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Ubers zweitmächtigster Mann hört auf: Börsengang futsch?

Autsch! Quelle: Pixabay Typographyimages

Am Sonntag hat Uber Technologies verlauten lassen, dass der President des Unternehmens, Jeff Jones, den Betrieb verlassen wird.

Jones wurde erst sechs Monate zuvor eingestellt und war hinter CEO Travis Kalanick der mächtigste Mann im Unternehmen. Die Entscheidung, Uber zu verlassen, kam, nachdem in den vergangenen Wochen zwei weitere hochrangige Manager dem Unternehmen den Rücken gekehrt hatten. Darüber hinaus traten eine ganze Reihe Skandale und Herausforderungen ans Licht, die Zweifel zutage fördern, wann – und ob überhaupt – beim wertvollsten Privatunternehmen des Silicon Valley was mit dem Börsengang wird.

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Zwei Erklärungen für Jones’ Entscheidung

Warum Jones geht, hängt davon ab, wen man fragt.

Wenn man Uber bzw. Kalanick Glauben schenkt, dann ist der Grund der, dass Uber sich dazu entschieden hat, einen sehr starken COO zu suchen, der Kalanick beim Tagesgeschäft unterstützt. So stand es am Samstag in einem Memo an die Belegschaft von Uber, dass Jones nach gründlicher Überlegung seine Zukunft nicht bei Uber sehen würde.

Fragt man aber Jones, dann ist es nicht ganz so einfach. In einem Statement gegenüber dem Online-Portal Recode sagte er: „Es ist klar, dass die Philosophie im Bereich Leadership, die ich bislang in meinem Berufsleben angewandt hatte, nicht mit dem zusammenging, was ich bei Uber erlebt und gesehen habe. Deswegen kann ich nicht länger der Vorsitzende des Unternehmens sein.“

Wieso jetzt?

Nun, Ubers Suche nach einem mächtigen COO war die Antwort auf ein peinliches Video, das Kalanick im Streit mit einem Uber-Fahrer zeigte. Gegenstand des Streits waren die gesunkenen Fahrpreise, die in die Einnahmen des Fahrers schnitten. Außerdem gab es noch die ernsten und sehr glaubwürdigen Anschuldigungen einer ehemaligen Mitarbeiterin, worin sie sich über eine ganze Reihe an sexueller Diskriminierung beschwerte.

Uber hat daraufhin zwei externe Kanzleien eingeschaltet, die die Anschuldigungen der ehemaligen Mitarbeiterin untersuchen sollen. Eine soll ihre Behauptungen speziell untersuchen, die andere soll eine eher breit aufgestellte Untersuchung der Atmosphäre am Arbeitsplatz vornehmen.

Vielleicht hängt damit die Entscheidung der beiden anderen Manager zusammen, das Unternehmen zu verlassen:

  • Ubers Senior Vice President of Engineering, Amit Singhai, verließ das Unternehmen, nachdem Recode berichtet hatte, er hätte zuvor einen ähnlichen Posten bei Google räumen müssen, weil es die begründete Annahme sexueller Belästigung von seiner Seite gegeben hätte.
  • Ubers Vice President of Product and Growth, Ed Baker, verließ das Unternehmen, nachdem er dabei beobachtet wurde, wie er bei einer Firmenfeier eine Kollegin geküsst hat.

Aber das ist nicht alles. Laut einem Bericht der New York Times von Anfang des Monats hat Uber eine Software namens Greyball in Märkten eingesetzt, wo bislang noch strenge Regularien die Plattform arg eingegrenzt oder gar ganz verboten haben.

Schlimmer aber noch, dass Waymo, die Sparte von Alphabet, die sich mit autonomem Fahren beschäftigt, Uber verklagt hat. Grund ist, dass Alphabet behauptet, der ehemalige Kopf des Programms Anthony Levandowsky habe bei seinem Abgang Anfang 2016 geheimes Material mitgenommen, um sein eigenes Startup Otto zu gründen, das wiederum im letzten Sommer von Uber gekauft wurde. Waymo will, dass Uber sein Programm zum autonomen Fahren einstellt. (Uber hat daraufhin die Anschuldigungen von Waymo als „grundlos“ zurückgewiesen, aber noch nicht detailliert darauf reagiert.)

Kurz: Ubers Wachstum könnte stark gefährdet sein.

Ein weiteres Anzeichen für Schwierigkeiten

Insgesamt wird aus den jüngsten Berichten deutlich, dass es sich bei Uber um ein Unternehmen handelt, wo sexuelle Belästigung toleriert wurde, Gesetze als störend empfunden werden und Tech-Errungenschaften vielleicht schlicht geklaut sind.

Das ist natürlich alles sehr schlecht. Es gibt noch einen weiteren, nicht sofort ersichtlichen Grund: Wie alle anderen Tech-Unternehmen auch konkurriert Uber um die besten Leute. Solche Geschichten schrecken Menschen ab.

Jones, der erst sechs Monate zuvor von Target gekommen war, hat wohl entschieden, dass es ihm reicht. Aber sein Weggang wirft die Frage auf, wie hoch wohl die Bewertung gehen wird, wenn das Unternehmen demnächst Geld ranschaffen muss bzw. sobald es sich dazu entscheidet, an die Börse zu gehen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet. Dieser Artikel von John Rosevear erschien am 20.3.2017 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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