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Was die OPEC wirklich von den aktuellen Ölpreisen hält

Foto: Pixabay, anita_starzycka

Im letzten Herbst schockierte die OPEC den Ölmarkt, als die erste Begrenzung der Fördermenge in acht Jahren beschlossen wurde. Diese Entscheidung markiert eine bemerkenswerte Abkehr von der bisherigen Linie des Kartells. Zuvor hatte man noch weiter gepumpt, um mit immer niedrigeren Kosten die Schieferölproduzenten mit ihren hohen Kosten unprofitabel zu machen und dadurch aus dem Markt zu drängen. Dieser Plan sorgte aber dafür, dass der Ölpreis unter die Kostendeckung der meisten Schieferölproduzenten viel. Gleichzeitig waren diese aber auch dazu gezwungen, ihre Kostenstruktur noch einmal zu überdenken. Diese Politik der OPEC scheint aber auch nicht zum gewünschten Ergebnis zu führen. Wenn wir uns einmal den Ölpreis ansehen, dann ist dieser heute nicht viel höher als zu dem Zeitpunkt, als die OPEC ihre Entscheidung treffen hatte.

Brentpreis Daten  von YCHARTS

Brentpreis Daten  von YCHARTS

Dieses stagnierende Preisniveau zusammen mit den Kommentaren der Ölminister legt nahe, dass die OPEC die aktuellen Preise immer noch für zu niedrig hält. Das bedeutet aber nicht, dass die OPEC-Staaten es damit eilig haben, etwas dagegen zu tun.

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Das Budget für ein großes Jahr

Das führende Land in der OPEC ist de facto Saudi-Arabien. Arabien gab dem Markt schon eine subtile Andeutung, wo sich die Preise für Rohöl 2017 hinbewegen könnten. Dies geschah, als das Steuerbudget Ende letzten Jahres veröffentlicht wurde. Das Königreich erwartet, im Jahr 2017 aus dem Verkauf von Öl, 128 Mrd. US-Dollar zu verdienen. Das sind unglaubliche 46 % mehr als im Vorjahr. Laut den Analysten erwartet das Land dieses Jahr einen Ölpreis von 55 US-Dollar pro Barrel. Um die laufenden Kosten zu decken, braucht Saudi-Arabien aber nur 50 US-Dollar. Indem der Kurs für das Basisszenario auf 55 US-Dollar gesetzt wurde erwartet das Land einen Überschuss, mit dem die Staatsschulden reduziert werden könnten. Diese hatten sich im letzten Jahr mehr als verdoppelt, da die Ölpreise so niedrig waren.

Andere OPEC-Länder gehen in ihren Jahresbudgets von einem niedrigeren Ölpreis aus. Nigeria zum Beispiel erwartet einen Ölpreis von 42,50 US-Dollar, bräuchte aber einen Ölpreis, der deutlich höher ist, um kostendeckend arbeiten zu können. Dabei sollte der Ölpreis im mittleren 50er Bereich liegen, um das Defizit zumindest halbieren zu können.

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Was als nächstes kommen könnte

Ursprünglich erwartete die OPEC, dass die Begrenzung der Fördermenge auf 6 Monate das Problem mit der Überversorgung beheben würde. Gleichzeitig erwartete man, dass der Ölpreis irgendwo im mittleren 50er Bereich seinen Boden finden würde. Da die Öllager in den USA aber immer weiter steigen und immer noch nahezu Rekordstand haben, scheint es, als würde dieser Plan nicht so schnell aufgehen, wie man sich das vorgestellt hatte.

Die OPEC-Mitglieder haben daher ihre Bereitschaft signalisiert, die Fördermenge weiterhin niedrig zu halten. Das Überwachungskomitee traf sich vor kurzem, um das zu besprechen. Laut Berichten drückten mehrere Mitglieder ihre Bereitschaft aus, die Begrenzung der Fördermenge über den Juni hinaus aufrechtzuerhalten. Eines dieser Länder war Iran. Der iranische Ölminister sagte, dass die meisten OPEC- und Nicht-OPEC-Länder dem zustimmen werden, aber das noch Zeit nötige wäre, um die Situation zu bewerten und um sich von Angesicht zu Angesicht dazu auszutauschen. Diese Kommentare zeigen schon, dass viele in der OPEC bezüglich der aktuellen Ölpreise nicht glücklich sind.

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Das Problem mit dem Ölmarkt

Die OPEC muss sich noch überlegen, wie sich der aktuell niedrige Ölpreis in Zukunft auswirken könnte, sollten die in die Wege geleiteten Maßnahmen die Rohölpreise zu schnell zu hoch treiben. Das ist ein Szenario, vor dem Goldman Sachs vor kurzem gewarnt hatte. Die Investmentbank hatte davon gesprochen, dass sich eine Ausweitung der Beschränkung der Fördermenge negativ auswirken könnte und zu einem starken Preisanstieg auf über 60 US-Dollar pro Barrel führen könnte. Damit wären die amerikanischen Schieferölproduzenten sofort wieder im Geschäft.

Das führende Schieferöl-Förderunternehmen EOG Resources (WKN:877961) erwartet, dieses Jahr den eigenen Output um 18 % zu erhöhen, während man den Cashflow bei einem Ölpreis von 50 US-Dollar aufrechterhalten möchte. Das Unternehmen hat nämlich jede Menge Möglichkeiten, um billig zu bohren. Das würde dazu führen, dass man die Produktion schnell erhöhen könnte. EOG Resources erwartet, die Produktion jährlich um 15 % steigern zu können. Sollte der Ölpreis 60 US-Dollar pro Barrel betragen, wären auch 25 % Wachstum pro Jahr möglich.

Aber EOG ist nicht das einzige Unternehmen mit derartigen Aussichten. Diamondback Energy (WKN:A1J6Y4) erwartet, dieses Jahr die Produktion bemerkenswerte 60 % zu erhöhen und gleichzeitig vom Cashflow leben zu können. Das liegt daran, dass das Unternehmen vor kurzem eine Übernahme getätigt hat. Trotzdem plant das Unternehmen, dieses Jahr nur mit 8 Rigs zu arbeiten, mit denen auch dieses Wachstum erzielt werden soll. Das ist aber deutlich unter dem Niveau von 15 bis 20 Rigs, die das Unternehmen betreiben könnte. Daher hatte Diamondbeck Energy eine Möglichkeit für noch nie dagewesenes Wachstum und das auf Jahre hin. Das Unternehmen könnte also sein Bohrprogramm sehr schnell vergrößern und das Wachstum deutlich ankurbeln, wenn der Ölpreis stark ansteigen würde. Mehrere Rivalen besitzen ähnliche Möglichkeiten, da sie mit geringen Kosten produzieren können. Das ist ein Umstand, bei dem die OPEC vorsichtig sein könnte.

Unterm Strich

Es wird immer klarer, dass der aktuelle Stand der Ölpreise der OPEC gar nicht gefällt. Aber aufgrund des Wachstumspotentials der Schieferölproduzenten muss die OPEC jetzt den Drahtseilakt zwischen höheren Ölpreisen und dem Risiko, einen weiteren Boom im Bereich Schieferöl auszulösen, schaffen. Daher ist es möglich, dass die OPEC so lange wie möglich warten wird, bevor eine Verlängerung der Beschränkung der Fördermenge verkündet wird. Die OPEC möchte den Schieferölproduzenten nämlich keinen Anreiz geben, die Produktion zu erhöhen.

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The Motley Fool besitzt EOG Resources.

Dieser Artikel wurde von Matt DiLallo auf Englisch verfasst und wurde am 05.04.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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