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Der Souq.com-Deal: Wird Amazon außerhalb der USA je profitabel werden?

Bildquelle: Amazon.

Letzte Woche ist Amazon.com (WKN:906866) zum ersten Mal in den Nahen Osten vorgedrungen.

Der Online-Gigant verkündete, dass er Souq.com übernehmen würde, die größte Online-Handelsplattform in der arabischen Welt mit einer Größe von 8,4 Millionen einzelner Produkte. Der Betrieb sitzt in Saudi Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten.

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Details wurden nicht übermittelt, allerdings berichtete TechCrunch eine Größenordnung von 650 Millionen Dollar, weit unter der 1 Milliarde Dollar, mit der Souq.com bewertet wurde. Amazon sagt, dass man erwartet, den Deal Ende des Jahres vollzogen zu haben.

Souq ist der jüngste Zukauf in einer ganzen Reihe von Unternehmen, die Amazon sich in den vergangenen Jahren geschnappt hat. Darunter auch der Online-Schuhhändler Zappos sowie der Mutterkonzern Quidsi, bei dem Diapers.com zuhause war. (Dort hat Amazon neulich bekannt gegeben, Hunderte Mitarbeiter zu entlassen.) Darüber hinaus hat man sich noch Kiva Systems gekauft, die Roboter herstellen, die Regale bewegen. Damit wollte man die Effizienz in den Lagerhäusern verbessern.

Diese Zukaufstrategie hat dafür gesorgt, dass Amazon seine Führungsposition im E-Commerce ausbauen konnte, außerdem in anderen Bereichen wie Cloud Computing, Video-Streaming und Audiobüchern wachsen konnte. Dennoch ist die Performance in Märkten außerhalb der USA alles andere als beeindruckend.

Im Jahr 2016 hatte Amazon außerhalb der USA einen operativen Verlust von 1,3 Milliarden Dollar. Das ist doppelt so viel wie im Jahr davor. Und bei einem Umsatz von 44 Milliarden Dollar ist das internationale Geschäft immer noch lediglich halb so viel wert wie in den USA. In den vergangenen drei Jahren war im Gegensatz zu den USA das Wachstum auch nicht so beeindruckend, selbst wenn man die Auswirkungen des starken Dollar dabei herausrechnet. In diesen drei Jahren hat Amazon international einen Verlust von mehr als 2,6 Milliarden Dollar erlitten.

Bereits seit über 20 Jahren ist Amazon schon außerhalb der USA im Geschäft. Aber selbst für ein Unternehmen, das sich eindeutig mit langfristigem Horizont positionieren will, ist das Anlass dafür, sich zu fragen, ob man außerhalb der USA jemals einen Profit erwirtschaften wird.

Das wird eine harte Nuss

Während viele andere amerikanische Unternehmen fern der Heimat Erfolg hatten und Milliarden an Profiten reinholen konnten, darunter Tech-Giganten wie Apple und Google, war es für Händler eher schwierig. Target hat sich jüngst aus Kanada zurückgezogen, andere wie Home Depot sind aus China raus. Sogar ein Gigant wie Wal Mart (WKN:860853) mit Sitzen in internationalen Märkten wie GB, China, Brasilien und Mexiko konnte nicht denselben Erfolg einfahren wie daheim. Die operativen Margen sind einfach nicht so groß wie in den USA. Nur ein Viertel des Gesamtumsatz von Wal-Mart kommt von außerhalb der USA.

Händler müssen bei einem Vordringen in internationale Märkte kräftig investieren, vor allem in Immobilien und Infrastruktur. Sogar ein E-Commerce-Riese wie Amazon braucht noch ein ganzes Netzwerk an Lagerzentren, um die Kunden außerhalb der USA zu beliefern. In den USA findet man über 100 solcher Hallen, weswegen man dort in der Lage ist, PrimeNow und Amazon Fresh anzubieten, aber diese Dichte auch international herzustellen, wird schwierig. Der Wettbewerbsvorteil des Unternehmens liegt vor allem in der Schnelligkeit, mit der Prime-Mitglieder beliefert werden. Auch damit lässt sich erklären, weswegen man in Nordamerika profitabel ist, international aber noch lange nicht.

Wird sich der Kauf von Souq.com lohnen?

Es erscheint als smarter Move, den größten E-Commerce-Anbieter im Nahen Osten zu kaufen. Man darf davon ausgehen, dass Amazon dort dann wachsen wird. Als Anleger sollte man aber bedenken, dass Amazon dort wie in anderen internationalen Märkten entwicklungstechnisch viel weiter hinter den USA zurück ist. Das Unternehmen muss noch immer stark investieren, um wachsen zu können, scheint mit Profiten viel weniger vorrangig beschäftigt zu sein. Prime ist in etwa 50 % aller US-Haushalte vertreten, international liegen die Zahlen deutlich darunter.

Es ist derzeit noch alles andere als gewiss, dass Amazon international jemals einen Profit erwirtschaften wird. Ein schwächerer Dollar wäre hilfreich, aber das Unternehmen hat einige Schwierigkeiten im internationalen Markt, darunter Infrastruktur, Kulturdifferenzen, Regularien und Konkurrenz vor Ort.

Mit Souq im Portfolio könnte der internationale Umsatz zwar wachsen, aber die Profite dürften auf sich warten lassen. Denn international ist das für Amazon nach wie vor alles andere als ein Heimspiel.

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Dieser Artikel von Jeremy Bowman erschien am 2.4.2017 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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