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Langfristiger Dividendenausblick für RWE

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Ende März wird RWE (WKN:703712) ihre neue Dividendenpolitik vorstellen. Nach der erneuten Nullrunde für 2016 fragen sich viele Aktionäre derzeit ungeduldig, was wohl die Zukunft bringt. Über eine Analyse der Bilanz und der Gewinnaussichten können wir uns der Antwort nähern. Hier ist, was wir jetzt schon darüber wissen können.

Darum hält RWE ihr Geld zusammen

Irgendwie ergibt es ja schon Sinn. Letztes Jahr im Oktober gab es eine Kapitalerhöhung für die Tochter Innogy (WKN:A2AADD) und beim gleichzeitigen Börsengang wurden 2,6 Milliarden Euro in die Kassen von RWE gespült. Jetzt genau dieses Geld einfach an die Aktionäre weiterzureichen wäre wenig konsequent. Schließlich ging es ja darum, wieder eine stabile finanzielle Basis zu schaffen, nachdem die Energiewende jahrelang die Bilanz verhagelte und die einstige Gewinnmaschine fast in den Ruin trieb.

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Beispielsweise wurde ein Teil der Mittel dafür genutzt, zusätzliche Rückstellungen zu bilden und eine relativ hochverzinste Hybridanleihe über 250 Mio. Schweizer Franken zu kündigen. Trotzdem zeigten sich viele Aktionäre enttäuscht darüber, dass nun erneut nichts rüberkommt. Für Rentner oder Stadtkämmerer, die auf stabile Dividendenerträge angewiesen sind, kann das ein echtes Problem darstellen.

Nächstes Jahr müssen also unbedingt wieder die Zahlungen aufgenommen werden, wenn nicht noch weitere Aktionäre verprellt werden sollen. Aber was kann sich der Konzern leisten und wie viel der erwirtschafteten Überschüsse benötigt er zur Entwicklung des Geschäfts?

Das dürfen RWE-Aktionäre erwarten

Details zur zukünftigen Dividendenpolitik sollen bis Ende März ausgearbeitet werden. Der Vorstand hat aber schon einmal eine grobe Idee vermittelt, was auf Aktionäre zukommt. Etwa einen halben Euro will man für das laufende Geschäftsjahr ausschütten, danach möglichst noch mehr. Beim Kurs der Stammaktien von 13,22 Euro entspräche das einer Rendite von zunächst rund 4 %. Die mit 10 Euro wesentlich günstigeren RWE Vorzugsaktien (WKN:703714) brächten sogar 5 % und sind daher für langfristige Investoren meist die bessere Wahl.

50 Eurocent pro Aktie bedeutet bei insgesamt 615 Millionen Aktien eine Ausschüttung von gut 300 Mio. Euro. Dafür soll der so genannte Free Cash Flow herangezogen werden, also das was nach der Begleichung aller notwendigen operativen Ausgaben und Ersatzinvestitionen übrig ist. Dieses Geld kann außer für Dividenden und Aktienrückkäufe auch zur Schuldentilgung, für Erweiterungsinvestitionen oder Übernahmen verwendet werden.

Der komplette Betrag wird aber letztlich von Innogy durchgeleitet werden, die sich zu einer recht hohen Ausschüttungsquote von bis zu 80 % verpflichtet hat. Von einem erwarteten Gewinn der Tochter in Höhe von über 1 Mrd. Euro fließen voraussichtlich etwa die Hälfte zur Mutter, also gut 500 Mio. Euro für das vergangene Geschäftsjahr und wahrscheinlich sogar etwas mehr für das laufende. Das heißt, wenn bei den eigenen Geschäftsfeldern Fossile Kraftwerke und Großhandel am Ende zumindest eine schwarze Null steht, dann sollte die versprochene Ausschüttung überhaupt kein Problem sein.

Teilweise einbehaltene Gewinne können dann zur Stärkung der Bilanz oder zur Geschäftsausweitung eingesetzt werden, was wiederum die Chancen für das jeweilige Folgejahr erhöht, dass sich das Ergebnis verbessert. Immerhin etwa 700 Mio. Euro wurden bei RWE und Innogy 2016 in zusätzliche Kapazitäten investiert. So werden die Grundlagen für zukünftig steigende Geldmittelzuflüsse gelegt, welche moderate Dividendenerhöhungen wahrscheinlicher machen.

Das klappt allerdings nur, wenn Marktturbulenzen nicht erneut zu großen Verlusten mit Absicherungsgeschäften führen. Heftige 800 Mio. Euro gingen so 2016 mit Derivaten flöten. Wichtig wäre außerdem, dass nun endlich ein Schlussstrich unter die Abschreibungs- und Rückstellungsorgien gezogen werden kann. Zumindest davon ist aber auszugehen, nachdem der angesetzte Wert des Kraftwerkparks massiv nach unten korrigiert wurde. Die Rückbau- und Entsorgungskosten rund um die Atomkraftwerke sind nun auch weitgehend kalkulierbar, entsprechende Rücklagen stehen bereit. Im besten Fall kommen sogar noch ein bis zwei Milliarden Euro zurück, wenn die Klage gegen die Brennelementesteuer Erfolg hat.

Ist die Dividende sicher?

Nach allem, was wir allerdings derzeit wissen können, kann RWE die versprochene Dividende aus den zufließenden Innogy-Mitteln locker bezahlen und darüber hinaus zumindest einen moderaten Profit erwirtschaften. Die konventionelle Stromerzeugung ist als „Cash-Cow“ konzipiert und sollte daher zukünftig stabile Mittelzuflüsse im Bereich von mehreren Hundert Millionen Euro generieren. Das etwas strauchelnde Handelsgeschäft wird meines Erachtens unterschätzt und könnte schon bald ebenso einen vernünftigen Gewinn beisteuern. In dem Fall würde ich mittel- bis langfristig mit Dividenden im Bereich von 1 bis 2 Euro pro Aktie rechnen.

Trotz dieser insgesamt positiven Aussichten: Erst die kommenden Quartale werden zeigen, ob sich der RWE-Tanker nun endlich stabilisieren kann. Neue Hiobsbotschaften kämen jetzt ganz schlecht. Fallen diese allerdings aus, dann dürften dividendenhungrige Anleger wieder verstärkt Vertrauen fassen.

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Ralf Anders besitzt keine Aktien genannter Unternehmen. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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