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5 Zeichen, dass IBM ein neues Management braucht

Foto: Creative Commons, Clockready

Investoren, die die Quartalsberichte von IBM (WKN:851399) nicht verfolgt haben, werden vielleicht annehmen, dass es bei Big Blue gut läuft. Immerhin hat die Aktie in den letzten 12 Monaten 30 % dazu gewinnen können. Der Großteil dieses Wachstums kommt aber von der Nachfrage nach Aktien mit hohen Dividenden und günstigen Bewertungen in einem Niedrigzinsumfeld.

Wenn wir uns eine langfristige Grafik von IBM ansehen, dann sieht die Sache nicht mehr so gut aus. CEO Ginni Rometty übernahm 2012 das Steuer, trotzdem hat die Aktie in den letzten fünf Jahren 10 % verloren. Daher wollen wir einen genaueren Blick auf die fünf größten Unzulänglichkeiten von Rometty werfen. Vielleicht ist es ja an der Zeit, dass jemand anderes das Ruder übernimmt.

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IBM CEO GINNI ROMETTY. BILDQUELLE: IBM.

IBM CEO GINNI ROMETTY. BILDQUELLE: IBM.

1. 19 aufeinanderfolgende Quartale mit Umsatzrückgängen

Viele Investoren möchten einfach nur sehen, dass IBM ein positives Umsatzwachstum im Jahresvergleich meldet. Das hat das Unternehmen nämlich seit 19 aufeinanderfolgenden Quartalen nicht mehr geschafft. Es wird wahrscheinlich auch in naher Zukunft nicht passieren. Die Analysten erwarten, dass sich die Umsätze in den nächsten beiden Quartalen um weitere 2 % vermindern sollen.

IBM begründet das mit geringeren Unternehmensausgaben, Wettbewerb von kleineren Unternehmen, ungünstige Währungskurse und der Tatsache, dass die strategischen Imperative Cloud, Mobil, Social, Sicherheit und Analyse nicht schnell genug wachsen, um die Rückgänge in den älteren Sparten Hardware, Software und IT-Dienste auszugleichen.

2. Langsameres Wachstum bei den strategischen Imperativen

Unter Rometty trennte sich IBM von Sparten mit niedrigen Margen und investierte mehr in Geschäftsbereiche, die für das Unternehmen interessanter waren. Aber selbst nachdem das Unternehmen seit 2012 50 kleinere Unternehmen oder Teile von anderen Unternehmen gekauft hat, wächst dieses Ökosystem immer noch nicht schnell genug, um den Umsatz von IBM schnell genug zu erhöhen. Stattdessen ist das Wachstum bei den neuen Segmenten in den letzten Quartalen etwas mau ausgefallen.

Q1 2016 Q2 2016 Q3 2016 Q4 2016
Wachstum im Jahresvergleich 14 % 12 % 16% 13 %
% der Umsätze der letzten 12 Monate. 37 % 38 % 40 % 41 %

JÄHRLICHES UMSATZWACHSTUM DER STRATEGISCHEN IMPERATIVE. BILDQUELLE: IBM QUARTALSBERICHTE

Diese Segmente wachsen immer noch, aber die Investoren fragen sich wahrscheinlich, ob dieses Wachstum jemals die Rückgänge der anderen Sparten ausgleichen kann.

3. Die Unfähigkeit, mit Amazon bei den Cloud-Plattformen mitzuhalten

IBM unterstreicht immer wieder, dass die Cloud einer der wichtigsten strategischen Imperative für das Unternehmen ist. Das Unternehmen merkte an, dass die Cloud-Umsätze 2016 um 35 % auf 13,7 Milliarden US-Dollar gestiegen sind. Die jährliche Run Rate der Cloud als Dienstleistung stieg um 61 % auf 8,6 Milliarden US-Dollar.

EINE FRAU DEMONSTRIERT DIE FÄHIGKEITEN DES WATSON FÜR ZWEI KINDER. BILDQUELLE: IBM

Diese Zahlen klingen beeindruckend, aber der Cloud-Markt als Dienstleistung hat ein niedrigeres Wachstum und geringere Margen als die Cloud als Plattform. Der Markt für Cloud-Plattformen bietet Rechnerleistung, Datenspeicher und Entwicklungsplattformen für Unternehmen und wird aber leider von AWS von Amazon (WKN: 906866) dominiert, das eine jährliche Run Rate von 14 Milliarden US-Dollar im letzten Quartal erreicht hat.
IBMs vergleichbare Plattform mit dem Namen Bluemix hatte eine jährliche Run Rate von nur 600 Millionen US-Dollar Ende 2015 (laut Forrester Research). Selbst wenn sich dieser Wert seither verdoppelt haben sollte, wäre IBM immer noch einer der letzten in diesem Rennen.

4. Das Unternehmen ist zu sehr von Indien abhängig

2013 hatte IBM schon mehr Angestellte in Indien als in den USA. Der Grund dafür war einfach. Der Durchschnittslohn für einen Mitarbeiter von IBM in Indien beträgt etwa 17.000 US-Dollar, verglichen mit 100.000 US-Dollar für einen IT-Spezialisten in den USA.

IBM bringt viele seiner indischen Angestellten in die USA, um dort an Projekten mitzuarbeiten. Solange diese Arbeiter mindestens 60.000 US-Dollar pro Jahr bekommen darf das Unternehmen die H-1B-Visa benutzen, um amerikanische Arbeitnehmer damit zu ersetzen. Die Kritiker merken an, dass 60.000 US-Dollar aber immer noch deutlich unter dem Marktwert von amerikanischen IT-Profis liegt.

Rometty ist wiederholt dabei gescheitert, dieses Problem anzugehen. Diese Visa sind jetzt im Fadenkreuz der Republikaner und Demokraten gelandet. Vor kurzem gaben die USA auch keine Premium H-1B-Visa mehr aus. Die Regulierungen könnten schon bald strenger werden, was den Gewinnen von IBM und seiner Sparte für Dienstleistungen schaden könnte.

5. Das nicht ernst gemeinte Versprechen, amerikanische Arbeitsplätze zu schaffen

Im Januar versprach Rometty 25.000 amerikanische Arbeiter einzustellen und 1 Milliarde US-Dollar in den nächsten 5 Jahren für Fortbildungen auszugeben. Kurz nach dieser Ankündigung, die sicher nur darauf ausgerichtet war, bei der Regierung Trump Eindruck zu schinden, deuteten die Kritiker und Angestellten von IBM darauf hin, dass Rometty vergessen habe zu erwähnen, dass das Unternehmen schon tausende von Arbeitsplätzen ins Ausland verlagert habe.

Die ehemaligen Angestellten von IBM sagten Bloomberg, dass in der Sparte Dienste der Anteil der festangestellten amerikanischen Beschäftigten von 30 auf 20 % gesenkt werden soll. IBM nannte diese Behauptung nicht zutreffend. Trotzdem deutet die Vorgeschichte von Rometty darauf hin, dass das Unternehmen weiterhin Probleme damit haben wird die Interessen im In- und Ausland im Hinblick auf härtere Visa-Regulierungen zu managen.

Braucht IBM einen neuen Chef?

Rometty hat ihre Arbeit schon deutlich besser gemacht als ihr Vorgänger. Sam Palmisano verließ sich sehr darauf, Spaten zu verkaufen und die eigenen Aktien zurückzukaufen, um die Zahlen zu beschönigen. Das tat er mit einem solchen Erfolg, dass er vergaß in die langfristige Zukunft des Unternehmens zu investieren.

Aber Rometty hat es trotzdem nicht geschafft, den Gewinn zu erhöhen. Die Sparten mit dem hohen Wachstum wachsen nicht schnell genug. Dann wäre da noch das Problem, dass IBM zu sehr von seinen indischen Arbeitnehmern abhängig ist. Ein neuer CEO mit neuen Ideen könnte vielleicht für neues Wachstum sorgen.

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Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und wurde am 10.03.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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