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Facebook hat größere Probleme als bloß Fake News

Foto: Facebook

In den letzten etwa sechs Monaten hat das Thema Fake News die richtigen Schlagzeilen immer wieder dominiert. Und mitten drin in der Kontroverse befand sich Facebook (WKN:A1JWVX), da dieses Netzwerk das größte soziale Netzwerk der Welt ist. Viele geben an, dass sie zumindest einen Teil ihrer Nachrichten über Facebook erhalten. Sevsh von zehn Erwachsenen erhalten News über Soziale Netzwerke, 44 % gaben dabei an, sie speziell über Facebook zu bekommen.

Als Facebook im Jahr 2013 ein komplett neues Website-Design vorgelegt hat, sagte CEO Mark Zuckerberg: „Wir wollen für jeden Menschen auf der Welt die beste, personalisierte Zeitung sein.“ Und obschon ein großer Teil Facebook als Nachrichtenquelle nutzt, nehmen die meisten die Plattform zu diesem Zweck nicht genügend ernst. Eine jüngste Studie von Ipsos, die für Buzzfeed angefertigt wurde, zeigt, dass lediglich 20 % aller Nutzer die Überschriften ernst nehmen, die sie bei Facebook sehen.

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Wenn es also Facebooks Anspruch ist, als „die beste personalisierte Zeitung“ wahrgenommen zu werden, hinken sie diesem gewaltig hinterher.

Facebook verpasst die Chance zu größerer Interaktion

Gut, Facebook kann sich nicht gerade über fehlende Nutzerzahlen beschweren. Management sagt, dass die Nutzer durchschnittlich 50 Minuten mit Facebook verbringen. Dazu gehören auch Messenger und Instagram. Aber die meisten von ihnen besuchen Facebook nicht, um an Nachrichten zu kommen. Lediglich 25 % der Nutzer öffnen App oder Website, um sich über aktuelles Geschehen zu informieren, wie eine Umfrage von Pew zeigte. Das korrespondiert auch mit den Ergebnissen von Ipsos, die ja besagten, dass nur 20 % sich an Überschriften erinnern konnten.

Die Umfrageergebnisse belegen, dass Facebook nicht als ernstzunehmende News-Plattform wahrgenommen wird. Man hinkt also hinter TV und andere News-Seiten bzw. Apps her. Wenn man dann noch bedenkt, dass die Umfrage von Pew vor der Fake-News-Kontroverse gemacht wurde, sieht es nicht so aus, als wäre diese die einzige Sache, mit der der Gigant in der öffentlichen Wahrnehmung zu kämpfen hat.

Die „Trending“-Spalte, der Algorithmus, der entscheidet, was ganz oben angezeigt wird, sowie der Anspruch, dass man News mit Updates von Bekannten vermischen will, ergibt einen insgesamt sehr wirren Mischmasch, den man gut durchscrollen kann, ohne irgendetwas davon richtig wahrzunehmen.

Das heißt, dass Nutzer ihre Infos von woanders bekommen. Das bedeutet auch, dass Facebook damit jede Menge Traffic entgeht. 39 % aller Facebook-News-Nutzer lassen sich auch über TV informieren, 33 % gehen lieber zuerst auf arrivierte News-Websites. Wenn Facebook in der Lage wäre, relevantere Neuigkeiten den Nutzern anzuzeigen, könnte sich das positiv auf den Traffic auswirken.

Was unternimmt Facebook?

Facebook war trotz aller Bemühungen noch nicht in der Lage, sein Image in der Öffentlichkeit zu verändern.

Anfang 2014 hat man eine eigene, wie eine Leseliste funktionierende App rausgebracht namens Paper. Zweieinhalb Jahre später hat man das Projekt auf Eis gelegt, gab es doch nicht genügend Nutzer.

Derweil arbeitet Facebook mit Entwicklern an Instant Articles, die innerhalb der App für bessere Lesbarkeit von Artikeln sorgen soll. Wie der Name sagt, sollen die Artikel unmittelbar laden und mobil besser zu sehen sein. Verlage können Facebook-Anzeigen dazu nutzen, den Content zu monetarisieren. Allerdings sind hier viele Verlage schon ein bisschen unglücklich mit der Art der Monetarisierung, viele haben die Experimente damit schon wieder eingestellt.

Facebook ist mittlerweile Video wichtiger als News. Video bietet große Chancen, Geld reinzuholen, auch wenn man bei Facebook noch nicht so richtig das Potenzial ausgeschöpft hat. Erst jüngst hat man in der App einen speziellen Video-Stream eingeführt. Man ist gerade in der Testphase und klüngelt aus, wie man den Umsatz mit Video mit Verlagen am besten teilen kann.

Also: Wenn es mit News nicht hinhaut, kommen die Leute vielleicht wenigstens der Videos wegen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Facebook.

Dieser Artikel von Adam Levy erschien am 15.4.2107 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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