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Folgt Amazon Microsoft bei der erweiterten Realität?

Quelle: Amazon.

Amazon (WKN:906866) könnte die erweiterte Realität (augmented reality = AR) für seine eigenen physischen Läden benutzen laut der New York Times. Der Bericht, in dem eine informierte Quelle angeführt wurde, deutet an, dass die Kunden der physischen Läden von Amazon diese Geräte oder Apps benutzen könnten, um Möbelstücke in digitale Bilder ihrer tatsächlichen Wohnungen zu projizieren.

Diese Idee ist aber nicht wirklich neu. Im Jahr 2013 schon startete Ikea eine AR-App, mit der die Kunden die Möbelstücke in ihre eigenen Wohnzimmer über die Smartphone-Kamera hinein kopieren konnten. Im letzten Jahr installierte der Baumarkt Lowes (WKN:859545) die HoloLens von Microsoft (WKN:850747) in ausgewählten Läden, damit die Kunden ihre eigenen virtuellen Räume damit gestalten können.

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Bildquelle: Getty Images

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Da stellt sich natürlich die Frage, ob es reiner Zufall ist, dass Amazon gerade jetzt im Bereich AR tätig ist, wo das Unternehmen schon mit Läden in der realen Welt testet wie Buchläden, Lebensmittelläden und laut dem neuesten Gerücht auch mit Läden, wo alles für das Eigenheim verkauft werden soll. Im Folgenden werden wir beleuchten, was das für Amazon bedeutet, und wie damit die Nachfrage für HoloLens von Microsoft und holografische Apps erhöht werden könnte.

Was führt Amazon nur im Schilde?

Die Expansion von Amazon in den Bereich physische Läden kann einem kontraproduktiv erscheinen, da der Marktplatz ja so viele physische Läden dazu bringt, schließen zu müssen. Zusätzlich werden diese Unternehmen auch gezwungen, in den elektronischen Handel zu investieren. Wal Mart (WKN:860853) hat bewiesen, dass einige Kunden ihre Bestellungen gerne online aufgeben und diese dann direkt im Laden abholen. So können Wartezeiten und Versandkosten gespart werden.

Um die Betriebskosten zu senken, gibt es im Lebensmittelladen von Amazon ein System, dass sich Amazon Go nennt. Der Laden verfolgt alle Artikel mit, die ein Kunde nimmt, und berechnet den Kaufpreis automatisch über das Amazon-Konto, sobald der Kunde den Laden verlassen hat. Damit muss man nicht mehr anstehen. Gleichzeitig braucht es auch keine Kassen und keine Kassierer mehr. Die Buchläden von Amazon bieten besondere Preisnachlässe für Prime-Mitglieder und bieten auch die Selbstkasse über die Amazon-App an.

Bei dem Haushaltswarenladen, den Amazon angeblich starten könnte, wird es wahrscheinlich dasselbe sein. Das Unternehmen könnte auch hier die Selbstkasse für kleinere Artikel anbieten. Bei größeren Artikeln könnte Amazon diese direkt an die Kunden liefern und weitere Nachlässe für die Prime-Mitglieder anbieten. Nehmen wir an, die Kunden haben Bilder ihres Wohnzimmers dabei, dann könnte man potenziell die entsprechenden Haushaltswaren wie bei der IKEA-App auf die Bilder projizieren.

Da diese physischen Läden den Prime-Mitgliedern eine Vorzugsbehandlung bieten, könnte diese Expansion das Wachstum des Prime-Ökosystems erhöhen. Im letzten Juni schätzte das Forschungsunternehmen CIRP, dass Amazon 63 Millionen Prime-Mitglieder in den USA habe. Das ist ein Anstieg von 19 Millionen verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Das Unternehmen schätzte auch, dass der durchschnittliche Prime-Kunde jährlich 1200 US-Dollar bei Amazon ausgibt, während Nicht-Mitglieder nur 500 US-Dollar im Durchschnitt ausgeben.

Was das alles zu bedeuten haben könnte

Das ist nicht das erste Mal, dass sich Amazon in den Markt für erweiterte Realität wagt. Ende 2015 ließ das Unternehmen ein AR-Projektionssystem patentieren, dass dem IllumiRoom von Microsoft ähnlich ist. Dabei kann das Wohnzimmer in eine komplett verschiedene interaktive Umwelt verwandelt werden. Ein Nutzer könnte theoretisch an die Wand tippen und diese Wand zu einem Großbildfernseher machen, oder auf den Schreibtisch tippen und damit ein eBook öffnen.

Im letzten Jahr bot Amazon Arbeitsplätze für ein VR-Team. Das Unternehmen sagte nicht, was die Ziele des Teams sein sollten außer, dass es sich auf eine Plattform für “immersives Geschichtenerzählen” konzentrieren solle. Die Analysten und Investoren spekulierten, dass Amazon die virtuelle Realität für Spiele auf dem Fire TV benutzen könnte. Eine weitere Möglichkeit wäre bei Amazon Video. Der aktuelle Bericht über die Haushaltswaren von Amazon deutet aber an, dass das Team neue Funktionen für die Amazon-App entwickeln könnte, um die Einkaufserfahrung in den physischen Läden zu verbessern .

Was bedeutet das für Microsoft und den AR-Markt?

Das Gerücht um die App von Amazon könnte ein Gerücht bleiben und die App könnte niemals veröffentlicht werden, da das Unternehmen ja noch nicht öffentlich dazu Stellung genommen hat. Aber das Interesse von Amazon könnte dafür sorgen, dass sich auch andere Einzelhändler dafür interessieren könnten, die erweiterte Realität zu nutzen.

Eine HoloLens-Demo bei Lowe’s. Bildquelle: Lowe’s

Das Wären großartigen Nachrichten für Amazon, da die HoloLens das bisher am weitesten fortgeschrittene Headset in diesem Bereich ist. Das neue Windows-10-Creators-Update wird den Entwicklern einfache Tools in diesem Bereich zur Verfügung stellen. Das könnte es deutlich leichter für die Einzelhändler machen, für sich selbst Apps für die HoloLens herzustellen, ohne auf die Hilfe von Amazon zurückgreifen zu müssen. Das wäre nicht nur gut für große Unternehmen wie Lowe’s, sondern auch für Unternehmen wie Volvo. Das Unternehmen benutzt die HoloLens in seinen Läden, um die Kunden die Autos virtuell sehen zu lassen, die gerade nicht vorrätig sind.

Ist die erweiterte Realität das nächste große Ding?

Es ist schwer zu sagen, ob Amazon und Microsoft mit ihrem Vorstoß in den Bereich AR dafür sorgen werden, dass mehrere Läden diese Technologie nutzen, um ihre Produkte so auszustellen. Das Beratungsunternehmen Digi-Capital schätzt, dass der AR-Markt von aktuell fast nichts auf 90 Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2020 wachsen wird. Ein Großteil dieses Wachstums soll aus dem Verkauf von AR-Hardware, der Anwendung im elektronischen Handel und Anwendungen für Unternehmen stammen.

Wenn Unternehmen wie Amazon und Microsoft hier eine Führungsrolle einnehmen, dann könnte sich die breite Masse schon bald dafür interessieren, und dieses Interesse könnte über die Frühwerke wie Google Glass und Pokémon GO hinausgehen. Damit könnten sich die Grenzen von einem realen Showroom und einem Online-Kauf verschieben oder sogar verschwimmen, was Tech-Unternehmen wie Amazon helfen könnte, die in beiden Märkten arbeiten.

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Teresa Kersten arbeitet bei LinkedIn und ist im Vorstand von The Motley Fool. LinkedIn ist ein Tochterunternehmen von Microsoft.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon.

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und wurde am 31.03.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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