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3 japanische Internetaktien mit Wachstumspotential: SoftBank, Temp Holdings und Rakuten

Foto: Pixabay

Nicht wenige Investoren haben Japan bereits abgeschrieben. Entweder schreckt sie die Erinnerung an das Platzen der Aktienblase ab, das anhaltend schwache Wachstum oder die Tatsache, dass viele japanische Unternehmen ihre Führungsposition an koreanische oder chinesische Konkurrenten verlieren.

Wer allerdings näher hinsieht, merkt, dass auch Japan spannende Wachstumsunternehmen zu bieten hat, die das Internet nutzen, um die Märkte der Zukunft zu erobern. Diese drei Internetunternehmen aus dem Land der aufgehenden Sonne lassen sich durch Japans vermeintliche Stagnation nicht abschrecken.

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Softbank

Der Telekommunikationskonzern SoftBank (WKN:891624) ist ein führendes Internetunternehmen, das außerhalb Japans bisher nur wenig Bekanntheit erlangt hat. Es wurde 1981 von Masayoshi Son gegründet, der nach seinem Studium in Berkeley überzeugt war, dass das Internet irgendwann die Welt revolutionieren würde. Heute hat SoftBank neben seiner Telekommunikationssparte sehr diversifizierte Geschäftsaktivitäten, die in verschiedenen Technologiebranchen angesiedelt sind.

Laut eigenen Aussagen arbeitet Son daran, SoftBank zu einer Berkshire Hathaway der Technologiewelt zu entwickeln. Dafür hat er beispielsweise kürzlich den britischen Chip-Hersteller ARM für 24 Milliarden britische Pfund übernommen. SoftBank arbeitet außerdem an einem riesigen Investmentfonds mit 100 Milliarden US-Dollar Investitionsvolumen, um dem eigenen Ziel näher zu kommen, der wichtigste Technologie-Investor der Welt zu werden. Dass ein weiteres Ziel ist, einen Roboter in jedem Haushalt zu haben, wirkt, angesichts solcher Ambitionen, geradezu wie eine Randnotiz.

In Anbetracht solcher Wachstumsambitionen und Investitionsfreudigkeit, erscheint das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 25 nicht übertrieben.

Temp Holdings

Das japanische Unternehmen Temp Holdings (WKN:A0PA8F) profitiert davon, dass sich der japanische Arbeitsmarkt in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert hat. Viele denken noch immer, dass die japanische Arbeitslandschaft durch eine treue Bindung an den Arbeitgeber charakterisiert ist, in der harte Arbeit mit hoher Arbeitsplatzsicherheit belohnt wird.

Seit der Wirtschaftskrise Anfang der 1990er Jahre hat sich dieses Bild aber grundlegend verändert. Vor allem der Nachwuchs hat es seitdem deutlich schwerer einen Fuß bei den großen verlässlichen Arbeitgebern zu fassen, die plötzlich begannen viel stärker auf ihre Kosten zu achten. Oftmals müssen sich junge Japaner mit befristeten Jobs zufriedengeben.

Hier war Yoshiko Shinohara ihrer Zeit voraus, als sie 1973 eine Zeitarbeitsagentur gründete. Ihr ursprünglicher Wunsch war es, Frauen einen neuen Weg in die Arbeitswelt geben zu können, die in Japan nach der Hochzeit, vor allem damals, meistens dauerhaft ihre Arbeit aufgeben, um Hausfrau zu werden. Mit der Zeit hat sich das Unternehmen sowohl das Internet, als auch den generellen Trend flexiblerer Arbeit zu Nutzen gemacht und konnte kräftig wachsen.

Heute hat Temp Holdings Verträge mit über 27.000 japanischen Unternehmen und ist in 13 anderen Ländern vertreten. Shinohara wurde Japans erste Dollar-Milliardärin. Das Wachstum könnte noch sehr lange anhalten, vor allem wenn sich, wie geplant der nächste Markt erschließt: Senioren, die ihre Rente aufbessern wollen. Wer sich für dieses Unternehmen interessiert, bekommt die Aktie, trotz einer Vervierfachung des Gewinns in den letzten fünf Jahren, derzeit für ein moderates KGV von 24. Man sollte aber darauf achten, dass die Aktie nur über ausländische Börsenplätze handelbar ist.

Rakuten

Es gibt tatsächlich noch Länder, in denen Amazon noch Konkurrenz hat. Dazu gehört Japan, das mit Rakuten (WKN:927128) seinen eigenen Marktführer hat. Das Unternehmen wurde 1997 gegründet und gehört zu den größten Internethändlern der Welt, vor allem dank seiner hohen Umsätze im heimischen Markt.

Das Unternehmen deckt im internetaffinen Japan ein breites Spektrum an Dienstleistungen ab, auch da Gründer Hiroshi Mikitani große Ambitionen für die Zukunft des Unternehmens hat. Unter anderem will er ein für japanische Verhältnisse sehr internationales Unternehmen schaffen, weshalb er darauf pocht, wann immer möglich, Englisch anstatt Japanisch zu verwenden.

Die internationale Expansion hat bisher gemischte Resultate produziert, aber allein der Heimatmarkt bietet noch immer Wachstumspotential. Die Umsätze haben sich von 2012 bis 2016 fast verdoppelt und der letztjährige Gewinn pro Aktie von 26,44 Yen ergibt ein KGV von fast 45. Das ist natürlich überdurchschnittlich, aber eine Bewertung, in die ein dynamisches Internetunternehmen durchaus hineinwachsen kann.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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