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Beliebte Dividendenaktien im Check: Die Siemens-Aktie

Foto: Pixabay

Was verlässliche Ausschüttungen betrifft, war Siemens (WKN:723610) in der jüngeren Vergangenheit ein wahrer Musterknabe. Seit über 15 Jahren hat das Münchener Traditionsunternehmen keine Dividendensenkung mehr verkündet, aktuell beträgt die Rendite      2,7 % (Stand: 25.04.17).

Aber ist die Siemens-Aktie nur deshalb ein sicherer und verlässlicher Dividendenzahler? Ich glaube, man sollte sich nicht ausschließlich auf die Vergangenheit verlassen!

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Deshalb habe ich anhand des Geschäftsmodells, des Gewinns, des Cashflows und der Ausschüttungsquote geprüft, ob die Siemens-Aktie ihren Anlegern auch weiterhin steigende Ausschüttungen bescheren könnte.

Punkt 1: Geschäftsmodell

Ob ein Unternehmen ein verlässlicher Dividendenzahler sein kann, hängt vor allem vom Geschäftsmodell ab. Denn nur wenn Jahr für Jahr genug verdient wird, können die Anleger mit regelmäßigen Ausschüttungen rechnen.

Als Mischkonzern ist Siemens in vielen, unterschiedlichen Branchen vertreten. Diese breite Aufstellung macht das Unternehmen relativ unempfindlich gegen branchenspezifische Probleme und kommt damit der Dividendensicherheit zugute.

Quelle: Geschäftsbericht Siemens 2016

Quelle: Geschäftsbericht Siemens 2016

Allerdings haben die meisten Bereiche eines gemeinsam: Für Kunden bedeuten die Produkte von Siemens sehr hohe Investitionen. In Wirtschaftskrisen werden diese erfahrungsgemäß über alle Branchen hinweg stark zurückgefahren.

Darunter würde dann auch der Gewinn leiden – und damit die Sicherheit der Dividende. Bisher hat Siemens allerdings jede Krise überstanden und ist gestärkt aus ihr hervorgegangen, weshalb die Dividende wohl nur kurzfristig in Gefahr wäre.

Mein Fazit zum Geschäftsmodell der Siemens-Aktie fällt daher positiv aus: Die breite Streuung der Tätigkeitsfelder macht das Unternehmen widerstandsfähig gegen branchenspezifische Probleme. Aufgrund dessen sollten konstante Dividendenzahlungen möglich sein.

In Krisenzeiten allerdings könnte es durchaus zu Dividendenkürzungen kommen. Da diese aber eher von kurzfristiger Natur sein dürften, würde ich hier allenfalls in der B-Note Abzüge machen.

Punkt 2: Gewinn und Cashflow

Um zu überprüfen, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege und das Geschäftsmodell tatsächlich zum sicheren Dividendenzahler taugt, sollten wir einen Blick auf die Gewinne und Cashflows der letzten Jahre werfen.

Leider ist dieser wenig erfreulich: Das Vorsteuerergebnis (EBT) stagniert und der Free Cashflow war in vier von sechs Jahren negativ.

Quelle: Geschäftsberichte Siemens

Und auch in den Jahren 2015 und 2016 sollte man ganz genau hinschauen. Denn in beiden Jahren war der Free Cashflow nur positiv, weil Siemens neue Kredite aufgenommen hat. Aber was bedeutet das nun?

Es deutet darauf hin, dass ein Unternehmen bei seinen Projekten in Vorleistung gehen muss. Beispiel Windkraftanlage: Siemens muss die Kaufteile, Halbzeuge und so weiter, die zum Bau einer neuen Anlage benötigt werden, relativ zeitnah bei seinen Lieferanten bezahlen.

Siemens selbst hingegen erhält den Großteil des Kaufpreises erst, wenn die Anlage fertiggestellt ist und abgenommen wurde. Das kann manchmal einige Monate, bei komplexen Projekten sogar Jahre dauern. Das Geld für Halbzeuge und Kaufteile muss Siemens also vorstrecken.

Ist das nun sehr schlimm? Naja, solange sich ein Unternehmen die fälligen Zinszahlungen für die Kredite zur Zwischenfinanzierung leisten kann, eigentlich nicht. Zukünftig allerdings könnten steigende Zinsen dafür sorgen, dass am Jahresende aufgrund der gestiegenen Zinsbelastung weniger Gewinn übrig bleibt.

Und das könnte dann durchaus auch zur Gefahr für die Dividende werden. Denn an dieser Stelle könnte in solch einem Szenario am schnellsten und einfachsten gespart werden.

Der Blick auf Gewinn und Cashflow zeigt also, dass Anleger, die auf sichere und verlässliche Dividenden angewiesen sind, bei der Siemens-Aktie genau prüfen sollten, ob die Aktie wirklich in ihr Depot passt.

Punkt 3: Ausschüttungsquote

Im letzten Punkt dieses Dividendenchecks möchte ich einen Blick auf die Ausschüttungsquote von Siemens werfen. Diese gibt an, wie viel Prozent des Gewinns an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

Zahlt ein Unternehmen mehr als 80 % seines Gewinns an die Anteilseigner aus, besteht die Gefahr, dass zu wenig für Investitionen übrig bleibt.

Das kann dazu führen, dass man gegenüber der Konkurrenz ins Hintertreffen gerät, die Gewinne deshalb sinken und die Dividende damit langfristig in Gefahr ist. Die Ausschüttungsquote von Siemens liegt seit 2012 kontinuierlich unterhalb der 80 %-Marke.

 2012  2013  2014  2015  2016
Ergebnis je Aktie (in Euro)   4,74   5,08   6,37   8,84   6,74
Dividende je Aktie (in Euro)   3,00   3,00   3,30   3,50   3,60
Ausschüttungsquote  63,3 %  59,1 %  51,8 %  39,6 %  53,4 %

Quelle: Geschäftsberichte Siemens

Diesen Punkt des Dividendenchecks hat die Siemens-Aktie also mit Bravour gemeistert! Aber reicht das, um ein sicherer und verläßlicher Dividendenzahler zu sein?

Mein Fazit zur Siemens-Aktie

Die Dividendenhistorie, das breit gestreute Tätigkeitsfeld und die niedrige Ausschüttungsquote deuten darauf hin, dass Siemens das Zeug zum verlässlichen Dividendenzahler hat.

Die stagnierenden Gewinne und die negativen Cashflows könnten aber ein Anzeichen dafür sein, dass Siemens sich vielleicht schwer tun könnte, seine Dividende dauerhaft auf dem derzeitigen Niveau zu halten.

Wer also auf konstante, verlässliche Ausschüttungen auf dem aktuellen Niveau angewiesen ist, sollte sich vielleicht lieber woanders umschauen!

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Thomas Brantl besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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