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Warum Boeing Hunderte Mitarbeiter entlässt

Foto: Pixabay, kwluth

Die Aktie von Boeing (WKN:850471) stieg vergangenen Montag um 2 %, und zwar aus einem völlig überraschenden Grund: Entlassungen.

Reuters zufolge brachte der Boeing Engineering-VP John Hamilton eine Email innerhalb des Unternehmens in Umlauf, die mitteilte, dass „Hunderte von Engineering-Mitarbeiter“, beginnend mit dem 23. Juni, entlassen werden. Anfang des Jahres verließen bereits 1.800 Mitarbeiter mit einer Abfindung freiwillig das Unternehmen und 245 weitere Angestellte wurden im März unfreiwillig entlassen. Aber selbst nach der Reduzierung der Angestelltenzahl um mehr als 2.000 Mitarbeiter in nur wenigen Monaten glaubt Boeing immer noch, weitere Kürzungen vornehmen zu müssen.

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Wer wird entlassen?

Hamilton sagte, dass diese „zweite Phase der unfreiwilligen Kündigungen“ das Ingenieurspersonal „im Bundesstaat Washington und an anderen Unternehmensstandorten“ betreffen wird“, sich aber nicht auf Mitarbeiter des „Boeing 787 Dreamliner“ Werks in South Carolina ausweiten soll. (Obwohl einige Mitarbeiter des Werks in Charleston freiwillige Entlassungsabfindungen akzeptiert haben).

Dies bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass die Jobs in South Carolina sicher sind. Neben den gerade angekündigten Entlassungen erwähnte Hamilton, dass die Möglichkeit auf „weiterer Kürzungen beim Ingenieurspersonal gegen Ende des Jahres bestehen würde“, wenn es die wirtschaftlichen Bedingungen erfordern.

Wieso sie gehen müssen

Worauf bezieht sich Hamilton mit dem Begriff „wirtschaftliche Bedingungen“? Dazu gibt es mindestens drei Theorien. Derzeit ist Boeing dabei, seine Entwicklungen an seinem neuen 737-Max-Regionaljet, dem übergroßen 787-10 Dreamliner und dem 777X-Langstreckenflugzeug abzuschließen. Danach würde der Bedarf nach Ingenieuren sinken – und gerade deshalb sind Ingenieure das Ziel der neusten Entlassungsrunde.

Der wichtigste Grund für die Entlassungen hat jedoch nichts mit dem Ingenieursbedarf zu tun, sondern ist rein wirtschaftlicher Natur. Einfach ausgedrückt: Der Umsatz bei kommerziellen Jets ist eingebrochen und Boeing erwirtschaftet derzeit in keinem Geschäftsbereich annähernd so hohe Gewinne wie noch vor einigen Jahren.

Der Umsatz bricht ein

Schauen wir uns die Zahlen doch etwas genauer an. 2014 verzeichnete Boeing 1.432 Nettobestellungen für kommerzielle Flugzeuge. Ein Jahr später ist die Anzahl der neuen Bestellungen um fast die Hälfte eingebrochen (768 Bestellungen im Jahr 2015). Ein Jahr darauf, im Jahr 2016, fielen die Bestellungen um weitere 13 % auf 668.

Im Börsenjargon nennen wir so etwas einen „Trend“ – und für Boeing sieht dieser Trend gar nicht gut aus.

Auch die Gewinne purzeln

Glücklicherweise hat Boeing immer noch einen riesigen Auftragsbestand, den es abzuarbeiten gilt – fast 5.700 Festaufträge. Theoretisch bedeutet dies, dass der einbrechende Umsatz über Jahre keine großen Auswirkungen für das Unternehmen haben sollte und Boeing einfach damit fortfahren könnte, alte Bestellungen abzuarbeiten und auf neue Bestellungen zu warten. In Wahrheit sieht die Situation allerdings anders aus. Auch die Gewinnzahlen müssen einiges einstecken.

Daten des S&P Global Market Intelligence für die Jahre 2011 bis 2015 zeigen, dass Boeings kommerzielle Jetsparte eine durchschnittliche operative Gewinnmarge von 9,7 % verzeichnete. Im Jahr 2013 waren es noch 10,9 % — 2015 nur noch 7,8 %. Im Jahr 2016 sind die Margen der Sparte jedoch auf nur 4,8 % gefallen – sie sind nun also nicht einmal halb so hoch wie der durchschnittliche Wert der vergangenen fünf Jahre. Dieser Trend war eine Folge des Umsatzeinbruchs im Jahr 2016 um 2 % und des rasanten Gewinnabfalls von 5 %.

Was dies nun für Mitarbeiter und Investoren bedeutet

Für 2017 verspricht Boeing eine große Trendwende. In seinen im Januar veröffentlichten Prognosen für 2017 rechnet das Management für dieses Jahr mit einem anhaltenden Umsatzrückgang auf 91,5 Mrd. US-Dollar. Der Großteil des Umsatzrückgangs soll die kommerzielle Flugzeugsparte treffen. Trotz des anhaltenden Umsatzeinbruchs verspricht Boeing den Gewinn je Aktie um 36 % zu steigern – von den letztjährigen 7,61 US-Dollar soll er im Jahr 2017 auf 10,35 US-Dollar steigen.

Dies wird keine einfache Aufgabe. Wenn Boeing seine Investoren mit dem Erreichen seiner Gewinnziele zufrieden stellen möchte, muss es so schnell wie möglich seinen Versprechungen Taten folgen lassen. So sind beispielsweise Kosteneinsparungen ein erster Schritt, der unter anderem durch Entlassungen vorangetrieben werden kann. Blickt man auf die allerjüngste Entwicklung des Aktienkurses, scheinen Investoren es gutzuheißen, dass Boeing zumindest erste Maßnahmen trifft, um seine Versprechungen zu erfüllen – auch wenn die entlassenen Mitarbeiter davon wohl weniger begeistert sein dürften.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Rich Smith auf Englisch verfasst und am 18.4.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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