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Kein Scherz: Johnson & Johnson könnte im kommenden Jahrzehnt seinen Umsatz jährlich um mindestens 5 % steigern

Für viele Investoren ist Johnson & Johnson (WKN:853260) die perfekte Healthcare-Anlage, die man über Jahrzehnte sorgenfrei in seinem Portfolio halten kann. Es ist bei weitem das größte öffentlich gehandelte Healthcare-Unternehmen der Welt und seine Unternehmensstruktur (J&J hat über 250 verschiedene Tochterunternehmen) erlaubt es dem Pharma-Riesen problemlos, wachstumsschwache Anlagen zu verkaufen und neue Unternehmen mit starken Wachstumsaussichten zu kaufen. Es ist nicht überraschend, dass J&J im vergangenen Jahrzehnt jährlich einen Free Cashflow zwischen 11,4 Mrd. und 15,8 Mrd. US-Dollar generiert hat.

Zusätzlich legt Johnson & Johnson eine Serie hin, von der Tausende andere Unternehmen nur träumen können. Eine weitere Erhöhung der Dividende im April würde bedeuten, dass das Unternehmen seine jährliche Ausschüttungen zum 55.Mal in Folge angehoben hätte. Somit gehört J&J zu den sogenannten „Dividend Aristocrats“ (Unternehmen, die ihre Dividenden in 25 aufeinanderfolgenden Jahren erhöht haben). Johnson & Johnson ist außerdem eines der nur zwei öffentlich gehandelten Unternehmen, die Standard & Poor’s immer noch mit dem höchsten Rating (AAA) auszeichnet. J&J hat also ein besseres Rating als die US-Regierung. Standard & Poor’s hat absolut keine Zweifel daran, dass J&J seine Schulden vollständig zurückzahlen kann.

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Bildquelle: JOHNSON & JOHNSON.

Bildquelle: JOHNSON & JOHNSON.

Das Gesetz der großen Zahlen dämpft J&Js Wachstumsaussichten

Als sehr großes Unternehmen muss sich J&J allerdings dem gefürchteten Gesetz der großen Zahlen beugen. In anderen Worten: Bei einem jährlichen Umsatz von fast 72 Mrd. US-Dollar wird es immer schwieriger, Umsatzwachstum zu steigern und Investoren zu beeindrucken. Viele Analysten rechnen damit, dass J&Js Umsatzwachstum in den kommenden Jahren abbremsen wird – und das aus gutem Grund.

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J&J muss sich jedoch noch weiteren Problemen stellen. Die Markteinführung von Inflectra, einer biosimilaren Version seines umsatzstärksten Entzündungshemmers Remicade, trifft J&J spürbar. Das Medikament, das von Celltrion entwickelt wurde, wird von Pfizer mit einem Preisnachlass von 15 % vermarktet, um Verbraucher und Ärzte von Remicade wegzulocken. J&Js weltweiter Remicade-Umsatz, der sich 2016 auf fast 7 Mrd. US-Dollar belief, fiel im vierten Quartal um 3,2 %. Da Inflectra erst seit November auf dem Markt ist und in den nächsten Monaten weiter Fahrt aufnehmen könnte, sind höhere Umsatzeinbußen für J&J nicht ausgeschlossen.

Jedoch hat Johnson & Johnson sein Geschäftsmodell stetig umstrukturiert; und Umstrukturierungen könnten der Schlüssel sein, um neue, deutlich wachstumsstärkere Geschäftsfelder zu erschließen – und das gilt selbst für Unternehmen von J&Js Größe.

Johnson & Johnson könnte seinen Umsatz jährlich um 5 % steigern

2016 hat J&J einen Gesamtumsatz von 71,9 Mrd. US-Dollar erwirtschaftet – 33,5 Mrd. US-Dollar (oder 46,6 %) entfielen auf pharmazeutische Produkte. Zum Vergleich: 2011 wies J&J noch einen Gesamtumsatz von 65 Mrd. US-Dollar und einen Umsatz im pharmazeutischen Segment von 24 Mrd. US-Dollar aus – dies entsprach 37,5 % des Gesamtumsatzes. In fünf Jahren ist J&Js Abhängigkeit vom Pharma-Geschäft um mehr als 9 Prozentpunkte gestiegen – und sie wird aller Voraussicht nach weiter zunehmen.

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Johnson & Johnson hat für die kommenden Jahre drei Ansätze parat, mit denen es plant, sein Wachstum deutlich zu steigern. Ich glaube, dass J&J so im kommenden Jahrzehnt seinen jährlichen Umsatz um 5 % steigern könnte. Und angesichts eines Gesamtumsatzes von 71,9 Mrd. US-Dollar pro Jahr sind 5 % eine echte Hausnummer.

1. Organisches Pharma-Wachstum

J&J wird zunehmend abhängiger von seinem Pharma-Geschäft. Im Mai 2015 verkündete J&J, dass es plant, bei der US-Gesundheitsbehörde 10 neue Zulassungsanträge einzureichen. Die 10 neuen Medikamente könnten Schätzungen nach bis 2019 jeweils mehr als 1 Mrd. US-Dollar umsetzen. Zur Erinnerung: Zwischen 2009 und Mitte 2014 hat J&J 14 neuartige Medikamente auf den Markt gebracht – die Hälfte davon stellte sich mit einem jährlichen Umsatz von über 1 Mrd. US-Dollar als wahre Kassenschlager heraus.

Das erste der 10 neuen Medikamente, die auf eine Zulassung warten oder sie nach 2015 bereits bekommen haben, war Darzalex – ein Medikament zur Behandlung des Multiplen Myeloms. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres spülte das Medikament 200 Mio. US-Dollar in die Kassen. Hochgerechnet liegt es damit auf Kurs, jährlich 800 Mio. US-Dollar zu erwirtschaften – vielleicht knackt es in absehbarer Zeit auch die 1-Milliarde-Dollar-Marke.

Der nächste Kandidat könnte Guselkumab sein – ein Medikament zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte. In den fortgeschrittenen Phase-III-Studien setzte sich das Medikament sowohl gegen Placebo-Präparate als auch gegen Humira von AbbVie (WKN:A1J84E) durch. Zur Erinnerung: Humira ist das umsatzstärkste Medikament der Welt. Nach 16 bzw. 48 Wochen führte Guselkumab zu einer Hautgenesung von 73 % und 81 %. Humira kommt dahingegen auf lediglich 50 und 55 %. Guselkumab scheint gute Chancen zu haben, grünes Licht von der US-Gesundheitsbehörde zu bekommen.

Angesichts einiger äußerst aussichtsreicher neuer Produkte scheint J&J gut positioniert zu sein, um in den kommenden Jahren deutlich zu wachsen – selbst wenn Remicade schwächelt.

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2. M&As (vor allem im Pharma-Sektor) und Partnerschaften

Wir können davon ausgehen, dass Johnson & Johnson sich weiterhin auf Fusionen und Übernahmen (M&A) verlassen wird, um die Ausweitung seiner Pipeline und seines Produktportfolios voranzutreiben – insbesondere im schnell wachsenden Pharma-Sektor.

Ende vergangenen Monats hat J&J verkündet, dass es den Schweizer Medikamentenhersteller Actelion (WKN:936767) für 30 Mrd. US-Dollar übernehmen wird, um sich die Rechte an Opsumit und Uptravi – zwei Medikamente zur Behandlung von pulmonal-arteriellem Lungenhochdruck – zu sichern. Beide Medikamente haben Schätzungen zufolge das Potenzial, jährlich bis zu 2 Mrd. US-Dollar umzusetzen. J&J hat mitgeteilt, dass der Deal die langfristige Wachstumsrate des Unternehmens um 1,5 – 2 % steigern soll. Zusätzlich erhält J&J eine Beteiligung von 16 % an Actelions Pipeline, die vor Abschluss des Deals in ein eigenes Unternehmen ausgegliedert wird.

J&J ist eigentlich nicht dafür bekannt, große Übernahmen zu tätigen. In der Regel akquiriert es Early- und Mid-Stage-Beteiligungen und entwickelt diese dann weiter.

Außerdem ist J&J gerade fleißig dabei, Partnerschaften abzuschließen. Seine Partnerschaft mit Geron (WKN:902213) zur Entwicklung von Imetelstat, einem Medikament zur Behandlung von myelodysplastischen Syndromen ist Teil der oben genannten 10 Blockbuster-Produkte, die J&J noch in diesem Jahrzehnt auf den Markt bringen möchte. In frühen Testphasen – noch bevor J&J eine Vorauszahlung von 30 Mrd. US-Dollar geleistet hat und zu welcher möglicherweise 900 Mio. US-Dollar als Meilensteinzahlungen hinzukommen – hat Geron verkündet, dass Imetelstat Myelofibrose-Patienten vollständig oder teilweise geheilt hat. Bisher hat dies noch kein anderes Medikament in klinischen Studien geschafft.

In anderen Worten: J&J hat genug Optionen, seinen Cashflow zur Steigerung seiner Wachstumsraten einzusetzen.

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3. Medizinische Produkte für eine alternde Bevölkerung

Ich gehe davon aus, dass das Wachstum im Bereich „Medizinische Geräte“ in der zweiten Hälfte des kommenden Jahrzehnts deutlich steigen wird.

Das Wachstum in diesem Segment hat in den vergangenen Jahren stagniert – zum einen aufgrund des starken Wettbewerbs und zum anderen aufgrund der Tatsache, dass Verbraucher und Krankenhäuser in den USA ihre Ausgaben angesichts der zahlreichen Unsicherheiten, die mit dem Affordable Care Act einhergehen, heruntergeschraubt haben.

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Da das Durchschnittsalter der US-Bevölkerung allerdings immer höher wird, sollte die Nachfrage für J&Js Paradeprodukte, wie u.a. künstlichen Knie- und Hüftgelenken, deutlich zunehmen. Der amerikanischen Statistikbehörde zufolge soll die ältere US-Bevölkerung zwischen 2012 und 2050 infolge eines besseren Zugangs zu medizinischer Versorgung und einer steigenden Lebenserwartung um 40 Mio. Menschen anwachsen. Angesichts einer steigenden Lebenserwartung sollte auch der Bedarf nach künstlichen Knie- und Hüftgelenken zunehmen.

Als einer der weltweit größten Hersteller von medizintechnischen Produkten sollte J&J auch in Zukunft – wenn die Nachfrage beginnt zu steigen – in der Lage sein, eine starke Preissetzungsmacht zu bewahren.

Allerdings ist die J&J-Aktie keinesfalls völlig risikofrei. Eine so große Abhängigkeit vom Pharma-Geschäft bedeutet, dass Aktionäre bereit sein müssen, die Umsatz-Achterbahnfahrten, die zeitlich begrenzte Patentschutzlaufzeiten mit sich bringen, hinzunehmen. Darüberhinaus setzt sich Präsident Trump für eine Senkung der Medikamentenpreise ein – für J&J, dessen Wachstum vor allem auf den Pharma-Sektor stützt, ist dies etwas besorgniserregend. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass J&J gut aufgestellt ist, um im kommenden Jahrzehnt erstaunlich gesunde Wachstumsraten zu generieren.

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The Motley Fool empfiehlt Johnson & Johnson.

Dieser Artikel wurde von Sean Williams auf Englisch verfasst und am 15.2.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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