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Wie Infineon und Siemens jetzt vom Toshiba-Chaos profitieren könnten

Die Krise von Toshiba (WKN:853676) bedeutet für Siemens (WKN:723610) mehr als ein geschwächter Wettbewerber. Damit tun sich jetzt Chancen auf, wie vielleicht nie zuvor während der 130-jährigen Präsenz in Japan. Ähnliches gilt für eine Reihe weiterer Unternehmen aus unserer Region. Infineon (WKN:623100) könnte sogar ein akutes Problem elegant lösen. Aber alles der Reihe nach.

Darum geht’s

Seit meiner Kindheit bin ich ein großer Bewunderer von japanischer Forschung und Technologie. Das Inselreich hatte vor Jahrzehnten bereits Dinge in der Pipeline, die erst heute zu relevanten Märkten werden. Egal ob Roboter, Sensornetzwerke, 3D-Druck, Hochleistungs-Materialien, Erneuerbare Energien oder künstliche Intelligenz: überall ist Japan wissenschaftlich in einer ausgezeichneten Position. Wenn es aber um die mediale Aufmerksamkeit und die faszinierenden Produkte geht, dann wirken Unternehmen aus Südkorea, China, den USA und selbst Europa oft agiler.

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Symptomatisch für die Situation ist das Dahinsiechen einer Reihe von früher strahlenden Elektronikkonzernen. Sharp musste unter das Dach von Foxconn schlüpfen und Sanyo kam gerupft wie ein Hühnchen bei Panasonic unter. Die geprügelte Sony (WKN:853687) scheint immerhin, trotz Problemen in Hollywood, endlich mal wieder auf dem aufsteigenden Ast zu sein. Dafür traf es jetzt Toshiba ganz dicke. Seit dem 2015 aufgeflogenen Finanzskandal ist nichts mehr so wie früher.

Das Management wurde ausgewechselt und früher zentrale Segmente wie die Computertechnik, Haushaltsgeräte, Speicherchips oder Fernseher wurden zum Verkauf gestellt, eingedampft oder aufgegeben. Jetzt kamen auch noch massive Verluste im Kernkraftwerkssegment dazu, die den Konzern an den Rand der Insolvenz führen. Die Veröffentlichung der Zahlen wurde um einen Monat verschoben. Da gibt es offenbar viel Klärungsbedarf.

Da Toshiba zur Peer-Group von Siemens gehört — also zu den Unternehmen, mit denen sich die Münchner am liebsten messen — denke ich, dass sich hier möglicherweise großartige Chancen ergeben.

Wie Siemens jetzt profitieren kann

Die Überschneidungen der jeweiligen Geschäftsbereiche sind immer noch groß, obwohl Toshiba kürzlich ihre Medizintechnik an Canon veräußert hat. Vor allem im Infrastruktursegment findet sich für Siemens viel Vertrautes, darunter Turbinen aller Art, Stromnetz-Ausrüstung, industrielle Steuerungselektronik und Schienenverkehrstechnik.

Der deutsche Elektrokonzern ist zwar bereits seit 130 Jahren in Japan aktiv, aber das Geschäftsvolumen in diesem von einheimischen Unternehmen geprägten Markt war stets relativ gering. Im Jahr 1914 hat Siemens sogar durch einen Bestechungsskandal in Japan zum Sturz des damaligen Regierungs-Kabinetts beigetragen, also fast genau 100 Jahre vor dem Toshiba-Skandal.

Nun tut Siemens aber gut daran, sich das Portfolio genau anzuschauen, um auszuloten, wo sich die Kompetenzen am ehesten ergänzen. Jetzt, wo es so viele technologische Umbrüche gibt, darf ein Konzern wie Siemens keinen wesentlichen Trend verpassen. Mit dem Ausbau der Präsenz in Japan könnte auch das dortige Know-how noch besser in die Konzernforschung einfließen und damit die Position abgesichert werden.

Toshiba mag seine Probleme haben, aber technologisch ist es sicherlich ein Top-Unternehmen, das nun möglicherweise günstige Übernahmemöglichkeiten bietet. Aber nicht nur Siemens, sondern auch die frühere Tochter Infineon könnte sich derzeit für die Japaner interessieren.

Was für Infineon vielleicht herausspringt

Um seine Position als führender Hersteller von Leistungshalbleitern auszubauen, hat Infineon vor einiger Zeit schon mal die Fühler nach Japan ausgestreckt und zwar zum großen Konkurrenten Renesas. Als daraus nichts wurde, kaufte man sich zunächst mit International Rectifier und Wolfspeed in den USA ein. Aber jetzt, wo die amerikanischen Behörden angeblich im Interesse der nationalen Sicherheit die Wolfspeed-Transaktion blockiert haben, könnte der Blick wieder auf Japan fallen.

Wolfspeed ist spezialisiert auf besonders effiziente Leistungshalbleiter und Hochfrequenzchips der nächsten Generation, basierend auf Gallium-Nitrid (GaN) und Silizium-Karbid (SiC). Es heißt, dass Infineon diese Kompetenz benötigt, um auch zukünftig die Nummer 1 zu bleiben. Zufälligerweise ist gerade Toshiba ein wichtiger Konkurrent von Wolfspeed und braucht wie gesagt dringend Geld. Infineon hat natürlich jetzt ein paar Hundert Millionen Euro zur Hand und könnte direkt aushelfen.

Es würde mich wundern, wenn die beiden potenziellen Partner hier nicht ins Gespräch kämen. Japan gilt schon seit längerem als Schwachstelle der Bayern, sodass hier zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden könnten. Interessant für Infineon wäre daneben sicherlich auch der Smartcards-Bereich, aber da dürfte es dann wieder Probleme mit den Behörden geben.

Und sonst?

Wenn es wirklich hart auf hart kommt und Toshiba viel oder gar alles verkaufen muss, dann könnten noch weitere Unternehmen aus der deutschsprachigen Region ins Geschäft kommen. Thyssenkrupp und Schindler hätten bestimmt Interesse am Aufzugsbereich, Diebold Nixdorf an den Kassensystemen, Sulzer an der Wasser-Technik und ABB (WKN:919730) an den Prozessleitsystemen.

Noch ist aber vieles im Fluss. Es wird spannend, ob Toshiba das Vertrauen der Geldgeber wiedergewinnen kann. Es wäre ihnen zu wünschen, obwohl ich denke, dass aus einer engeren deutsch-japanischen Kooperation gute Resultate entspringen könnten. Wenn die richtigen Kompetenzen zusammenkommen, dann eröffnen sich große Potenziale in einer immer stärker vernetzten und digitalisierten Welt. Die besten Chancen sehe ich für Infineon.

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Ralf Anders hält keine Wertpapiere genannter Unternehmen. The Motley Fool empfiehlt keine der erwähnten Aktien.

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