienten im Frühstadium. Diese Testergebnisse sollen im Jahr 2020 verfügbar sein.

Wo liegt das Problem?

Das fundamentale Problem von Aducanumab ist, dass sich das Medikament auf die “Amyloid-Hypothese” bei der Behandlung von Alzheimer stützt. Lass mich das kurz erklären. Die Wissenschaft ist sich noch unsicher, was eigentlich die Ursache von Alzheimer ist. Die Wissenschaftler haben aber große Mengen eines Proteinfragments mit dem Namen “Amyloid-Beta” in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten gefunden. Diese Proteine neigen dazu, aneinander kleben zu bleiben, bis ich genug davon gebildet hat und eine Amyloid-Beta-Plaqueschicht bildet. Wenn sich davon genug im Gehirn angesammelt hat, dann blockiert das die Kommunikation zwischen den Zellen und die Forscher glauben, dass das die Ursache für Alzheimer ist.

Bildquelle: Getty Images.

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Der Zweck von Aducanumab besteht darin, diese Ablagerungen in den Gehirnen der Patienten zu zerstören. Aducanumab ist ein Antikörper (eine Immunzelle, die im Labor benutzt wurde und die darauf programmiert wurde, ein bestimmtes Ziel anzugreifen), dass diese Beta-Amyloid-Ablagerungen zerstören soll. In der langfristigen Phase-Ib-Studie konnte das Medikament beweisen, dass es dabei hocheffektiv ist.

Leider ist Aducanumab nur das letzte in einer langen Reihe von potentiellen Medikamenten, die diese Wirkung schon gezeigt haben. Im Jahr 2012 zeigte Bapineuzumab von Pfizer und Johnson & Johnson eine ähnliche Wirkung. In den späteren klinischen Studien konnten die Ablagerungen auch beseitigt werden, das Medikament konnte aber den Krankheitsverlauf von Alzheimer nicht aufhalten oder verlangsamen. Solanezumab, das Konkurrenzprodukt von Eli Lilly, zeigte eine ähnlich vielversprechende Wirkung, konnte aber im Jahr 2016 auch nicht beweisen, dass damit der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden könnte.

Die unbekannten Unbekannten

Die Wissenschaftler sind vielleicht immer noch dabei sich zu fragen, was der Grund für Alzheimer ist. Es scheint aber klar zu sein, dass die Zerstörung von Amyloid-Ablagerungen nicht der Weg zum Ziel ist. Obwohl der Markt die Studien von Biogen im Jahr 2020 sehnlich erwartet, würde ich mir nicht zuviel davon erhoffen. Ich würde Biogen stattdessen raten, bei dem zu bleiben, was sie kennen. Das Unternehmen hat nämlich das nötige Know-how im Bereich Multiple Sklerose. Mein Rat an die Wissenschaftler, die daran arbeiten, Alzheimer zu heilen, wäre folgender: Versucht doch mal was Neues.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Biogen und Johnson & Johnson.

Dieser Artikel wurde von David Liang auf Englisch verfasst und am 25.04.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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