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+ 9 %! Was ist los bei Hugo Boss?

Die Aktien des Modekonzerns Hugo Boss (WKN:A1PHFF) stiegen letzten Donnerstag um beinahe 9 %. Auslöser dieses rasanten Kursanstiegs waren Gerüchte über den Einstieg des aktivistischen Investors GBL (WKN:873222) hinter dem der Belgier Albert Frère steht.

Kurzfristig also eine schöne Sache für die leidgeprüften Hugo Boss-Aktionäre. Was könnte der Einstieg eines neuen Großaktionärs aber langfristig für Hugo Boss bedeuten und wer ist der belgische Milliardär Albert Frère?

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Wer ist Albert Frère?

Albert Frère ist der reichste Mann Belgiens. Mit einem Vermögen von 4,9 Mrd. US-Dollar ist er auch in der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt vertreten – auf Platz 286. Als 17-Jähriger übernahm er nach dem Tod seines Vaters dessen Altmetall-Geschäft. Mit 30 Jahren begann er, belgische Stahlunternehmen aufzukaufen und wurde einer der bedeutsamsten Akteure des belgischen Stahlgeschäfts.

Kurz vor dem Ausbruch einer Stahlkrise verkaufte er sein Stahlimperium an den belgischen Staat. Die Verkaufserlöse investierte er danach und auch heute noch über die belgische Finanzholding GBL. Frère selbst ist allerdings bereits 2015 von allen operativen Verpflichtungen bei GBL zurückgetreten. GBL sieht sich als langfristiger Investor, der allerdings einen gewissen Einfluss auf die Unternehmen ausüben möchte. Die Gesellschaft lässt sich also in die Kategorie der aktivistischen Investoren einordnen.

GBL teilt seine Investments dabei in drei grundsätzliche Kategorien: Strategic Investments, Incubator und Sienna Capital. Dabei sollen 75–80 % des Kapitals im Bereich „Strategic Investments“ investiert werden. Dies sind laut Angaben von GBL größere, meist börsennotierte Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mehr als einer Milliarde Euro, die finanziell solide aufgestellt sind und aufgrund eines hervorragenden Management-Teams und einer klaren Vision und Strategie künftige Wertsteigerungen versprechen.

Zudem achtet GBL auf eine gesunde Verteilung von Wachstumsunternehmen und ausschüttenden Unternehmen. Bei einem Ungleichgewicht in die eine oder andere Richtung werden entsprechende Anpassungen vorgenommen. Derzeit hält GBL 7,2 % aller Adidas-Aktien.

Was könnte das für Hugo Boss und die Aktionäre bedeuten?

Die Gerüchte um den Einstieg von GBL sorgten für einen satten Kurssprung von fast 10 %. Vor allem die Ankündigung, dass GBL seinen derzeitigen Anteil von angeblich 3 % noch weiter ausbauen möchte, sorgte für Euphorie.

Fast 10 %-Kursanstieg an einem Tag ist zunächst einmal eine gute Sache. Der aktuelle Kurs ist aber noch immer einiges von den Hochs aus dem Jahr 2015 entfernt. Für Aktionäre, die schon länger Boss-Aktien halten ist der Kursanstieg also lediglich ein kleines Trostpflaster. Viel wichtiger ist allerdings, was der Einstieg von GBL für die Zukunft von Hugo Boss bedeuten könnte.

Hugo Boss ist ein Unternehmen im Wandel. Das neue Führungsteam möchte künftig einiges verändern. Die Stichworte sind dabei: Reduktion der Marken, Digitalisierung und Onlinehandel. Ich vermute, dass GBL nicht versucht, diesen eingeleiteten Wandel in das Gegenteil umzukehren oder deutlich anzupassen. Die angekündigte Strategie und neue Unternehmensvision wurde erst vor Kurzem prominent vorgestellt. Ich denke daher, dass GBL eher wegen der neuen Strategie und den damit verbundenen Zukunftsaussichten bei Hugo Boss einsteigt. GBL vertraut also darauf, dass das aktuelle Management und der eingeschlagene Weg Hugo Boss wieder aus der Krise führen wird und Wertsteigerungen für GBL bereithält.

Interessant wäre allerdings zu wissen, in welche Kategorie – Wachstum oder Ausschüttung – Hugo Boss von den GBL-Investoren eingeordnet wird. Es könnte sich sicherlich lohnen, den nächsten Geschäftsbericht von GBL genauer zu studieren, um mehr über die Interessen von GBL an Hugo Boss und den Einschätzungen zur künftigen Entwicklung von Hugo Boss zu erfahren.

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Sven besitzt Aktien von Hugo Boss. The Motley Fool empfiehlt keine der erwähnten Aktien.

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