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Wann erhöht Beiersdorf endlich wieder seine Dividende?

Foto: Julia Roegner

Umsatz- und Ergebnisrekorde, das Bankkonto platzt aus allen Nähten, keine konkreten Übernahmekandidaten in Sicht, Aktienrückkäufe bleiben ebenfalls aus – Beiersdorf (WKN:520000) schwimmt förmlich im Geld, erhöht aber wieder einmal nicht die Dividende.

Für dividendenorientierte Aktionäre von Beiersdorf ist es wahrscheinlich zum Haare raufen. Die Aktionäre sehen mit der angepeilten Dividende von 0,70 Euro pro Aktie auch 2017 nur einen kleinen Teil des Rekordgewinns – nämlich gerade einmal 22 % von einem Gewinn pro Aktie in Höhe von 3,13 Euro.

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Beiersdorf hat 3.800 Millionen Euro auf der hohen Kante

Durch das operative Geschäft flossen im Jahr 2016 ganze 942 Millionen Euro in die Kassen von Beiersdorf. Davon wurden 162 Millionen Euro in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen investiert. Abzüglich der Einzahlungen aus dem Verkauf von Finanzanlagen wurden weitere 675 Millionen Euro davon in Wertpapiere angelegt. Schlappe 159 Millionen Euro wurden an die Aktionäre in Form von Dividenden ausgeschüttet.

In Summe gingen die Zahlungsmittel von Beiersdorf im Vergleich zu Beginn des Jahres 2016 zwar um knapp 50 Millionen Euro auf 918 Millionen Euro zurück. Das ist aber nicht einmal die halbe Wahrheit. Neben den liquiden Mitteln bunkerte Beiersdorf zum Jahresende 2016 weitere 958 Millionen Euro in kurzfristigen Wertpapieren und 1.919 Millionen Euro in langfristigen Wertpapieren. In Summe also 3.800 Millionen Euro.

Ja richtig, Beiersdorf hat 3.800 Millionen Euro auf der hohen Kante. Das Gesamtkapital des Unternehmens beträgt 7.600 Millionen Euro. Beiersdorf lässt also die Hälfte des Unternehmenskapitals auf der hohen Kante versauern und verdient mit den 3.800 Millionen Euro lediglich Zinserträge von 30 Millionen Euro. Eine kümmerliche Rendite von 0,8 Prozent.

Es ist schwer vorstellbar, dass sich zumindest für einen Teil des Geldes keine bessere Verwendung finden lässt. Anscheinend sieht es das Management derzeit aber so.

Warum keine Aktienrückkäufe, Dividendenerhöhungen oder Zukäufe?

Unternehmen haben vielfältige Möglichkeiten, freie finanzielle Mittel zum Wohle der Aktionäre zu investieren. Mit 3.800 Millionen Euro schlappe 30 Millionen Euro zu verdienen ist wohl nicht unbedingt zum Wohle aller Aktionäre.

Eine Möglichkeit das Geld zu verwenden, wäre eine einmalige Sonderausschüttung an die Aktionäre des Unternehmens. Bei einer Marktkapitalisierung von derzeit etwa 22 Milliarden Euro, würde sich die Rendite der Aktionäre bei einer kompletten Ausschüttung der 3,8 Milliarden Euro auf sehr ansehnliche 17 Prozent belaufen.

Gegen eine derart hohe Ausschüttung sprechen allerdings zwei Gründe: Zum einen der damit verbundene Einbruch des Aktienkurses und zum anderen die anfallende Kapitalertragsteuer bei den Aktionären. Ersteres ergibt sich durch den auch bei gewöhnlichen Dividendenausschüttungen üblichen Dividendenabschlag und könnte möglicherweise nur von kurzer Dauer sein.

Eine andere Möglichkeit wäre der Rückkauf eigener Aktien. Der Vorteil gegenüber einer direkten Ausschüttung, wäre das Wegfallen der Kapitalertragsteuern bei den Aktionären. Aktienrückkäufe machen allerdings nur dann Sinn, wenn die Aktien derzeit unter dem fairen Wert gehandelt werden. Anscheinend sieht das Management von Beiersdorf das derzeit anders.

Eine weitere Möglichkeit wäre der Aufkauf anderer Unternehmen um anorganisch zu wachsen. Aber auch hier sieht Beiersdorf derzeit keine sinnvolleren Anlagemöglichkeiten:

„Konsumgüterunternehmen sind derzeit völlig überteuert. Wir steigen nicht in jeden Preiskampf ein.“ – Stefan Heidenreich, Vorstandsvorsitzender von Beiersdorf

Beiersdorf wird sein Geld also wohl weiter bunkern

Schuld an der zurückhaltenden Dividendenpolitik, wenn man dabei überhaupt von Schuld sprechen kann, ist anscheinend Großaktionär Michael Herz. Er und seine Familie erhalten immerhin 80 Millionen Euro von den 159 Millionen Euro Gesamtausschüttungen. Damit lässt es sich gut leben, so dass die Familie Herz nicht auf eine Erhöhung der Ausschüttung angewiesen ist. Kleinaktionäre müssen daher wohl noch länger auf die nächste Dividendenerhöhung warten.

Wenn der Vorstandsvorsitzende davon spricht, dass Konsumgüterhersteller derzeit völlig überteuert seien, dann schließt er damit wahrscheinlich den aktuellen Aktienkurs von Beiersdorf nicht aus. Daher fallen auch die weiteren Möglichkeiten, das aufgelaufene Kapital für Aktienrückkäufe oder Unternehmenszukäufe zu verwenden, unter den Tisch.

Beiersdorf wird demnach wohl auch im Jahr 2017 weiter Geld auf die hohe Kante legen. Dadurch erhöht sich zwar die finanzielle Stabilität des Unternehmens, Dividendenjäger kommen so allerdings nicht auf ihre Kosten.

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Sven besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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