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Emirates streicht Flüge – schlecht für Airbus. Und für Boeing?

Quelle: Pixabay WikimediaImages

Nachdem man in den USA jahrelang stark wachsen konnte, begegnet der Airline Emirates jetzt ziemlicher Gegenwind. Anfang letzter Woche hat man verkündet, dass man die Routen von Dubai nach Boston, Los Angeles, Seattle, Fort Lauderdale und Orlando verkleinern werde.

Geringere Nachfrage von Emirates ist für Airbus (WKN:938914) alles andere als gute Nachrichten, handelt es sich bei Emirates doch um den größten Abnehmer des A380 Jumbo Jets. Die Auswirkungen auf Boeing (WKN:850471) sind schwieriger zu beurteilen. Denn wenn Emirates Schwierigkeiten dafür sorgen, dass Airbus den A380 nicht mehr so erfolgreich an den Mann bringt, könnte das für Boeing letztlich sogar vorteilhaft sein.

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Emirates in Turbulenzen

Anfang des Jahres ließ die Nachfrage bei Flügen von Emirates in die USA plötzlich nach. Grund dafür war der von der Trump-Regierung erlassene „Travel Ban“, der die Einreise aus muslimisch geprägten Ländern schwieriger gestalten sollte. Obwohl dieser Travel Ban vom Gericht abgeschmettert wurde, führte es doch zu einem Nachlass von 35 % in der Nachfrage bei Flügen in die USA.

Ein weiterer Nackenschlag waren neue Verbote, die besagten, dass man bei Flügen in die USA von verschiedenen Städten – darunter auch Dubai – keine Laptops oder Tablets mit sich im Handgepäck führen darf. Das ist natürlich eine verschärfte Sicherheitsmaßnahme, führt aber eben auch dazu, dass Geschäftsleute auf diesen Flügen nicht wie gewohnt arbeiten können. Damit ist es für sie viel attraktiver, bei der Reise in die USA irgendwo in Europa umzusteigen.

Bei Emirates hat man versucht, den Schaden zu begrenzen, indem man den Gästen einen Service eingerichtet hat, der es ihnen erlaubt, Laptops und Tablets bis zum Einsteigen in den Flieger zu nutzen. Außerdem leiht man First-Class- und Business-Class-Gästen auf Langstreckenflügen in die USA Surface-Tablets von Microsoft.

Diese Strategien sind bislang aber nur zum Teil aufgegangen. Leider. Denn Emirates hatte bislang darauf vertrauen können, dass die Flugrouten in die USA samt guter Nachfrage die mangelnde Nachfrage bei Flügen in andere Teile der Welt ausgleichen. Das wiederum bedeutet Risiken für Boeing und Airbus, ist Emirates doch für beide ein ungemein wichtiger Kunde.

Noch hält man dem A380 die Stange

Wenn Emirates längerfristig Probleme hat, diese Flüge vollzubekommen, ist dies ein wuchtiges Argument gegen die Jumbo Jets der Baureihe A380 von Airbus.

Sicher, bei Emirates bietet man in diesen Riesen-Jets seinen First-Class-Gästen Annehmlichkeiten wie Duschen und eine Lounge für die Business Class. Und doch ist der Hauptgrund für solch große Flugzeuge einfach der, dass man mehr Menschen transportiert, ohne auf dem ohnehin schon vollen Flughafen von Dubai für mehr Flüge zu sorgen. Bei geringerer Nachfrage nach diesen Flügen würde dies bedeuten, dass kleinere Flieger mehr Sinn ergeben.

Derzeit steht man bei Emirates noch hinter dem A380. So stellte man vergangene Woche erst noch eine neu gestaltete Lounge vor. Aber das bedeutet nun nicht automatisch, dass man gleich eine ganze Reihe neuer Modelle bestellen wird.

Sollte sich die Nachfrage in den kommenden Jahren nicht erholen, könnte dies für das Modell A380 schlimm sein. Ende März standen bei Airbus noch 107 Exemplare im Auftragsbuch, darunter 48 Bestellungen von Emirates. Das ist aber alles andere als ein sicheres ding. Denn im letzten Jahr hat der Analyst Richard Aboulafia erklärt, dass von den Bestellungen außer denen von Emirates lediglich 18 tatsächlich komplett sicher seien. Einige der Flugzeuge sind bereits im vergangenen Jahr ausgeliefert worden, was bedeutet, dass nur noch 12 Modelle außer den Bestellungen von Emirates tatsächlich fix sind.

Airbus ist dabei, die Produktion des A380 auf ein Flugzeug pro Monat runterzuschrauben. Damit will man sinnvoller mit dem geschrumpften Auftragsbuch umgehen. Bei dieser Rate dürfte es schwierig sein, den Break-Even zu erreichen. Und in fünf Jahren dürfte man ganz ohne Aufträge dastehen.

Das scheint vielleicht nach jeder Menge Zeit, um frische Aufträge an Land zu ziehen. Aber Emirates ist die einzige Airline, die in den vergangenen Jahren tatsächlich bedeutende Stückzahlen des A380 bestellt hat. Schafft man es nicht, innerhalb der nächsten drei Jahre eine große Bestellung reinzuholen, wird man bei Airbus die Produktion des A380 noch stärker runterfahren müssen.

Gemischte Signale für Boeing

Auf den ersten Blick erscheinen die Probleme von Emirates für Boeing noch schlimmer zu sein. Immerhin hat Emirates 150 Stück des neuen Modells 777X bestellt, was die Hälfte aller Aufträge bedeutet. Weiterhin ist das 777X weitaus wichtiger für den Profit von Boeing als der A380 für den Profit von Airbus.

Es besteht tatsächlich das Risiko, dass Emirates bei anhaltender Flaute ein paar Bestellungen des 777X storniert. Andererseits sind viele der Bestellungen des 777X so geplant, dass sie die alten Modelle 777 ersetzen, von denen man sich aus Altersgründen trennt.

Schlimmer könnte sein, dass man bei Emirates darüber nachdenkt, in den nächsten beiden Jahren auf den 787 Dreamliner zu verzichten. Denn Boeing muss davon jede Menge loswerden, will man nicht die Produktion nach dem Jahr 2020 komplett einstellen.

Langfristig könnte sich für Boeing aber der Tod des A380 als positiv herausstellen. Zuerst einmal würde es nämlich bedeuten, dass Emirates – und so ziemlich jede andere Fluglinie – sich zuerst einmal das 777X anschauen würde, wenn sie auf der Suche nach einem Langstreckenflugzeug sind.

Wenn man bei Emirates zukünftig verstärkt Wert darauf legt, dass man das Angebot der Nachfrage anpasst, könnte dies zu mehr Bestellungen des Dreamliner führen. Denn der 787-9 ist das kleinste Flugzeug, das in der Lage ist, die meisten der Strecken von Emirates zu bedienen, und das zu sehr wettbewerbsfähigen Kosten. Sollte sich Emirates also für den Dreamliner 787-9 entscheiden, könnte man die Schwächen auf manchen Routen ausgleichen, ohne sofort ganze Flüge zu streichen.

Kurzfristig also dürfte sich der Durchhänger bei Emirates negativ auf Airbus wie auch auf Boeing auswirken. Sollte es bei Emirates nicht ganz so schnell aufwärts gehen, wird man das vor allem bei Airbus spüren – und Boeing könnte gestärkt aus der Krise hervorgehen.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel von Adam Levine-Weinberg erschien am 22.4.2017 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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