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Was Apple mit seinem riesigen Geldberg anstellen könnte

Bildquelle: Pixabay, geralt

Apple (WKN:865985) hat ein Luxusproblem.

Apple hat jede Menge Geld in liquiden Mitteln und marktgängigen Wertpapieren im Ausland gebunkert. Laut letztem Quartalsbericht waren es 230 Milliarden US-Dollar. Etwa 93 % davon werden von Apples internationalen Tochtergesellschaften gehalten. Damit hat Apple den Wert der wirtschaftlichen Produktion eines Landes wie Chile einfach mal so auf der hohen Kante liegen.

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Das ist allerdings nicht ohne Kontroversen geblieben. Apple bunkert seine ausländischen Gewinne nämlich lieber im Ausland, als Steuern darauf zu zahlen. Diese findet das Unternehmen nämlich unfair. Die aktuelle Steuerpolitik könnte aber schon bald geändert werden. In Erwartung dessen, und weil es Spaß macht, sich solche Dinge zu überlegen, folgen nun drei realistische Möglichkeiten, was Apple in den kommenden Jahren mit all dem Geld anstellen könnte.

Bildquelle: Apple.

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Idee Nummer 1: Eine größere Übernahme

Apple ist ja schon ein etwas reiferes Unternehmen. Daher spielen die Investoren oft mit dem Gedanken, dass das Unternehmen eine größere Übernahme tätigen könnte. Das wäre auch eine gute Idee, die Sache ist aber etwas komplexer, als sie auf den ersten Blick scheinen mag.

Man müsste nämlich erst ein großes Unternehmen finden, das mit Apples Plänen für die eigene Zukunft kompatibel ist. Ich persönlich denke, dass folgende Unternehmen gut zu Apple passen könnten: Tesla (WKN:A1CX3T), Netflix (WKN:552484) und Comcast (WKN:157484). Das wären drei legitime Optionen und gleichzeitig öffentlich gehandelte Unternehmen.

Wir wissen, dass Apple Interesse daran hat, oder vielleicht sogar schon dabei ist, ein Elektroauto zu entwickeln. Abgesehen von ein paar Insider-Informationen über Project Titan wissen wir aber praktisch nichts. Tesla wäre aus ein paar Gründen ein sinnvoller Partner unter den Autobauern. Genau wie bei Apple besteht die Mission von Tesla darin, den Industriezweig, in dem das Unternehmen arbeitet, zu ändern. Die Zentrale des Unternehmens befindet sich ebenfalls in Kalifornien, daher wäre das eine günstigere Verbindung als mit einem Unternehmen in Detroit.

Comcast und Netflix könnten Apple dabei helfen, einen eigenen Streaming-Dienst auf den Markt zu bringen. Apple hat in der Vergangenheit schon gezeigt, wie gut sich das Unternehmen die Rechte an Inhalten von großen Produzenten sichern kann. Sowohl Netflix als auch Comcast kontrollieren jede Menge Rechte, Netflix ist in diesem Spiel aber noch neu. Wenn Apple Comcast oder Netflix besitzen würde, dann hätte das Unternehmen ein besseres Druckmittel, um die Content-Hersteller zu Verhandlungen zu bewegen.

Unglücklicherweise müsste Apple für eines dieser Unternehmen deutlich mehr als den aktuellen Aktienkurs bezahlen. Das könnte Schwierigkeiten bereiten, da die Aktien von Netflix und Tesla jetzt schon sehr teuer sind. Dann gibt es noch das Problem der Integration, sowohl kulturell als auch von Seiten der Regulierungsbehörden und ihrer möglichen Einwände. Daher wäre das ein sehr komplexes Unterfangen, aber der Gedanke hat was.

Idee Nummer 2: Mehr Kapitalrückführung?

Viele werden sich jetzt denken, warum man etwas reparieren soll, wenn es gar nicht kaputt ist. Bisher hat Apple seine Reserven benutzt, um Dividenden und Aktienrückkäufe zu finanzieren. Apple hat das Geld im Ausland als Sicherheit angeführt, um sich Geld für das massive Kapitalrückführungsprogramm zu leihen.

Im letzten Quartal hat Apple 201 Milliarden der veranschlagten 250 Milliarden US-Dollar aus dem Kapitalrückführungsprogramm ausbezahlt. Dazu wurden im Q1 des Steuerjahres 2017 15 Milliarden US-Dollar für Dividenden und Rückkäufe verwendet. Apple generierte allein im letzten Jahr 27 Milliarden US-Dollar an operativem Cashflow. Darüber hinaus sind die Investitionsausgaben des Unternehmens minimal, im letzten Quartal waren es nur 3 Milliarden US-Dollar. Damit scheint der Status Quo nachhaltig, obwohl die letzte Rallye an der Börse diese Option etwas weniger interessant macht.

Apples Kurs-Gewinn-Verhältnis (letzte 12 Monate), Daten von YCharts.

Aktienrückkäufe werden weniger effektiv, wenn die Bewertung eines Unternehmens steigt. Daher sind Rückkäufe jetzt nicht mehr so attraktiv wie noch vor einem Jahr. Apple wird aber immer noch günstiger bewertet als der Markt und hortet immer mehr Geld. Daher wäre es eine Möglichkeit, dieses Geld in weitere Rückkäufe und Dividenden zu investieren.

Idee Nummer 3: Wichtige Investitionen finanzieren?

Wenn es Project Titan tatsächlich geben sollte, dann könnte Apple jede Menge Geld darin investieren. Eine der wichtigsten Fragen, die Apple aber erst noch klären muss, ist, wie das Unternehmen das Elektroauto herstellen will.

Wie ich schon in der Vergangenheit angemerkt habe, ist der Automobilbau sehr kapitalintensiv und bietet nur geringe Margen. Damit würde Apple mit seinem Project Titan ein Problem haben. Man könnte zwar bedeutendes Umsatzwachstum damit erzielen, gleichzeitig würden dabei aber die Gewinnmargen des Unternehmens erodiert werden.

Die beste Lösung für dieses Problem besteht wahrscheinlich darin, die aktuelle Taktik wie bei den Smartphones zu reproduzieren. Apple designt die Produkte und kümmert sich um die Qualitätskontrolle, die Herstellung wird aber an einen Subunternehmer abgegeben. Das iPhone wird z. B. von Foxconn hergestellt. Damit umgeht Apple das Problem der geringen Margen in der Herstellung. Auf diese Art und Weise werden heute auch die meisten Geräte von Apple hergestellt.

Das Problem bei dieser Idee ist aber, dass es keinen großen Hersteller gibt, der Apple diese Aufgabe bei Project Titan abnehmen wird. Und genau hier kommt der Geldberg von Apple ins Spiel. Nehmen wir an, das Unternehmen findet einen willigen und fähigen Partner, der sein Projekt realisieren würde. In diesem Fall könnte Apple das Geld benutzen, um die Werke und die Infrastruktur zu finanzieren, die dafür nötig sind.

Apple hat in der Vergangenheit schon eine ähnliche Strategie verfolgt. Das Unternehmen war damals eine Partnerschaft mit GT Advanced Technologies eingegangen, um den Bau eines Werkes zu finanzieren, in dem GT die Fingerabdruckscanner für Apple herstellen sollte. Sollte sich Apple für diese Möglichkeit entscheiden, dann wird das Unternehmen sicherstellen wollen, dass vergangene Fehler vermieden werden. GT Advanced musste nämlich aufgrund des Finanzierungsdeals Insolvenz anmelden. Diese Idee könnte Bestand haben, solange die Ambitionen von Apple in Bezug auf das Auto wirklich so groß sind wie in den Medien beschrieben wird.

Cash ist King

Das ist natürlich nur eine oberflächliche Betrachtung dessen, was Apple mit dem Geld anstellen könnte. Eine Neuaufstellung der amerikanischen Steuerpolitik wird ebenso großen Einfluss auf die Optionen des Unternehmens haben. Daher sollte man diese Diskussion in den kommenden Monaten weiterhin verfolgen. Am Ende des Tages ist Apple mit seinen Milliarden von Dollar auf der hohen Kante über die Maßen flexibel, um jede Menge verschiedene Dinge umzusetzen. Das ist etwas, das den Investoren von Apple sehr gefallen sollte.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Apple, Netflix und Tesla. The Motley Fool besitzt die folgenden Optionen: Long Januar 2018 $90 Calls auf Apple, Short Januar 2018 $95 Calls auf Apple.

Dieser Artikel wurde von Andrew Tonner auf Englisch verfasst und wurde am 06.03.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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