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Rendite-Verdopplung für langfristig orientierte Anleger: Ist das möglich?

Langfristig in Aktien zu investieren ist super. Aber was wäre, wenn es einen einfachen Weg gäbe, die Renditen zu verdoppeln ohne unangemessene Risiken einzugehen? Genau das versprechen sogenannte Faktor- und Turbo-Zertifikate. Aber eignen die sich wirklich für eine längerfristige Anlage? Ich denke in bestimmten Situationen sicherlich, wenn man einige Dinge beachtet.

Faktor-Zertifikate

Bei kurzfristigen Tradern haben Faktor-Zertifikate in den letzten Jahren enorm an Beliebtheit gewonnen. Der Grund liegt in der Einfachheit. Ein Wertpapier mit dem Faktor 4 schießt eben viermal so stark nach oben oder unten wie die Aktie oder der Index, auf die es sich bezieht – und das jeden Tag aufs Neue. Geht der Kurs also heute 5 % nach oben, dann sollte das Zertifikat etwa 20 % mehr wert sein. Aber was passiert, wenn an einem rabenschwarzen Tag der Kurs um 25 % absackt? Genau: Totalverlust!

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Deshalb kommt für längerfristig orientierte Anleger maximal ein Hebel von 2 in Betracht. Wer beispielsweise Anfang 2010 überzeugt war, dass Marijn Dekkers, der damals neue Vorstandsvorsitzende von Bayer (WKN:BAY001), einer der besten Manager der Welt sei, der hätte sich vielleicht gerne nach Möglichkeiten umgeschaut noch stärker von den erwarteten Kursgewinnen über die folgenden Jahre zu profitieren.

Praktischerweise hatte die Commerzbank kurz zuvor ein passendes Zertifikat emittiert. Im Frühjahr 2015 war es dann sechsmal so viel wert! Die Bayer-Aktie selbst hat sich „nur“ knapp verdreifacht im selben Zeitraum. Allerdings: Als es über die folgenden 12 Monate über 40 % nach unten ging, verlor das Zertifikat wieder etwa zwei Drittel seines Wertes.

Hier ist, wie es funktioniert: Ein Zertifikat mit Faktor 2 ist wie ein Wertpapierkredit, der an jedem Handelstag dem Schlusskurs des Vortags angepasst und voll in den Basiswert investiert wird. Ist die Aktie also 100 Euro wert, dann bekommt man noch 100 Euro Kredit, um eine zweite zu erwerben. Sinkt der Kurs, dann muss von dem was übrig ist Kredit getilgt werden. Steigt er hingegen, dann werden rechnerisch Aktienanteile mit den zusätzlichen Finanzierungsmitteln hinzugekauft.

Da wird also eine Menge Aufwand im Hintergrund betrieben, den sich die Wertpapiermanager natürlich auch vergüten lassen. Ein Blick in das Produktinformationsblatt zeigt, dass in diesem Fall 0,7 % pro Jahr an Indexgebühren anfallen, die täglich anteilig berechnet werden. Hinzu kommt eine etwas undurchsichtige Finanzierungsgebühr.

Das Beispiel zeigt, dass man mit diesen Zertifikaten durchaus gut fahren kann, wenn man auf die richtigen Aktien setzt. Trotzdem sprechen die Gebühren gegen einen zu langen Anlagehorizont. Auch die Commerzbank selbst gibt Folgendes zu bedenken: „Unlimited Faktor-Indexzertifikate eignen sich nicht für eine längerfristige Anlage.“

Turbo-Zertifikate

Längerfristig gehebelt auf eine Aktie zu setzen, das geht auch mit Turbos. Das charakteristische Merkmal dieser Wertpapierklasse ist die Knock-out-Schwelle: Wird diese unterschritten, dann geht dein investiertes Geld sprichwörtlich k.o. Zusätzlich gibt es einen Basiskurs, der in der Regel knapp darunterliegt. Je näher dieser Basiskurs am aktuellen Kurs der Aktie liegt, desto höher der Hebel. Kostet die Aktie beispielsweise 100 Euro, dann ergibt sich bei einem Basiskurs von 90 Euro ein Hebel von 10.

Das heißt bei 10 % nach oben ergibt sich eine Wertverdopplung (10 mal + 10 % ergibt + 100 %), bei 10 % nach unten ein Totalverlust. Auch hier sollte der anfängliche Hebel daher sehr konservativ gewählt werden.

Der Vorteil gegenüber Faktor-Zertifikaten liegt darin, dass das Totalverlustrisiko erheblich sinkt, sobald sich der Aktienkurs ein Stück nach oben abgesetzt hat. Allerdings sinkt dabei auch der Hebel: Beim Beispiel Bayer blieb von einem anfänglichen Hebel im Jahr 2010 von 2,0 bis 2015 nur noch etwa 1,2 übrig, sodass sich die Entwicklung von Aktie und Turbo immer mehr anglichen. Im Fall von sinkenden Kursen steigt hingegen der Hebel und damit das Risiko exponentiell an.

Zu bedenken sind daneben auch hier wieder die Gebühren, welche aus Finanzierungskosten und einer vom Emittenten festgelegten Risikoprämie gebildet werden. Sie führen dazu, dass der Basispreis täglich angehoben wird und sich daher von unten der Schwelle annähert. Das frisst Rendite, zumal die Emittenten gerne auch mal die Risikoprämie still und leise erhöhen.

Das von mir betrachtete Papier auf Bayer entwickelte sich im Zeitraum 2010 bis 2015 von 28 Euro bis hoch auf 120 in der Spitze. Das ist mehr als viermal soviel, gegenüber dem Dreifachen bei der Aktie. Bis Mitte 2016 gingen dann etwa 45 % wieder verloren.

Faktor-Zertifikate sind besser, aber …

Mit Derivaten wie Faktor-Zertifikaten oder Turbos kann man die Rendite signifikant erhöhen, geht aber auch zusätzliche Risiken ein und muss Gebühren tragen. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, der sollte zumindest verschiedene Emittenten vergleichen.

Für eine wirklich langfristige Anlage eignen sich meines Erachtens beide Wertpapiertypen nicht. In Situationen, in denen du allerdings eine klare Unterbewertung erkennst, die sich über die kommenden zwei bis drei Jahre abbauen sollte, könnte ihr Einsatz infrage kommen. Zum Beispiel tauchte der Kurs von Daimler (WKN:710000) im letzten Jahr unter die 60-Euro-Marke ab, bei einem Buchwert pro Aktie von 54,17 Euro, beeindruckenden Verkaufsrekorden und sprudelnden Gewinnen.

Wer beim Kurs von 54,17 Euro eingestiegen ist, der liegt heute mit der Aktie etwa 25 % im Plus – ein Faktor-2-Papier oder ein Turbo mit Basis 30 Euro hätten etwa das Doppelte gebracht. Sobald sich der Aktienkurs normalisiert hat, bietet es sich an, die Zertifikate zu verkaufen, vom Erlös echte Aktien zu erwerben und dann wirklich langfristig dabei zu bleiben.

Aber warum finde ich Faktor-Zertifikate besser? Ganz einfach: Ihr Mechanismus hält den Hebel konstant, egal ob es nach oben oder unten geht. Einem Turbo geht hingegen die Puste aus, wenn der zugrundeliegende Aktienkurs wie erhofft steigt und erzeugt große Risiken, wenn das Kursniveau absackt.

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Ralf Anders hält keine Wertpapiere genannter Unternehmen. The Motley Fool empfiehlt Daimler.

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