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Wird BASF zum heimlichen Profiteur konkurrierender Fusionen?

Die Chemiebranche wird momentan von zwei großen Fusionen maßgeblich durchgerüttelt. Sowohl Monsanto (WKN: 578919) und Bayer (WKN: BAY001) als auch Dow Chemical (WKN: 850917) und DuPont (WKN: 852046) haben kürzlich von wichtigen Stellen grünes Licht bekommen und dürfen im Weiteren einheitlicher planen.

Das hat natürlich auch Auswirkungen auf das deutsche Chemieunternehmen BASF (WKN: BASF11). Im Dunstkreis dieser Fusionen liest man hier und da immer mal wieder, dass BASFs Position als Weltmarktführer durch diese bedroht wird. Tendenziell also gravierende, die Marktposition angreifende Folgen für BASF.

Dennoch werden in letzter Zeit auch Stimmen lauter, die BASF als heimlichen Hauptprofiteur der beiden Fusionen herausstellen. Betrachten wir im Weiteren, was gerade an dieser Sichtweise letztlich dran ist.

Was könnte beim Bayer-Monsanto-Deal für BASF abfallen?

Wie jüngst im Zusammenhang mit der Bayer-Monsanto-Fusion bekannt geworden ist, planen beide Unternehmen Firmenanteile im Wert von rund 2,5 Milliarden Euro zu veräußern. Der Grund? Vermutlich, um den Wettbewerbsbehörden einen möglichen Gegenwind aus den Segeln zu nehmen und so den Deal in noch trockeneren Tüchern wiegen zu können.

Als potenzieller Interessent für diese 1,6 Milliarden US-Dollar umsatzstarken Saatgutanteile wird BASF als heißer Kandidat gehandelt. Es gibt zwar noch weitere kaufwillige Kreise, allerdings trauen fachkundige Marktbeobachter diesen wenig Erfolgsaussichten zu, da gemutmaßt wird, dass man sich seitens der Veräußerer wohl größere Planungssicherheit bei BASF als Abnehmer ausrechnet.

Und genau hier liegt der Casus Knacktus. Angesichts der selbst auferlegten Zeitnot, die Bayer und Monsanto haben, um ihre Fusion unter Dach und Fach zu bringen (Ende des Jahres ist hier die ambitionierte Zielrichtung), dürfte die Wahrscheinlichkeit wirklich sehr hoch sein, dass der Zuschlag an BASF geht. Durch diesen Zeitmangel könnte sich für die Ludwigshafener eine gute Verhandlungsposition ergeben, bei der Möglichkeit, die eigene Produktpalette mithilfe von Konkurrenzprodukten zu erweitern und das unter Umständen zu einem ziemlich fairen Preis. Zumindest, wenn kein anderer, ernstzunehmender, großer Konkurrent noch dazwischen grätscht.

Und bei Dow Chemical-DuPont?

Auch der Dow Chemical-Dupont Deal nähert sich langsam aber sicher seinem Abschluss. Nachdem nun auch die EU-Komission ihr Einverständnis ausgesprochen hat, ist ein weiterer Stolperstein aus dem Weg geräumt.

Da dieses Einverständnis allerdings mit Auflagen versehen wurde, ergeben sich auch hier vielversprechende Chancen für unseren DAX-Chemieriesen. Denn letztlich wurde DuPont im Zuge dessen auferlegt, gravierende Teile seines Pflanzenschutzgeschäfts abzutreten. BASF ist mit einem 2015er Umsatz von 5,8 Milliarden Euro im Bereich der BASF Crop Protection zwar schon ziemlich gut vertreten, dieses Paket könnte jedoch für einige Teilbereiche beziehungsweise weitere Regionen eine sinnvolle Ergänzung darstellen.

Auch bei diesem Deal dürfte für Dow Chemical und DuPont natürlich die zeitliche Komponente eine tendenziell wichtige Rolle spielen. Es könnte sich also auch hier für BASF die Möglichkeit ergeben, eine sinnvolle Portfolioerweiterung zu einem alles andere als überteuerten Preis zu erwerben. Die Ludwigshafener müssten es bei Verhandlungen schließlich nicht allzu eilig halten.

Beide Deals könnten interessante Aspekte für BASF bereithalten

Auch wenn beide Möglichkeiten zur Erweiterung noch Eventualitäten darstellen, könnten die Fusionspläne auch Reizvolles für den DAX-Chemieriesen beinhalten. Gerade durch seine Größe könnte BASF ein interessanter Abnehmer für die möglicherweise überhastet veräußerten Anteile sein – beide Fusionen ziehen sich schließlich schon etwas hin, beziehungsweise sollen nach den Vorstellungen der Fusionswütigen im weiteren Verlauf zügig angegangen werden.

Daher könnte es sein, dass BASF sinnvolle Segment- und Markterweiterungen für seinen Agrarbereich erwirbt und dafür nicht einmal allzu tief in die Tasche greifen muss. Durch diese Eventualität entsteht somit prinzipiell die Möglichkeit, dass BASF sogar zu einem heimlichen, signifikanten Profiteur der beiden Fusionen wird. Warten wir also ab, wie sich das ganze noch entwickelt.

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