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Bereitet sich Gilead Sciences auf eine massive Übernahme vor?

Foto: Pixabay, Maklay62

Gilead Sciences (WKN:885823) hat am vergangenen Dienstag ziemlich viele schlechte Nachrichten vermeldet: Rückläufige Umsatz- und Gewinnzahlen sowie schreckliche Prognosen für das Jahr 2017. Vielleicht bleibt dem Pharma-Riesen jetzt nur noch, ein Antidepressivum zu entwickeln – und zwar für seine Aktionäre.

Andererseits kamen bei der Bekanntgabe der jüngsten Quartalszahlen einige Anzeichen zum Vorschein, die auf eine baldige Besserung hindeuten könnten. Es ist weitläufig bekannt, dass das Biotech-Unternehmen unbedingt eine Akquisition braucht. Ich glaube, es könnte sogar eine massive Übernahme bevorstehen.

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Was gesagt wurde

Ich vermute, dass Gilead-CEO John Milligan ein ziemlich guter Poker-Spieler ist. Er verrät mit seinen Äußerungen nicht wirklich viele Details. In seinen einleitenden Ausführungen bei der Bekanntgabe der Quartalszahlen sagte Milligan, dass das Unternehmen sich 2017 darauf konzentrieren wird, „Partnerschaften und Übernahmen mit der passenden strategischen Ausrichtung nachzugehen“. In späteren Kommentaren fügte er hinzu, dass Gilead zur Steigerung seines Cashflows nicht unbedingt auf einen Deal angewiesen sei, da die Situation des Unternehmens ohnehin schon „sehr komfortabel“ sei.

Als er gefragt wurde, ob Gilead Sciences auch ohne Übernahme wachsen könnte, ging Milligan nicht direkt auf diese Frage ein. Er führte die Schwierigkeiten des Unternehmens im Hepatitis-C-Markt und das Auslaufen des Patentschutzes für einige Medikamente in den kommenden Jahren an. Milligan sagte, dass diese Faktoren „es schwierig machen, ohne Akquisitionen zu wachsen“. Jedoch sagte er nicht ausdrücklich, dass eine Akquisition unbedingt notwendig sei, um zu wachsen.

Gilead-CFO Robin Washington traf weitere Aussagen, die entscheidend sein könnten, die nächsten Schritte des Biotech-Riesens vorauszuahnen. Sie deutete darauf hin, dass Gilead bereits darüber nachdenke, zusätzliches Fremdkapital aufzunehmen, um womöglich eine Akquisition zu finanzieren.

In ihren einführenden Erläuterungen sagte Washington, dass der „Einsatz von Kapital zur Verfolgung externer Gelegenheiten“ 2017 auf der Prioritätenliste des Unternehmens ganz weit oben stünde. Sie fügte hinzu, dass Gilead seine Ausgaben für Aktienrückkäufe infolgedessen senken werde.

Als sie zu Gileads Verbindlichkeiten gefragt wurde, antwortete Washington: „Ich glaube, dass wir diesbezüglich sehr umsichtig sind, insbesondere im Umgang mit den Rating-Agenturen. Wir verfolgen einen Verschuldungsgrad, mit dem wir ein gutes Gefühl haben, Übernahmen unterstützen und das Verhältnis von Verbindlichkeiten zu EBITDA erhöhen zu können.“

Sie fügte hinzu, dass Gilead in der Lage sein sollte, seine Verbindlichkeiten in der Zukunft mit dem Cashflow aus laufenden Geschäften senken zu können. Eine potenzielle Steuerreform in den USA, einschließlich der Möglichkeit einer einmaligen steuervergünstigten Repatriierung von im Ausland gebunkerten Cash-Reserven, würde „das alles sogar einfacher machen“, so Washington.

Besonders war ich von Washingtons letzter Aussage fasziniert, bevor sie zur nächsten Frage überging. Sie sagte, dass das Unternehmen aus finanzieller Sicht gut aufgestellt sei, um jede Art von Akquisition zu unterstützen, um Gileads Wachstum voranzutreiben.“

Zwischen den Zeilen lesen

Wir wissen also nun aus diesen Aussagen, dass Gilead mindestens eine Übernahme plant, vielleicht sogar noch mehr. Wir können daraus ableiten, dass es dieses Jahr höchstwahrscheinlich zu einer Übernahme kommen wird, da – dem Management zufolge – „die Verfolgung externer Möglichkeiten“ 2017 höchste Priorität hat.

Ich glaube, es gibt eine weitere Schlussfolgerung, die wir aus den Aussagen des CFOs ziehen können: Gilead bereitet sich darauf vor, große Summen zu investieren. Das Unternehmen würde sich nicht mit Rating-Agenturen über seine Verschuldung austauschen, wenn es nicht ernsthaft in Betracht ziehen würde, einen beachtlichen Kredit aufzunehmen.

Es ist auch möglich, dass Gilead Fremdkapital aufnehmen will, um zu vermeiden, US-Steuern auf sein im Ausland geparktes Kapital zu zahlen. Gilead wies Ende 2016 Cash-Reserven (liquide Mittel und Wertpapiere) von 32,4 Mrd. US-Dollar aus. Das Unternehmen teilte zwar nicht mit, welcher Anteil dieser Cash-Reserven außerhalb der USA gelagert ist, aber zum 30.September 2016 parkte Gilead 25,2 Mrd. US-Dollar auf Konten außerhalb der Vereinigten Staaten.

Andererseits könnte das Unternehmen eher auf eine große anstatt eine kleinere Akquisition abzielen. Angesichts Gileads düsterer Wachstumsaussichten für die kommenden Jahre sagt mir mein Gefühl, dass das Unternehmen etwas Großes plant.

BILDQUELLE: GETTY IMAGES.

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Wer könnte es sein?

Bevor Gilead seine schwachen Prognosen für 2017 präsentierte, dachte ich, dass das Unternehmen vermutlich ein oder zwei kleinere Biotechs mit vielversprechenden Pipelines übernehmen wird. Kite Pharmaceuticals (WKN:A116CA) würde beispielsweise gut in dieses Strategiemuster passen.

Kites Marktkapitalisierung liegt derzeit bei etwa 2,6 Mrd. US-Dollar. Das Unternehmen hat mit dem chimären Antigenrezeptor (CAR) KTE-C19 einen potenziellen Gewinner in seiner Pipeline. Kite plant, im ersten Quartal 2017 den ersten regulatorischen Zulassungsantrag für dieses Medikament einzureichen.

Nun habe ich jedoch meine Meinung geändert. Kite ist weiterhin ein potenzielles Übernahmeziel für Gilead, aber der Biotech-Riese könnte eher einen Deal anvisieren, der ihm helfen würde, einen transformativen Weg einzuschlagen. Viele Investoren würden es gutheißen, wenn Gilead Incyte (WKN:896133) übernehmen würde. Milligan hat in der Vergangenheit betont, dass Gilead gerne sein Onkologie-Portfolio verstärken würde. Incytes Jakafi und seine immuntherapeutische Pipeline würden diesbezüglich sicherlich enorm weiterhelfen.

Incyte würde von Gilead jedoch einen Aufschlag verlangen. Derzeit liegt Incytes Marktkapitalisierung bei 23 Mrd. US-Dollar. Gilead müsste sicherlich um die 30 Mrd. US-Dollar auf den Tisch legen. Ausgehend von Washingtons Aussagen von vergangenem Dienstag wäre ich nicht überrascht, wenn das Unternehmen bereit ist, diese Summe zu zahlen.

Gilead könnte aber auch einen völlig anderen Weg einschlagen und auf ein wachstumsstarkes Portfolio mit Medikamenten zur Behandlung von seltenen Krankheiten setzen. Vertex Pharmaceuticals (WKN:882807) ist so ein möglicher Kandidat. Vertex verfügt über einige zugelassene Mukoviszidose-Medikamente und eine solide Pipeline. Seine Marktkapitalisierung liegt mit unter 22 Mrd. US-Dollar unter der von Incyte.

Es kommt sogar noch besser: Analysten prognostizieren, dass Vertex seinen Umsatz in den kommenden Jahren um jährlich durchschnittlich 67 % steigern wird. Diese Einschätzungen liegen höher als Incytes jährliche Wachstumsprognose von 50 %. John Milligan würde angesichts dieser Wachstumsaussichten sicherlich bereit sein, 30 Mrd. US-Dollar zu berappen.

Natürlich bleiben dies alles nur Spekulationen. Wenn Gilead aber seine Gewinnaussichten wirklich verbessern möchte, wird es tief in die Tasche greifen müssen.

Ausgehend von den Aussagen des Top-Managements glaube ich, dass Gilead bereit ist, sein Scheckbuch zu zücken.

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The Motley Fool hält und empfiehlt Gilead Sciences. The Motley Fool empfiehlt Vertex Pharmaceuticals.

Dieser Artikel wurde von Keith Speights auf Englisch verfasst und am 12.2.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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