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Erinnerung: Das hat die Deutsche Bank mit deinen letzten Milliarden angestellt

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Am Freitag war es noch ein Gerücht, am Sonntag bereits beschlossene Sache: Die Deutsche Bank (WKN:514000) sammelt frisches Kapital ein, um ein neues Kapitel beginnen zu können.

Die strategische Neuausrichtung macht Sinn, aber die Deutsche Bank hat eine Tradition, frisch eingesammelte Milliarden für Boni und Millionengehälter zu verschwenden. Anleger sollten sich gut überlegen, ob es ihrer Ansicht nach dieses Mal anders sein wird.

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Darum geht es und diese wenig berichteten Hintergrundinfos solltest du jetzt im Kopf behalten:

Acht Milliarden für den Turnaround

Wie bekannt wurde, will die Deutsche Bank bald acht Milliarden Euro an neuem Eigenkapital platzieren. Das entspricht ungefähr einem Viertel des derzeitigen Börsenwerts.

Damit will man vor allem die dringend benötigte strategische Neuausrichtung vorantreiben. So soll die Postbank nun doch behalten, aber dafür stärker in das Unternehmen integriert werden, und die Vermögensverwaltung soll als eigenes Unternehmen an die Börse gebracht werden, was weitere zwei Milliarden einbringen könnte.

Beim Investmentbanking wird eine vor nur knapp über einem Jahr durchgesetzte Umstrukturierung wieder rückgängig gemacht, nämlich die Trennung von Handel und Beratung. Eine solch abrupte Kehrtwende spricht nicht gerade dafür, dass bei der Deutschen Bank Reformen besonders gut durchdacht sind.

Zumindest aber würde das frische Kapital die Deutsche Bank endlich wieder näher an die Kernkapitalquote von anderen großen Geldhäusern bringen, nachdem sich im letzten Jahr Sorgen um ihre Stabilität breit gemacht hatten. Jetzt lässt sich nur noch hoffen, dass die Deutsche Bank diesmal auch die Finger von ihren frischen Milliarden lassen kann.

Die letzten Milliarden wurden in Porsches investiert

Besonders brisant an der neuen Meldung ist aber, dass die Deutsche Bank nun schon das vierte Mal innerhalb einer relativ kurzen Zeit eine Kapitalerhöhung anstrebt. Durch die Finanzkrise geschwächt, war es nötig 2010 10,2 Milliarden, 2013 3 Milliarden und 2014 weitere 8,5 Milliarden Euro einzusammeln.

Jetzt stellt sich die Frage, wieso die letzten 21,7 Milliarden Euro nicht gereicht haben. Zumindest eine weitere Kennzahl der letzen Jahre hat eine verdächtig ähnliche Größenordnung, wie die der Kapitalerhöhungen, nämlich die Boni. Im gleichen Zeitraum wurden immense Boni in Höhe von 19,4 Milliarden Euro gewährt und das in Jahren, in denen das Geschäft der Deutschen Bank immer schlechter lief.

Bonuszahlungen Deutsche Bank

Wer rechnen kann sieht also, dass die letzten Kapitalerhöhungen überflüssig gewesen wären, hätte man auf die Milliardensummen an Boni verzichtet. Zumindest für die Porsche-Verkäufer in Frankfurt dürfte sich die Kapitalerhöhung gelohnt haben.

Es besteht also auch bei dieser Kapitalerhöhung das Risiko, dass man anstatt vernünftig zu investieren, lieber weiterhin exorbitante Gehälter bezahlt. Zwar sollen die Boni für 2016 größtenteils gestrichen werden, aber es ist noch lange nicht sicher, dass dies eine wirkliche Trendwende einläutet. Schließlich sind nicht nur Boni, sondern auch die fixen Gehälter oftmals immens. Die 2.000 bestbezahlten Manager haben laut dem letzten Vergütungsbericht zusammen circa 2 Milliarden Euro Gehalt bekommen. Also im Durchschnitt eine Million pro Mitarbeiter. Auch so lassen sich Unsummen verscharren.

Die Spannung bleibt, was mit den acht Milliarden passiert

Noch muss man den Teufel nicht an die Wand malen, vor allem da sich viele Dinge seit dem Höhepunkt der letztjährigen Krisenphase gebessert haben.

Trotzdem gibt es viele irritierende Aspekte der Unternehmensstrategie der Deutschen Bank, wie beispielsweise die plötzliche Umentscheidung bei der Umstrukturierung des Investment Banking, oder auch die Dividendenpolitik. Dieses Jahr sollen Anleger mit einer Dividende in Höhe von 19 Cent pro Aktie belohnt werden, was die Frage offen lässt, wieso erst Kapital aufgenommen wird, nur um es dann ein paar Monate später wieder auszuschütten.

Die derzeitige Situation lässt noch so einige Fragen offen, aber als Anleger ist es wichtig zu wissen, wie die Deutsche Bank oftmals mit dem Geld anderer umgeht – wenigstens um dieses Mal eine echte Trendwende einfordern zu können.

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Marlon Bonazzi besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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