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Netflix wird den Streaming-Markt in China niemals dominieren, und hier sind die Gründe

Bildquelle: Netflix.

Als Netflix (WKN:552484) Anfang 2016 verkündete, nun in großen Teilen der Welt verfügbar zu sein, war China eines von mehreren Ländern, das komischerweise nicht auf dieser Liste stand. Den Dienst im bevölkerungsreichsten Land anzubieten, war bereits seit langem eine Ambition des Unternehmens. Im Brief an die Aktionäre aus dem Oktober 2016 legt das Unternehmen seinen Expansionsansatz für China wie folgt dar:

Die chinesischen Regulierungen für ausländische digitale Content-Dienste sind eine Herausforderung. Wir planen jetzt, unsere Inhalte an bestehende Online-Dienstleister in China zu lizenzieren anstatt dort unseren eigenen Dienst kurzfristig einzuführen. Wir erwarten, dass die Einnahmen aus diesen Lizenzen moderat ausfallen werden, hegen langfristig aber immer noch den Wunsch, dem chinesischen Volk unseren Service direkt zu liefern und hoffen, irgendwann unseren Dienst in China anbieten zu können.

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Hat Netflix China den Rücken zugekehrt? Ist das denn wichtig?

Die Regierung

Was waren denn nun die Probleme mit den Regulierungen in China? Du denkst dir jetzt vielleicht, dass es die Zensur war, aber die Antwort ist deutlich komplizierter. Die chinesischen Regulierungsbehörden haben nämlich Regeln eingeführt, die Netflix stark dabei einschränken, wie das Unternehmen dort seinen Geschäften nachgehen könnte.

Zum Beispiel fordern die Regulierungsbehörden, dass Daten von Tech-Unternehmen auf Servern in China gespeichert werden. Darüber hinaus erlaubt es die Regierung ausländischen Online-Streaming-Diensten, nur 30 % nicht-chinesischen Content anzubieten. Die Regierung fordert auch, dass sich ausländische Businesspartner mit einem chinesischen Unternehmen zusammen tun. Zusätzlich diktierte die Regierung, dass der ganze Content einer Regierungsagentur zur vorherigen Inaugenscheinnahme vorgelegt werden sollte. Diese Regulierungen waren ein Grund, warum sich Netflix gegen China entschieden hat. Das Wall Street Journal meldete vor Kurzem, dass China sogar neue, erweiternde Regeln ausgegeben habe.

Das ist nichts Neues

Diese Situation kennen wir schon. Die iBooks-Stores von Apple und iTunes Movies wurden von dem staatlichen Büro für Presse, Publikationen, Radio, Film und Fernsehen Anfang 2016 geschlossen, und zwar nur sechs Monate nach der Eröffnung. Die chinesische Regierung war dabei im großen Stile gegen ausländische Online-Dienste vorgegangen. Gleichzeitig war China hinter den Vereinigten Staaten der zweitgrößte Markt von Apple. DisneyLive, der Streaming-Dienst von Disney, musste sich nur fünf Monate nach seinem Debüt einem ähnlichen Schicksal beugen, und das, obwohl man eine Partnerschaft mit einem chinesischen Unternehmen eingegangen war.

Netflix ist nicht das einzige amerikanische Unternehmen, das in China vor großen Hürden steht. Bildquelle: Netflix.

Netflix ist nicht das einzige amerikanische Unternehmen, das in China vor großen Hürden steht. Bildquelle: Netflix.

Konkurrenz aus dem Inland

Netflix hat also seine Probleme damit, sich durch die Zensur und die Regulierungen in China zu manövrieren. Zusätzlich gibt es da noch die inländischen Anbieter, die natürlich auch ein Stück vom Streaming-Kuchen haben wollen. Der chinesische Such-Riese Baidu (WKN:A0F5DE) betreibt die Plattform iQiyi, die gleichzeitig der führende Streaming-Dienst in China ist. Im letzten Quartal gab das Unternehmen etwa 370 Millionen US-Dollar bzw. 14 % der Gesamtumsätze für neuen Content aus. Der Dienst hat schon jetzt 480 Millionen monatlich aktive Nutzer, obwohl davon nur 20 Millionen zahlende Kunden sind. Der Rest der Plattform wird wie Hulu über Werbeeinnahmen finanziert. Mitte 2015 begann Baidu für die Neuveröffentlichungen Geld zu verlangen. Die Zahl der Abonnenten vervierfachte sich im folgenden Jahr. Seither hat das Unternehmen jede Menge in exklusiven und eigenen Content investiert.

Netflix hat ja noch den Rest der Welt

Netflix hat vielleicht nichts von den 1,3 Milliarden potenziellen Zuschauern in China, das Unternehmen macht aber das Beste aus dem Rest der Welt. Der Analyst John Janedis von Jefferies befragte vor Kurzem Kunden in Deutschland und Indien, und fand heraus, dass sie Netflix und den Konkurrenten Amazon (WKN:906866) gegenüber lokalen Videostreaming-Diensten bevorzugen würden. Eine weitere wichtige Erkenntnis war, dass viele Kunden beider Märkte sowohl Netflix als auch Amazon Prime abonniert hatten. Wer sagt, dass die Kunden nicht beides nehmen?

Netflix wird vielleicht niemals den chinesischen Streaming-Markt dominieren, doch die Investoren profitieren trotzdem. Der Dienst nähert sich der Marke von 100 Millionen Mitgliedern weltweit, die in den letzten zehn Jahren seit 2007 gewonnen werden konnten. Darüber hinaus ist der Dienst jetzt in 190 Ländern verfügbar. Im letzten Quartal stiegen die globalen Streaming-Umsätze verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 41 % auf 2,4 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen konnte 7 Millionen neue Mitglieder gewinnen. Netflix scheint es auch ohne China ziemlich gut zu gehen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Amazon, Apple, Baidu, Netflix und Disney. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2018 $90 Calls auf Apple, Short Januar 2018 $95 Calls auf Apple.

Dieser Artikel wurde von Danny Vena auf Englisch verfasst und am 24.3.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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