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Teslas neuestes Problem: Eine Überversorgung auf dem Batteriemarkt

Model S mit Autopilot. Foto: Tesla Motors.

Als Tesla (WKN:A1CX3T) mit dem Bau der Gigafactory in Nevada für 5 Milliarden US-Dollar begann, dachten viele Beobachter, dass es eine mutige aber auch weise Entscheidung wäre. Im schlimmsten Falls würde sich die Nachfrage für Elektroautos und Energiespeicherprodukte nicht wie erwartet entwickeln. In diesem Fall könnte das Unternehmen die Batterien ja noch an die Smartphone-Hersteller verkaufen.

Das Model 3 nähert sich seinem Veröffentlichungsdatum und die Gigafactory produziert immer mehr Fahrzeuge, um die Kapazität von 500.000 Fahrzeugen zu erreichen, die Tesla im nächsten Jahr ausliefern möchte. Gleichzeitig ist der Erfolg von Tesla im Bereich Elektroautos und das Wachstum bei den Energiespeichersystemen nicht spurlos an den Wettbewerbern vorbei gegangen. Unternehmen auf der ganzen Welt bauen jetzt Energiespeicher, um die Bedürfnisse der Autobauer und der Entwickler von Energiespeicherprodukten zu stillen. Steigende Kapazität führt zu einer Überkapazität, was wiederum zu geringeren Batteriepreisen führt. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, dann wird sich Tesla damit zufriedengeben müssen, dass  die Batterien immer weiter an Wert verlieren, die aus der Gigafactory kommen. Das könnte langfristig zu einem Problem werden.

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Bildquelle: Tesla

Bildquelle: Tesla

Wie die Überversorgung in der Batterieindustrie begann

Als Tesla mit dem Bau der Gigafactory begann, sollte damit die Batterieproduktion der Welt verdoppelt werden. Und wenn Elon Musk 500.000 Elektroautos pro Jahr herstellen möchte, dann muss er auch die Batterien dafür herstellen.

Aber seither haben jede Menge Wettbewerber damit begonnen, selbst Batterien herzustellen.  BYD, AESC (ein Tochterunternehmen von Nissan und NEC), LG Chem, Samsung und andere asiatische Lieferanten bauen jetzt ihre eigenen Batterien, um sich Marktanteile zu sichern. Bisher ist Dame darüber noch nicht sehr viel bekannt, es häufen sich aber die Anzeichen, dass es mehr als genug Nachschub für alle geben wird. Die Quellen, mit denen ich gesprochen habe, sagen, dass der Nachschub die geringste aller Sorgen sein sollte. Die Preise auf dem offenen Markt liegen jetzt schon bei unter 300 US-Dollar pro kWh und sie fallen immer weiter. Die Kosten sollten sogar noch weiter fallen, wenn immer mehr von dieser Überversorgung auf den Markt kommt. Die Hersteller werden wahrscheinlich mit sehr geringen Margen verkaufen müssen, nur um Marktanteile zu bekommen. Ein Anzeichen, dass Batterien kein besonders attraktives Geschäft sind, ist, dass Nissan sich dazu entschieden hat, seinen Anteil an AESC zu verkaufen. Das Unternehmen findet also, dass es eine bessere Idee ist, die Batterien auf dem offenen Markt zu kaufen. Durch seine Partnerschaft mit Panasonic und den Ausbau der Gigafactory bewegt sich Tesla in die entgegengesetzte Richtung.

Tesla Powerpacks in Kalifornien. Bildquelle: Autor

Wenn wir uns einmal die Nachfrage ansehen, dann sind die Elektroautos bei den Kunden so beliebt wie das vorher gesagt wurde. Im Jahr 2008 wollte Präsident Obama eine Million Elektroautos bis zum Jahr 2015 auf den Straßen haben. Dieses Niveau wird wahrscheinlich nicht vor dem Jahr 2020 erreicht werden. Tesla selbst hat trotz all des großen Erfolges immer wieder seine eigenen Produktions- und Umsatzziele verpasst. Dieser Trend könnte sich aber ändern, da die Unternehmen in neue Batteriemodule investieren. Immerhin steigt die Nachfrage für Elektroautos und Energiespeicherprodukte. Eine Kombination aus einem langsamer als erwarteten Wachstum bei den Elektroautos und einem Boom bei der Batterieproduktion wird dazu führen, dass es auf absehbare Zeit zu viele Batterien im Markt geben wird.

Das ist ähnlich wie bei der Solarenergie

Es besteht keine Frage, dass der Bereich Elektroautos immer weiter wächst. Dasselbe trifft auf den Bereich Energiespeicher zu, daher gibt es schon mal gute Nachrichten. Aber wie schnell die Kapazität und die Nachfrage steigen wird, kann uns viel darüber sagen, wie es den Unternehmen finanziell geht. Wenn es zu wenig Angebot im Markt gibt, dann braucht man die Batterien, um den Kunden etwas zu verkaufen. Aber wenn es zu viele im Markt gibt, dann müssen die Hersteller die Batterien zu geringen Preisen auf den Markt werfen. Wenn man dann die Batterien auf dem offenen Markt kauft, dann kann das Milliarden sparen.

Dasselbe haben wir in der Solarindustrie vor zehn Jahren gesehen. Im gewissen Sinne sieht man das sogar heute noch. Jeder freut sich über das Wachstum der Solarindustrie, daher bauen die Lieferanten ihre Kapazitäten so schnell wie möglich aus. Aber die Nachfrage wächst nicht so schnell wie das Angebot und daher wird der Markt überversorgt. Die Preise für Solarpanele fallen und damit wird das Produkt weniger wertvoll. Die Technologie verbessert sich und die Kostenstruktur wird besser und dann beginnt das Spiel von vorne.
5 bis 10 Jahre nach der Fertigstellung von Solarkraftwerken waren viele davon schon wieder

bsolet. Man sieht diese finanzielle Zerstörung bei den früheren Marktführern Suntech Power und Q-Cells, die letztendlich daran bankrottgegangen sind. Einen ähnlichen Fall hatten wir auch bei Yingli Green Energy. Die Solarunternehmen, denen es weiterhin gut ging, waren keine Hersteller. Es waren Unternehmen, die die Solarpanele von den Herstellern kauften und damit von den fallenden Preisen profitieren konnten.

Die Batterieversorgung scheint nicht das Problem zu sein

Als Tesla sich dazu entschied, die Gigafactory zu bauen, tat das Unternehmen das, um sicherzustellen, damit genug Batterien für die Wachstumspläne in den Bereichen Elektroautos und Energiespeicher zur Verfügung stünden. Heute scheint es aber so zu sein, also wären mehr als genug Batterien auf dem Markt. Die Wettbewerber können Sie einfach zu Kosten kaufen, die ähnlich tief wie bei Tesla sind. Zusätzlich müssen Sie sich nicht damit auseinandersetzen, eine Batteriefabrik zu betreiben. Einige davon kaufen die Batterien sogar direkt vom Tesla, was zu einer Bruttomarge in diesem Bereich im niedrigen einstelligen Bereich geführt hat.

Tesla muss also Batterien unter den Kosten der Wettbewerber herstellen. Sonst besteht das Risiko eines Wettbewerbsnachteils. Aufgrund der Ähnlichkeiten zwischen dem Batteriemarkt heute und der Solarindustrie vor zehn Jahren und der Tatsache, dass eine massive Herstellungskapazität das sicherste Anzeichen von zukünftigen finanziellen Problemen ist, sollten die Investoren genau aufpassen, wie Tesla sich hier weiter verhält. Die Kapazität weiter auszubauen kann einem wie eine gute Idee erscheinen, das ist sie aber nicht, wenn man damit zur Geisel einer älteren Technologie wird und die Wettbewerber die bessere Technologie für weniger Geld kaufen können.

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Motley Fool besitzt und empfiehlt Tesla.

Dieser Artikel wurde von Travis Hoium auf Englisch verfasst und wurde am 23.07.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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