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Der CEO von Johnson & Johnson glaubt, dass Trump die Sache mit den Medikamentenpreisen nicht verstanden hat

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Johnson & Johnson (WKN:853260) ist eines der konstantesten Unternehmen, die man sich als Investor wünschen kann. Das Unternehmen verfügt über mehr als 250 Tochtergesellschaften und drei primäre Segmente — Konsumgüter, medizinische Geräte und Medikamente. Diese drei Sparten bilden ein perfektes Ganzes für J&J, was es dem Unternehmen auch ermöglicht hat, seine Dividende in 54 aufeinanderfolgenden Jahren zu erhöhen.

Eine Sache, die aber oft übersehen wird, ist, dass das Unternehmen auch ein sehr gutes Management hat. Es gab nur wenige Veränderungen in der Chefetage von Johnson & Johnson. Immerhin gab es in den letzten 121 Jahren nur 9 CEOs. Das bedeutet, dass die Wachstumsstrategie und die Vision des Unternehmens langfristig durchgezogen wird. Der aktuelle CEO Alex Gorsky hat bisher sehr gute Arbeit geleistet, seit er am 26. April 2012 das Ruder übernommen hat. In der Zwischenzeit hat sich der Aktienkurs um 91 % erhöht.

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DER CEO VON JOHNSON & JOHNSON ALEX GORSKY. BILDQUELLE: JOHNSON & JOHNSON

DER CEO VON JOHNSON & JOHNSON ALEX GORSKY. BILDQUELLE: JOHNSON & JOHNSON

Gorsky ist ein Verfechter der Transparenz. Seine Präsentation beim “Super Bowl” der Gesundheitskonferenzen, der J.P. Morgan Healthcare Conference im Januar hat die ganze Sache noch einmal um eine Dimension erweitert. Gorsky und sein Team haben vor Kurzem Information zu der Preispolitik bei Medikamenten veröffentlicht. 2016 hat das Unternehmen nämlich die Medikamentenpreise um 3,5 % netto erhöht. Dabei sind Preisnachlässe, die an  Krankenversicherungen und Kunden weitergegeben wurden schon mit einberechnet. Diese Transparenz ist einer der Gründe, die oft übersehen werden, warum J & J so erfolgreich ist.

Der CEO von J&J ist ein Kritiker von Trumps Gesundheitspolitik

Aber diese Transparenz ist keine Einbahnstraße. Gorsky hat nämlich keine Angst, die Regulierungsbehörden zu kritisieren, wenn er ein Problem sieht. Letzte Woche sprach er mit CNBC auf dem China Development Forum in Peking. Dabei zeigte er sich sehr kritisch in Bezug auf die neuen Gesundheitsgesetze, die in Washington gerade ausgearbeitet werden.

“Ob man jetzt das neue oder das alte Gesetz nimmt, wir werden in jedem Fall Änderungen vornehmen müssen”, sagte Gorsky. Er fügte hinzu: “ Die Herausforderungen, um die wir uns weiterhin kümmern müssen, bestehen darin sicherzustellen, weiterhin wichtige Verbesserungen in Bezug auf Qualität, Leistbarkeit und der Nachhaltigkeit vorzunehmen.”

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Diese Sorge könnte von einem Vorschlag herrühren, dass Medicaid groß reformiert werden soll. Dieses Programm soll eine Gesundheitsversicherung für Menschen mit niedrigem Einkommen und Familien bereitstellen. Der neue Gesetzesentwurf würde die Expansion von Medicaid beenden, die bisher 31 Staaten ausgenutzt haben. Die freiwerdenden Mittel sollen dann an die Staaten basierend auf die Einwohnerzahl verteilt werden. Das erwartete Ergebnis ist, dass Millionen von Amerikanern mit niedrigem Einkommen ihren Zugang zu medizinischer Versorgung wieder verlieren würden.

Das war aber nicht das Ende der Kritik von Gorsky. Er deutete auch an, dass Präsident Trump vielleicht nicht verstanden habe, worum es bei einer Reform der Arzneimittelpreise gehe.

“Die Gesundheitsleistungen oder pharmazeutischen Produkte stellen nur 10 bis 15 % der Gesamtausgaben im Gesundheitssektor dar”, sagte er. Er fügte hinzu, dass es sich um ein deutlich größeres Problem handle. Präsident Trump möchte die Medikamentenpreise durch ein neues Gesetz reformieren. Dabei ist ein Ausschreibungsprozess für Medikamente angedacht, um deren Preise zu senken. Gorsky scheint darauf abzuzielen, dass so viele Leute wie möglich Versicherungsschutz genießen sollten und dass die Regierung sich darauf konzentrieren sollte anstatt auf eine Arzneimittelpreis-Reform.

Warum die Sache nach hinten losgehen könnte

Für einige Verbraucher und Investoren mag Gorsky vielleicht gierig erscheinen. Seien wir mal ehrlich, mehrere Pharmaunternehmen haben in letzter Zeit öffentlich keine besonders gute Figur abgegeben.

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Nehmen wir nur Valeant Pharmaceuticals (WKN:A1C6JH). Das Unternehmen bekam im Februar 2015 Probleme, nachdem man die Herz-Kreislauf-Medikamente Nitropress und Isoprel von Marathon Pharmaceuticals gekauft hatte. Fast unmittelbar nach der Übernahme erhöhte Valeant die Preise beider Medikamente um 525 und 212 %, obwohl an den Medikamenten keine Veränderungen vorgenommen worden waren. Der ehemalige CEO J. Michael Pearson gab diese Fehler bei der Preisbildung im letzten Jahr vor einer Senatskommission zu.

Ein ähnlicher Fauxpas beim Preis ergab sich auch bei dem bereits erwähnten Unternehmen Marathon Pharmaceuticals wie auch bei Mylan mit dem EpiPen.

Gorsky könnte aber recht haben, dass die Medikamentenhersteller eine vernünftige Preissetzungsmacht brauchen, um ihre Expansion in Schwellenmärkte und die Forschung finanzieren zu können. Durch einen Ausschreibungsprozess oder eine bedeutende Verringerung der Medikamentenpreise, würde dem ein Riegel vorgeschoben, was sich negativ auf die Regierung Trump auswirken könnte.

Wenn die Entwickler von Medikamenten wie Johnson & Johnson einen Preis für ein Medikament festsetzen, dann tun sie das in der Erwartung, dass sie die Entwicklungskosten damit wieder hereinbekommen. Ein Medikamentenhersteller versucht natürlich nicht nur seine Kosten für ein einzelnes Medikament zu decken. Das Unternehmen versucht die Kosten von dutzenden, hunderten oder vielleicht sogar tausenden von klinischen Studien und Entwicklungskosten herein zu bekommen, die es nicht in die Regale der Apotheken geschafft haben. Wenn man die Medikamentenpreise senken würde, dann würde das die Innovation behindern, besonders wenn es um seltene Krankheiten geht.

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Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Medikamentenhersteller in Schwellenländern nicht arbeiten könnten. Es ist kein Geheimnis, dass die großen Margen, die in den USA verdient werden, oft unprofitable Medikamente in unterentwickelten Regionen und Schwellenländern subventionieren. Wenn diese Margen deutlich schrumpfen würden, dann könnten die Medikamentenhersteller potentiell lebensrettende Medikamente in diesen Märkten nicht mehr anbieten.

In anderen Worten, es gibt jede Menge Vorteile, die die Medikamentenhersteller genießen, die in einem anderen Preisumfeld zu großen Problemen führen könnten. Die Republikaner sind normalerweise für die freie Marktwirtschaft. Das bedeutet, dass eine Intervention der Bundesregierung etwas ist, was sie vielleicht nicht unterstützen werden.

Trump scheint gewillt zu sein, diese Reform voranzubringen, wir sollten aber nicht überrascht sein, wenn die Industrie oder seine eigene Partei sich gegen ihn stellen werden.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Johnson & Johnson und Valeant Pharmaceuticals. Motley Fool empfiehlt Mylan.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams  auf Englisch verfasst und wurde am 24.03.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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