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Warum ist Russland nicht in der OPEC?

Foto: Pixabay, designerpoint

OPEC, die Organisation Ölexportierender Länder, hat eine große Lücke in ihrer Mitgliederliste. Obwohl sechs der zehn größten Ölproduzenten Mitglied der OPEC sind, ist die Nummer 1 nicht dabei.

Warum? Weil die Interessen der OPEC und Russlands nicht übereinstimmen. Und das werden sie wahrscheinlich auch nie.

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Nicht bei der Gründung dabei

Um zu verstehen, warum Russland nicht Teil der OPEC ist, musst du verstehen, was die OPEC ist und wie sie entstand. Die OPEC wurde 15 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Die Mitglieder waren Iran, Irak, Kuwait und Saudi Arabien. Das sind alles Länder, die damals noch nicht lange unabhängig waren. Zu dem Ölkartell kam noch Venezuela hinzu. Die Länder gründeten 1960 eine Organisation, um im Sinne ihrer Entwicklung die dauerhafte Souveränität über ihre nationalen Ressourcen zu bewahren.

Gleichzeitig wollten sich ihre Mitglieder von dem Einfluss der Industrieländer zu befreien. Und Russland war damals in Form der Sowjetunion ein Industrieland. Die OPEC lud alle Länder ein, die einen deutlichen Nettoexport an Rohöl hatten und ähnliche Interessen verfolgten wie die Gründungsländer. Russland exportierte zwar nennenswerte Mengen Öl, allerdings waren seine Interessen nicht grundlegend gleich mit den Gründungsmitgliedern der OPEC.

Dies erklärt, warum Russland 1960 der OPEC bei ihrer Gründung nicht beigetreten ist. Aber warum ist Russland immer noch kein Mitglied der OPEC?

Russland ist ein Ölland. Aber es will nicht in den Club der Ölländer. Foto: Getty Images.

Russland ist ein Ölland. Aber es will nicht in den Club der Ölländer. Foto: Getty Images.

Darf ich bitten?

Obwohl Russland anfänglich nicht eingeladen wurde, Mitglied zu werden, hat die OPEC seitdem mehrfach Russland gefragt. 2013 hat Saudi Arabien Russland gedrängt, der OPEC beizutreten. Russland lehnte jedoch ab. Und nur ein paar Monate später stürzte der Ölpreis ab.

In der Hoffnung das Ölpreisdrama zu beenden, hat die OPEC Russland 2015 erneut eingeladen, wie aus Berichten der TASS hervorgeht. TASS zitierte Rosnefts CEO Igor Sechin: „Die russische Regierung… möchte einen Beobachterstatus in der OPEC, will aber kein vollständiges Mitglied werden.“

Sechin erklärte, dass Russlands Ölbranche größtenteils privatisiert ist. Dies unterscheidet es von den anderen OPEC-Mitgliedsstaaten. Zumindest formal stehen die Ölunternehmen nicht unter der vollständigen Kontrolle der russischen Regierung. Daher kann sie die Ölproduktion nicht nach Belieben hoch oder runterfahren, wie es bei einem OPEC-Treffen beschlossen werden könnte.

Dies könnte allerdings ein fadenscheiniges Argument sein, wenn man bedenkt, dass Russland den größten Anteil an Rosneft besitzt und auch sonst keine Gewissensbisse hatte, andere private Ölanlagen zu erwerben und zu neu aufzuteilen. 2004 wurde das Ölunternehmen Yukos verkauft, um angebliche Steuerschulden zu begleichen. Letzten Endes landete es in den Händen von Rosneft.

“Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher als andere”

Ein wahrscheinlicherer Grund, warum Russland kein offizielles Mitglied der OPEC werden möchte, ist, dass es seine nationale Sicherheit nicht in die Hände Anderer legen will. Steuern und Einnahmen aus Ölexporten machen 50 % der Budgeteinnahmen des Landes aus. Damit ist Öl eine strategische Ressource für Russland und äußerst wichtig für die Finanzierung des Militärs.

Es ist unwahrscheinlich, dass ein so mächtiges Land wie Russland freiwillig sein Recht an die OPEC abgibt, zu bestimmen, wie viel Öl es produzieren darf. Das Schicksal der russischen Armee kann von solchen Entscheidungen abhängen.

Allerdings stimmt Russland seine Ölpolitik mit der OPEC ab, wenn es seinen Interessen dient.

Im Oktober wurde Russland eingeladen, an einem Treffen der OPEC in Wien teilzunehmen. Dabei sollte darüber diskutiert werden, wie der Ölpreis gestützt werden könnte. Dies ist sowohl im Interesse der OPEC als auch Russlands. Im Dezember gipfelten die Verhandlungen in einer gemeinsamen Entscheidung von OPEC, Russland und anderen Nicht-OPEC-Staaten, die Ölförderung ab Januar um 1,8 Millionen Barrel pro Tag zu senken.

Die OPEC schulterte 1,2 Millionen Barrel pro Tag, Russland 0,3 Millionen und die anderen Nicht-OPEC-Staaten weitere 0,3 Millionen. Das war das erste Mal seit 2001, dass Russland einem solchen Plan zugestimmt hat. Ob er erfolgreich ist, wird sich zeigen.

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Dieser Artikel wurde von Rich Smith auf Englisch verfasst und am 29.03.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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