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Blue Origin Boss Jeff Bezos enthüllt seine Raumfahrtpläne

Foto: Pixabay, skeeze

„Für Amerika ist es an der Zeit, zurück zum Mond zu fliegen, und dieses Mal dort auch zu verbleiben. Wir können es schaffen. Es ist ein schwieriges, aber wertvolles Ziel.“

— Jeff Bezos, Amazon.com Gründer, Blue Origin Besitzer und Retter der Washington Post.

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Amazon.com (WKN:906866) CEO Jeff Bezos reitet auf einer Erfolgswelle.

Die Aktien des von Bezos gegründeten Online-Händlers sind seit ihrem letzten Tief vom Februar des vergangenen Jahres um über 70 % gestiegen. Auch Bezos’ zukunftsweisendes Raumfahrtunternehmen Blue Origin schlägt sich gut. Im vergangenen Juni gewannen Blue Origin und Bezos die renommierte Heinlein-Auszeichnung für seinen „Fortschritt bei kommerziellen Raumfahrtaktivitäten, die den Traum einer Zukunft der Menschheit im Weltall voranbringen.“ Letze Woche gewann Bezos eine weitere Auszeichnung – dieses Mal von der Aviation Week, die Blue Origin zum 60. Preisträger im Bereich Raumfahrt kürte.

Bei der Preisverleihung dieser Auszeichnung präsentierte Bezos einige überraschende Enthüllungen. In weniger als 15 Minuten eröffnete er den Aviation-Anhängern seine Pläne für die Erforschung des Weltalls. Ich wette, dass viele seiner Aussagen auch dich überraschen werden. Hier einige Highlights:

Jeff Bezos träumt davon, im Weltall Pakete auszuliefern. Bildquelle: BLUE ORIGIN.

Jeff Bezos träumt davon, im Weltall Pakete auszuliefern. Bildquelle: BLUE ORIGIN.

Menschen kehren ins All zurück

In naher Zukunft soll die New Shepard Raumfähre von Blue Origin – angetrieben von einem eigens entwickelten Flüssig-Wasserstoff- und Flüssig-Sauerstoff-BE-3-Motor – menschliche Touristen ins Weltall befördern. Derzeit finden Flugsicherheitstests statt, und wenn die Pläne des Unternehmens eingehalten werden, könnte die Blue Shepard schon im nächsten Jahr zahlende Passagiere ins Weltall fliegen.

Letztes Jahr legte Blue Origin in der neuen massiven Raketenfabrik in Florida den ersten Grundstein für seine Raumfähre.

…und auf den Mond

Die Erdumlaufbahn ist erst der Anfang. In einem „exklusiven Bericht“ schrieb die Washington Post (deren Besitzer ebenfalls Bezos ist) am Tag der Aviation-Preisverleihung, dass Bezos plant, einen Amazon-ähnlichen Versandservice für den Mond zu gründen, der ab Mitte der 2020er Jahre Laborausrüstung, Güter und Weltraumhabitate auf den Mond bringen soll.“

Bezos vertiefte diese Ausführungen bei der Preisverleihung und sagte, dass er hinsichtlich dieses Dienstes „mit der NASA zusammenarbeiten“ möchte und darauf abzielt, früher oder später eine dauerhafte menschliche Siedlung auf dem Mond zu errichten. Weiteren Informationen zufolge stammt diese Idee ursprünglich nicht von der NASA. Vielmehr hat Blue Origin die NASA dazu drängt, sich diesem Projekt anzunehmen — und Unterstützung und Finanzierungsmittel anzubieten.

Die Reise zum Mond könnte mit Blue Origins New Glenn Rakete, die sich gerade in Entwicklung befindet, bewerkstelligt werden. Alternativ, so Bezos, „kann unsere Architektur mit der SLS fliegen“, die Boeing (WKN:850471) und Lockheed Martin (WKN:894648) für die NASA bauen oder sie „kann mit der [kleineren] Atlas 551 fliegen und eine geringere Fracht auf den Mond befördern.“

So oder so glaubt Blue Origin, dass es schon im Juli 2020 die Fertigstellung der „Blue Moon“ Raumfähre (die auf der vertikalen Landetechnologie des neuen New Shepard stützt) abgeschlossen haben und Mondlandungen durchführen wird.

Beiläufig argumentiert Bezos auch, dass eine Mondsiedlung eine notwendige Vorstufe einer bemannten Mission zum Mars sei, die die NASA bis zum Jahr 2034 anpeilt: „Ich glaube, dass, es einfacher wird, zum Mars zu fliegen, wenn der Mond bereits dein Zuhause ist.“

Über das Jahr 2020 hinaus

Und was kommt danach? Wie sein Konkurrent Elon Musk bei SpaceX glaubt auch Bezos, dass Wiederverwendbarkeit „der Schlüssel“ zur kommerziellen Raumfahrt ist. Wie Bezos erklärt, „liegt der Grund, weshalb Amazon erfolgreich war, darin, dass Tausende Startup-Unternehmen mitmachen können. Und zwar deshalb weil die Kosten [um in der Internet-Wirtschaft mitzumischen] sehr niedrig sind.“ Nun möchte Bezos allerdings Blue Origin dazu nutzen, das Weltall zu erforschen. Er möchte die Erforschung — ähnlich wie er es einst mit der Paketauslieferung mit Amazon geschafft hat — auf ein neues Niveau heben.

Das Problem bei der Raumfahrt ist, so Bezos, dass die „Kosten des Zugangs… ziemlich hoch sind… Es lassen sich also nur sehr wenige Experimente durchführen.“ Die Benzinkosten, die bei einem Flug zur Erdumlaufbahn (oder sogar zum Mond) anfallen, sind „unbedeutend niedrig“, sagte Bezos – in etwa 0,10 US-Dollar je Pfund, oder einige hunderttausend US-Dollar je Flug. Der wahre Grund, weshalb die Raumfahrt so teuer ist, liegt darin, dass das Raumschiff, das den Treibstoff verbrennt, ein sehr teures Stück Hardware ist, das nach jeder Mission weggeschmissen wird.

Wie Musk bei SpaceX glaubt auch Bezos, dass die Entwicklung wiederverwendbarer Raumschiffe, die auf der Erde, dem Mond oder sonst wo starten und landen können, Unternehmen erlauben wird, Kosten für dann überflüssige weitere Raumschiffe einzusparen. So würden die Kosten eines Weltraumausflugs deutlich sinken und mehr Startup-Unternehmen bekämen die Chance, Dinge ins Weltall zu befördern und Weltraumexperimente durchzuführen.

Made in Space

Bezos rechnete vor, dass beim derzeitigen Bevölkerungswachstums und steigenden Lebensstandards in einigen hundert Jahren die ganze Erde mit Solarmodulen bedeckt sein müsste, um unseren Strombedarf zu decken.

Da dies nahezu unmöglich ist, glaubt Bezos, dass die energieintensive Produktion früher oder später ins Weltall, wo Ressourcen reichlich vorhanden sind und Solarenergie 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, erhältlich ist, verlagert wird. Es gibt dort keine Wolken oder sich ständig ändernde Wetterbedingungen, die die Energiegewinnung beeinflussen würden. Die NASA könnte diesem Vorschlag sogar zustimmen. Sie arbeitet bereits mit Made in Space an einem Prototypen und testet Additive Herstellung — auch bekannt als 3D-Druck — auf der Internationalen Raumstation ISS im Weltall.

In etwas über 50 Jahren, so Bezos, wird die Erde „eine Wohnzone mit leichter Industrie sein“ und die Schwerindustrie wird größtenteils ins Weltall verlagert.

Bezos glaubt, dass die sogenannte „Große Inversion“ die Zukunft für die Menschheit sein wird. Und seine New Shepard, New Glenn und bald auch Blue Moon leisten ihren Beitrag dazu.

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Dieser Artikel wurde von Rich Smith auf Englisch verfasst und am 6.3.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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