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Das Worst-Case-Szenario für Gilead Sciences

Quelle: Gilead Sciences

Morgen wird die Sonne scheinen. Und so, wie wir auf den Sommer warten, hoffen Aktionäre von Gilead Sciences (WKN:885823) auf bessere Zeiten. Letztes Jahr waren die Tage für das Biotechnologieunternehmen eher trübe. Ich habe erst vor Kurzem ein Best-Case-Szenario für Gilead entworfen, in dem alles seinen Gang geht. Aber was, wenn sich die Dinge nicht so erfreulich entwickeln? Hier schauen wir uns an, wie das Worst-Case-Szenario für das Biotechnologieunternehmen aussehen könnte.

1. Hepatitis C-Horror

Gilead schätzt, dass die Umsätze für seine Hepatitis C-Medikamente im Vergleich zu 2016 zwischen 39 % und 49 % im Laufe dieses Jahres sinken werden. Die Ergebnisse des Biotechnologieunternehmens lagen vergangenes Jahr eher am unteren Rand der Schätzung. Und die Geschichte könnte ich wiederholen.

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Das Management des Unternehmens versucht erst gar nicht, vorherzusagen, wann sich die Hepatitis C-Umsätze stabilisieren könnten. Im schlimmsten Falle pegeln sich die Zahlen auf einem deutlich niedrigeren Niveau als erwartet ein.

Wie könnte das passieren? Notwendig wäre, dass die Krankenkassen die Kosten für die Behandlung kranker Patienten nicht mehr übernehmen. Wenn AbbVies nächstes Hepatitis-Kombipräparat die Zulassung erhält und einen großen Marktanteil von Epclusa gewinnt, könnte dies die Sorgen von Gilead verstärken. Jetzt fehlt noch eine politische Entscheidung aus Washington, die den Krankenkassen erlaubt, die Medikamentenpreise selbst zu verhandeln. Dies wären die richtigen Zutaten für eine Hepatitis-Horrorgeschichte für Gilead.

2. Nur ein kleines Stück Kuchen für Milligan

Wenigsten kann sich Gilead auf sein solides HIV-Franchise verlassen. Das Unternehmen hat eine neue HIV-Therapie in Entwicklung. Diese ist eine Bictegravir/F/TAF-Kombination, die “Mount Everest” genannt wird.

CEO John Milligan scheint jedenfalls nicht besorgt über die potenziellen Gefahren durch GlaxoSmithKlines (WKN:940561) zwei Medikamenten-Kombination zu sein, die sich in einer fortgeschrittenen klinischen Probephase befinden. Er ist der Meinung, dass sich die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Dreifachtherapie von Gilead gegenüber GlaxoSmithKlines Produkt durchsetzen wird.

Glaxos Kombimittel enthält jedoch ein generisches Mittel. Das heißt, dass die Preise deutlich niedriger angesetzt werden können, als Gilead für seine Behandlung verlangt. Merck (WKN:A0YD8Q) entwickelt ebenfalls ein Doppelpräparat, welches ein generisches Mittel einsetzt. Zwar ist Gileads Produkt vielleicht besser, aber auch das Preisschild ist für die Kunden wichtig.

Wenn Milligan falsch liegt, dann hat Gilead keinen Plan B. Das einzige andere HIV-Medikament in der Pipeline (abgesehen von Descovy für die Prophylaxe) ist erst in der ersten Phase der klinischen Studien.

Natürlich gibt es noch schlimmere Szenarien. Wenn die Bictegravir/F/TAF-Kombination keine Zulassung erhält, dann wäre Mount Everest, nicht mal mehr ein Maulwurfshügel. Ich denke nicht, dass dies passieren wird, aber man soll niemals nie sagen, wenn es um Genehmigungen geht.

3. Die Pipeline leckt

Gilead hatte 2016 genug Rückschläge in seiner Pipeline.  Eleclazine, GS-4997, GS-5745, und Momelotinib bekamen alle Probleme. Was, wenn die Pechsträhne weitergeht?

Obwohl GS-4997 bei der Behandlung von Lungenhochdruck (PAH) oder diabetischer Nierenerkrankung (DKD) nicht erfolgreich war, hat Gilead noch große Hoffnung für das experimentelle Medikament bei der Behandlung der nichtalkoholbedingten Steatohepatitis (NASH). Der ASK-1-Inhibitor ist in einer Spätphasenstudie. Ernste Probleme könnten die Hoffnungen jedoch zunichtemachen, den lukrativen NASH-Markt zu betreten.

Ein weiterer Pipelinekandidat, der vielversprechend aussieht, ist der JAK1-Inhibitor Filgontinib. Das Medikament befindet sich in einer Spätphasenstudie für die Behandlung von drei Krankheiten: Morbus Crohn, rheumatische Arthritis und Colitis ulcerosa. Das Worst-Case-Szenario wäre, wenn das Mittel in allen drei Bereichen scheitert.

Gilead könnte aber auch Schwierigkeiten haben, wenn das Mittel die Zulassung erhält. Der Markt für Autoimmunkrankheiten ist bereits ziemlich voll. Es ist daher möglich, dass Filgotinib die Umsatzerwartungen nicht erfüllt.

4. Übernahmeroulette

Viele Investoren (inklusive dir wahrscheinlich) hatten große Hoffungen, dass Gilead die ein oder andere glückliche Übernahme macht. John Milligan hat öffentlich bekanntgegeben, dass das Unternehmen seine Pipeline aufstocken will und sich besonders bei Krebsbehandlungen stärker positionieren möchte. Ich sehe zwei Möglichkeiten, wo Gilead bei seiner Zukaufstrategie etwas falsch machen könnte.

Einerseits könnte das Unternehmen zu viel bezahlen. Die vielleicht größte Sorge ist, dass Gilead versuchen könnte, Incyte (WKN:896133) zu übernehmen, während andere auf den Zug aufspringen. Incytes Marktkapitalisierung liegt bei 28 Milliarden US-Dollar. Eine Bieterschlacht könnte den Preis so hoch treiben, dass Gilead zwar die Schlacht gewinnt, aber den Krieg verliert.

Andererseits könnte Gilead zu klein denken. Zwar würden die Investoren durch einen zu teuren Deal verärgert, aber auch ein zu kleiner Deal, der die Wachstumsaussichten nicht deutlich verbessert, würde sie nicht froh stimmen.

Der Trick für Gilead ist, Incyte (oder vielleicht mehrere kleinere Biotechnologieunternehmen) zu kaufen, ohne all sein Geld dafür zu verbraten. Dies könnte sich aber als schwierig herausstellen.

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Wenn alle vier dieser Szenarien eintreten, dann wäre Gilead in Schwierigkeiten.

Die Umsätze in der HCV-Sparte sehen dieses Jahr und in den kommenden Jahren nicht rosig aus. Aber Gilead wird durch sein Franchise noch viel Geld einnehmen. Ein Analyst denkt sogar, dass Gileads Mount Everest, welches Merck und GlaxoSmithKline herausfordert, zum Goldstandard bei der HIV-Therapie werden könnte. Die Chancen, dass GS-4997 und Filgotinib erfolgreich sein werden, scheinen besser als die Risiken, wenn wir uns die bisherigen klinischen Ergebnisse anschauen.

Was die Übernahmen angeht, hat John Milligan deutlich gemacht, dass Gilead “umsichtig und diszipliniert” bei seinen Zukäufen sein wird – auch wenn manche verlangen, dass das Biotechnologieunternehmen um jeden Preis handelt. Dies klingt nicht so, als ob der CEO zu viel ausgeben will. Gleichzeitig gibt es Hinweise, dass sich Gilead auf eine große Übernahme (oder vielleicht mehrere kleinere, die zusammen eine Menge Geld kosten) vorbereitet.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Gilead Sciences. The Motley Fool hat die folgenden Optionen: short Juni 2017 70 US-Dollar Calls auf Gilead Sciences.

Dieser Artikel wurde von Keith Speights auf Englisch verfasst und am 01.04.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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