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Google Wallet macht Fortschritte, aber es wird Venmo nicht in die Knie zwingen können

BILDQUELLE: ALPHABET

Letzten Monat verkündete Alphabet (WKN:A14Y6H), dass die Nutzer von Gmail jetzt über Android-Geräte Geld schicken und erhalten könnten. Diesen Dienst gibt es bei Gmail seit 2013, aber bis letzten Monat war dieser Dienst nicht auf mobilen Geräten verfügbar.

Man muss nur eine neue E-Mail in der GMail App auf einem mobilen Android-Gerät verfassen. Sobald diese neue E-Mail geöffnet ist, können die Nutzer auf “Geld schicken” oder “Geld verlangen” klicken. Nachdem eine Debitkarte mit dem Konto verlinkt ist und der Betrag ausgewählt wurde, kann das Geld dann an jeden mit eine E-Mail-Adresse oder eine Telefonnummer geschickt werden. Der Empfänger braucht keine Google Wallet und auch keinen Account bei Gmail. Der Dienst ist für alle Nutzer kostenlos. Dieser Dienst ist aktuell nur in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien verfügbar.

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Diese Funktion ist der aktuelle Versuch von Alphabet, um über eine Milliarde aktive Nutzer von Gmail zu aktivieren. Das Betriebssystem Android, das auf den meisten Smartphones und Tablets läuft, hatte im September 2015 1,4 Milliarden aktive Nutzer. Die Schnittmenge aus den beiden Gruppen beträgt höchstwahrscheinlich Hunderte von Millionen von Menschen, was diese neue Funktion durchaus interessant macht. Alphabet könnte damit seine Beziehungen mit seinen Kunden noch weiter vertiefen.

Die unrühmliche Vergangenheit

Alphabet hat niemals offizielle Zahlen darüber veröffentlicht, wie viele aktive Nutzer es bei Google Wallet gibt. Aber man muss nicht allzu tief graben, um herauszufinden, dass sich dieser Dienst bisher nicht durchgesetzt hat. Dafür ist Alphabet vielleicht aber auch selbst mitverantwortlich. Von Anfang an hatte die Plattform nicht genug Aufmerksamkeit und die Strategie funktioniert ja auch nicht. Als wichtiges Beispiel kann man anführen, dass dieselbe Funktion für Nutzer von Desktop-PCs schon 2013 verfügbar war. Trotzdem hat es vier Jahre gedauert, bis Google dieselbe Funktion für mobile Geräte adaptiert hat.

Ursprünglich wurden die NFC-Technologie (near field communication) zusammen mit der Google Wallet benutzt, damit die App auch für Einkäufe in Geschäften funktioniert. Diese Funktion wurde aber im September 2015 wieder fallengelassen. Im Jahr 2016 entschied sich Google dazu, die Google Wallet Card nicht weiterzuverfolgen. Das war eine physische Debitkarte, die direkt mit der Google Wallet verbunden war. Diese Entscheidungen erschwerten es die Google Wallet in physischen Geschäften zu benutzen. Es gab natürlich einige Möglichkeiten, um das Problem zu umgehen, wie den Google Account mit Android Pay zu verbinden. Aber das ist eine separate App, die nur Android-Nutzern zur Verfügung steht.

Bildquelle: Alphabet über den Google Blog.

Bildquelle: Alphabet über den Google Blog.

Die Gegenwart

Die permanenten Änderungen an den Funktionen der Google Wallet haben natürlich nicht zur Popularität beigetragen. Dabei handelt es sich eigentlich um eine P2P – zahlungsplattform, die mit PayPal Holdings (WKN:A14R7U) konkurriert. Venmo von PayPal hat vor kurzem eine App mit dem Namen Zelle herausgebracht, die von vielen der größten Banken in den USA ihren Kunden angeboten wird.

Die Google Wallet wird all diese Probleme lösen müssen, wenn sie einen bedeutenden Marktanteil erreichen möchte. Eine Umfrage von Accenture aus dem Jahr 2016 zu den digitalen Zahlungen in Nordamerika gibt an, dass die Amerikaner den traditionellen Kreditkartenunternehmen, alternativen Zahlungsvermittlern und den etablierten Banken vertrauen, genau wie mobilen Zahlungsanbietern im Gegensatz zu großen Tech-Unternehmen.

Die Konkurrenz schläft auch nicht. Im vierten Quartal 2016 konnte Venmo von Paypal bei den Millennials Einzahlungen von 5,6 Milliarden US-Dollar erreichen. Das ist ein unglaublicher Anstieg von 126 % im Jahresvergleich. Im Dezember 2016 überschritt das Gesamtzahlungsvolumen 2 Milliarden US-Dollar in einem einzigen Monat. Ein paar Monate früher konnte die Schwelle von einer Milliarde US-Dollar in einem Monat überschritten werden.

Zelle ist ein Zahlungsdienst, der einigen der größten Finanzinstitutionen von Amerika gehört. Dazu zählen Bank of America, BB&T, Capital One, JP Morgan Chase, PNC Financial und Wells Fargo. Genau wie bei dem neuen Dienst von Google Wallet können die Kontoinhaber auch hier Geld über Ihre E-Mail-Adresse oder Telefonnummer hin und her schicken. Viele der zukünftigen Nutzer von Zelle können diesen Dienst über eine bestehende Mobile-Banking-App nutzen. Das bedeutet sie brauchen keine zusätzlichen Apps.

Die ungewisse Zukunft

Wird diese neue Funktion zu neuen Nutzerinteresse führen? Das kann man natürlich schwer sagen, aber ich glaube, dass das höchst unwahrscheinlich ist. Ich sehe aber, dass einige Nutzer Verwendung dafür haben könnten. Im Frühjahr schrieb ich meiner Schwester eine E-Mail über den Sommerurlaub, den unsere Familien zusammen unternehmen wollten. Sie erwähnte, dass sie eine große Hütte in den Bergen buchen wolle und dass ich ihr das Geld später bezahlen könnte. Es wäre richtig nett gewesen, wenn man in der Antwort-E-Mail gleich das Geld hätte mitschicken können.

Ich weiß, dass es wenig Aufwand gewesen wäre, um sich für den Dienst zu registrieren, aber es wär nicht so angenehm wie Paypal, einen Dienst, den meine Schwester und regelmäßig nutzen. Es ist möglich, über Gmail Geld an Leute zu verschicken, die noch keine Nutzer von diesem Dienst sind, oder die keine Gmail-Adresse haben. Ich wollte es meiner Schwester aber nicht zumuten, ihre Debitkarte mit ihrem E-Mail Postfach zu verbinden, um das Geld auch zu bekommen.

Es sieht also nicht gut für die Google  Wallet aus, denn sobald die Nutzer sich mit einer Plattform vertraut gemacht haben, ist es schwer sie dazu zu bringen, umzusteigen.

Die Plattform von PayPal verfügt aktuell über 200 Millionen aktive Konten und wächst weiterhin im zweistelligen Prozentbereich pro Jahr. Wie oben schon angemerkt wächst Venmo aktuell im dreistelligen Prozentbereich. Aufgrund der gigantischen Führung, die diese beiden Plattformen von PayPal genießen, ist es schwer abzusehen, dass die Google Wallet diesen Vorsprung ohne eine riesige Marketingkampagne und jede Menge Hilfe durch das Mutterunternehmen wieder aufholen kann. Wenn wir bedenken, wie Alphabet in der Vergangenheit mit der Google Wallet gewirtschaftet hat, dann sollte man sich vielleicht besser nicht darauf verlassen.

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Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool hält und empfiehlt Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien) und PayPal

Dieser Artikel wurde von Matthew Cochrane  auf Englisch verfasst und am 22.4.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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