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Die wichtigsten Entwicklungen für Henkel im Jahr 2016

Foto: Peter Roegner

Am letzten Donnerstag veröffentlichte Deutschlands größter Konsumgüter-Produzent Henkel (WKN: 604843) seinen Geschäftsbericht für 2016. Dabei präsentierten die Düsseldorfer den besten Abschluss ihrer 140-jährigen Firmengeschichte. Und im Jahr 2017 soll es so weiter gehen.

Henkel als weltweit agierendes Konsumgüter-Unternehmen

Henkel ist weltweit aktiv und teilt sein Geschäft in drei Bereiche auf: Adhesive Technologies (Klebstoff-Technologien), Beauty Care (Schönheitspflege) und Laundry & Home Care (Wasch- und Reinigungsmittel). 2016 konnte der Umsatz um 3,5 % auf 18,7 Milliarden Euro gesteigert werden.

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Das stärkste Wachstum erreichte die Waschmittelsparte. Mit verantwortlich dafür war die Übernahme von The Sun Products Corporation in den USA, die sich Henkel rund 3,2 Milliarden Euro kosten ließ und damit die zweitgrößte Akquisition in der Unternehmensgeschichte war. Durch den Erwerb von Sun ist Henkel nun die Nummer 2 in Kanada sowie in den USA, dem weltweit größten Markt für Wasch- und Reinigungsmittel.

Auch wenn Henkel vor allem für seine Waschmittel-Marke Persil bekannt ist, so sind die Klebstoffe der größte und wichtigste der drei Bereiche:

Umsätze2016

Quelle: Geschäftsbericht 2016

Zusätzlich zum Umsatz betrachten wir auch die EBIT-Marge, also das, was operativ von jedem Euro Umsatz übrigbleibt:

Quelle: Geschäftsbericht 2016

Adhesive Technologies ist also nicht nur der größte Bereich, sondern auch der ertragsstärkste bei Henkel. Neben den bekannten Marken Pritt und Pattex für Konsumenten und Handwerker finden sich Henkel-Klebstoffe auch in Autos, Büchern und Zeitschriften, Computern, Flugzeugen, Kühlschränken, Mobiltelefonen, Möbeln, Textilien, Verpackungen und vielem mehr. Das macht Henkel zum größten Klebstoff-Hersteller der Welt.

Seit Jahren steigende Gewinne

Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2009 brach der Gewinn des Konzerns deutlich ein. Seitdem konnte Henkel den Jahresüberschuss immer steigern, wie diese Grafik zeigt:

Quelle: Geschäftsberichte 2012 und 2016

Das Jahr 2016 schloss mit dem besten Ergebnis der Unternehmensgeschichte ab. Alle drei Bereiche erzielten wieder ein gutes organisches Wachstum (also ohne Unternehmenskäufe) und verbesserten ihre Ergebnisse weiter. Eine erhöhte Effizienz trug zusätzlich zum Gewinn bei. Nur so war es möglich, trotz beträchtlicher negativer Währungskurseinflüsse diesen Rekord zu erzielen.

Auch die Aktionäre können zufrieden sein

Einen Rekord gibt es auch bei der Dividende. Die Vorzugsaktionäre erhalten eine Zahlung von 1,62 Euro pro Aktie, das sind satte 10 % mehr als im Vorjahr. Henkel wird damit zum siebten Mal in Folge einen höheren Betrag ausschütten. Da der Gewinn je Aktie 4,74 Euro beträgt, sind das nur 34 %. Sollte das Ergebnis also einmal zurückgehen, ist die Zahlung nicht gefährdet.

Ausblick auf 2017 und darüber hinaus

Vorstandschef Hans Van Bylen erwartet für 2017 ein weiterhin sehr unsicheres und wechselhaftes Marktumfeld. Dennoch soll der Umsatz ohne Zukäufe anderer Unternehmen um zwei bis vier Prozent, die Umsatzrendite von 16,9 Prozent auf über 17 Prozent steigen. Das um einmalige Aufwendungen bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie soll um sieben bis neun Prozent zulegen, das wären etwa 5,80 Euro. Insgesamt ist das im Rahmen dessen, was man von einem großen, weltweit tätigen Unternehmen in der Konsumgüterbranche erwarten kann.

Auf mittlere Sicht bis 2020 will Van Bylen zusätzliches Geschäft mit einem Ausbau des Internethandels generieren. Der Belgier hat angekündigt, den digital erzielten Umsatz bis 2020 auf mehr als vier Milliarden Euro zu verdoppeln. Ähnlich wie der große amerikanische Konkurrent Procter & Gamble will auch Henkel auf die großen, erfolgreichen Kernmarken setzen: Der Anteil der zehn größten Marken am Gesamtumsatz (darunter Loctite, Schwarzkopf, Pril und Persil) soll bis 2020 auf 75 Prozent steigen.

Die Henkel-Aktien

Die Aktien von Henkel teilen das Schicksal so vieler Papiere aus der Konsumgüterindustrie. Angesichts des seit Jahren andauernden Niedrigzinsumfeldes haben sich renditehungrige Anleger auf die als sicher und krisenfest geltende Branche gestürzt. Mit einem Kurs von 119,40 Euro (01.03.2017) notiert die Vorzugsaktie in der Nähe des Allzeit-Hochs vom September 2016. Bezogen auf den erwarteten Gewinn im Jahr 2017 ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 20. Das ist nicht vollkommen überteuert, aber für ein nur moderat wachsendes Unternehmen auch nicht preiswert.

Neben den Vorzugsaktien gibt es von Henkel auch reguläre Stammaktien (WKN: 604840), die zu 61 % der Familie Henkel gehören. Die Vorzugsaktien sind deutlich liquider, das heißt, sie können besser und einfacher und in größeren Stückzahlen an der Börse gehandelt werden. Das macht sie für große Investoren wie Banken, Versicherungen und Investmentfonds interessanter als die Stammaktien und führt dazu, dass die Vorzugsaktien merklich teurer sind.

Eine Stammaktie kostete am 01.03.2017 dann auch „nur“ 103,05 Euro, das KGV für 2017 ist mit rund 18 entsprechend niedriger. Dafür muss der Stammaktionär mit weniger Dividende (1,60 Euro pro Aktie) auskommen.

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Peter Roegner besitzt Stammaktien der Henkel AG & Co. KGaA. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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