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Warum sind die Analysten auf einmal so bullish in Bezug auf Snap?

Bildquelle: Snap.

In den ersten drei Wochen nach dem Börsengang von Snap (WKN:A2DLMS) gab fast kein Analyst an der Wall Street eine Kaufempfehlung. Das Unternehmen leidet unter der großen Unsicherheit um die hohen Wachstumserwartungen der Investoren. Von den 19 Analystenmeinungen zu Snap gaben nur 3 eine Kaufempfehlung.

Das änderte sich diese Woche, als die Analysten, die hinter den Banken stehen, die sich um die IPO von Snap gekümmert hatten, ihre eigenen Ratings herausgaben. Diese Banken waren übermäßig positiv gestimmt. 9 von 10 Analysten gaben der Aktie eine Kaufempfehlung.

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Es gibt Regulierungen, wonach die Recherche- und die Investmentabteilungen von Banken separat bleiben müssen. Hier besteht aber ganz klar eine Konsistenz von Seiten der Firmen, die Snap an die Börse gebracht haben.

Bildquelle: Snap

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Was die Bullen sagen

Seit der Einreichung des Formulars S-1 war ich eher negativ im Bezug auf Snap eingestellt, aber im Folgenden möchte ich dir weitergeben, was die Analysten mit den Kaufempfehlungen zu sagen hatten.

Mark Mahaney von RBC Capital war der bullishste mit 31 US-Dollar Kursziel. “Wir glauben, dass Snap Schritte ergriffen hat, um eine stabile Produktinnovation in Zukunft sicherzustellen”, schrieb er. “Wir sehen auch, dass die tägliche aktive Nutzerbasis (158 Millionen oder 1/10 von Facebook) und die aktuell geringen Durchschnittsumsätze pro Nutzer 1,05 US-Dollar (oder 1/7 von Facebook) deutliche Wachstumsmöglichkeiten schaffen.”

Es gibt jede Menge Wachstumsmöglichkeiten bei den Durchschnittseinnahmen pro Nutzer, wenn die Zahlen von Facebook (WKN:A1JWVX) uns hier als Beispiel dienen können. Die Werbetreibenden gaben über 19 US-Dollar monatlich pro Facebook-Nutzer in den USA und Kanada allein im letzten Quartal aus. Diese Zahl steigt, wenn man die täglichen Nutzer im Vergleich zu den monatlichen Nutzern heranzieht. Im Vergleich dazu generierte Snap nur 2,15 US-Dollar pro täglich aktive Nutzer im letzten Quartal in Nordamerika.
Die Analysten von Jefferies deuten darauf hin, dass der Durchschnittsumsatz pro Nutzer der Hauptfaktor für das Umsatzwachstum in den nächsten Jahren sein wird. Die Analysten von Morgan Stanley legen nahe, dass durch eine Erhöhung des Werbepensums die Einnahmen erhöht werden könnten. Damit ist die Zahl der Anzeigen pro Stunde Nutzerengagement gemeint. Facebook und Instagram schalten deutlich mehr Werbung als Snapchat und das Engagement der Nutzer bleibt auf beiden Seiten sehr hoch.

Cowen und JP Morgan erwarten ein robustes Nutzerwachstum von Snapchat, da die aktuellen Nutzer älter werden und immer mehr Teenager Smartphones bekommen. JP Morgan erwartet 299 Millionen täglich aktive Nutzer bis zum Jahr 2020. Aktuell sind es 158 Millionen. Cowen erwartet 378 Millionen Nutzer bis 2022.

Eine Lektion für die Investoren

Die Analysten mit den Kaufempfehlungen haben wichtige Punkte angeführt und diese könnten sich auch als richtig herausstellen. Es ist aber wichtig für die Investoren, sich die Gedankengänge zu überlegen, die diese Meinungen beeinflusst haben könnten. Es ist nicht besonders klug, den Ast abzusägen, auf dem man sitzt. Daher werden die Analysten der Banken, denen Snap gerade Millionen an Gebühren bezahlt hat, wahrscheinlich eher bullisch eingestellt sein.

Ich muss zugeben, dass ich manchmal ähnlich handle. Ich bin vielleicht zu bullisch bei Aktien, die ich in meinem eigenen Portfolio habe. Das siehst du zum Beispiel auf meinem Profil auf myfool.com und wenn ich ein bestimmtes Unternehmen besitze, über dass ich schreibe, dann siehst du das auch unten in den Offenlegungen. Im Fall meiner eigenen Aktienpositionen hatte ich einen Grund, in diese Unternehmen zu investieren und bullisch zu sein, bevor ich sie besessen habe.

Im Fall der Analysten der zuständigen Banken ist es aber so, dass sie selbst keine Aktien besitzen. Aber sie sind trotzdem geneigt, bullische Empfehlungen zu geben. Das liegt vielleicht daran, dass sie zusammen mit den Leuten gearbeitet haben, die die Bücher für den Börsengang von Snap erstellt haben. Sie haben auch Monate positiv über das Unternehmen gesprochen. Es ist also leicht hier auf den Zug aufzuspringen, wenn ich jeder um einen herum glaubt, dass es sich um einen großartigen Börsengang handelt.

Bestätigungsfehler

Es ist ein Teil der menschlichen Natur, die Dinge in einer voreingenommen Art und Weise zu interpretieren, sodass sie eine bereits vorexistierende Meinung bestätigt. Das trifft besonders auf Dinge zu, die emotional aufgeladen sind und nur wenige Dinge sind so emotional aufgeladen wie das Geld. Dieses Phänomen bezeichnet man als Bestätigungsfehler. Dabei suchen wir also nach Bestätigungen, die unsere eigenen Meinungen unterstützen. Gleichzeitig ignorieren wir Beweise für das Gegenteil.

Das kennst du wahrscheinlich auch. Du liest wahrscheinlich lieber Artikel, die das bestätigen, was du schon glaubst anstatt sollche, die dem widersprechen. Aber wenn du Meinungen auf beiden Seiten liest und wirklich versuchst, die Argumente der Gegenseite zu verstehen, dann wirst du allgemein bessere Entscheidung treffen.

Ich habe ja so meine Vorurteile in Bezug auf das Nutzerwachstum bei Snap. Die Analysten bieten aber sehr gute Argumente, wie Snap seine aktuell bestehende Nutzerbasis monetarisieren könnte. Die meisten Analysten scheinen aber zu ignorieren, dass das Unternehmen extrem magere Gewinnmargen hat. Sie konzentrieren sich lieber auf die Möglichkeiten, den Umsatz zu erhöhen.

Daher sollte man alle diese Meinungen nicht allzu ernst nehmen. Auch meine eigene nicht.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Facebook.

Dieser Artikel von Adam Levy erschien am 31.3.2017 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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