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Warum BB Biotech das Jahr 2016 mit Verlust abgeschlossen hat – und trotzdem eine Dividende zahlt

Foto: Pixabay, frolicsomepl

Ein gutes drittes Quartal reichte nicht, um bei der auf Biotechnologie spezialisierten Beteiligungsgesellschaft BB Biotech AG (WKN: A0NFN3) für ein erfolgreiches Jahr 2016 zu sorgen. Insgesamt mussten die Schaffhausener nach vorläufigen Zahlen einen Verlust von 800 Millionen Franken ausweisen.

Die Biotechnologie im Spannungsfeld zwischen Kosten und Erträgen

Die Biotechnologie ist eine Branche mit vielen Besonderheiten. Anders als etwa in der Konsumgüterindustrie kann man nicht eben mal ein Produkt kreieren und dann testweise auf den Markt werfen. Die Kosten bis zur Markteinführung eines Medikaments liegen inzwischen bei über einer Milliarde US-Dollar – und nur eines von 10.000 Arzneimitteln schafft es tatsächlich zur Marktreife.

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Dafür genießen neue Medikamente einen Patentschutz, das heißt, dass für einen bestimmten Zeitraum niemand dieses Medikament kopieren darf. Der Produzent hat also zeitweise ein Monopol, zumeist ein sehr ertragreiches.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch jemanden, der das bezahlen muss, nämlich Patienten und Versicherungen. Deswegen machen dann auch Aktionen wie die von Martin Shkreli, ein Hedgefonds-Manager, Schlagzeilen. Shkreli erhöhte 2015 nach der Übernahme eines Pharmakonzerns den Preis für ein Medikament von 13,50 auf 750 US-Dollar – pro Anwendung und von einem Tag auf den anderen. Die Kosten für eine Behandlung stiegen damit auf Hunderttausende Dollar.

Das ist sicherlich ein Extremfall, aber trotzdem greift auch immer wieder die Politik ein, um die Kosten für Behandlungen zu senken – zum Wohle der Patienten, aber zu Lasten der Produzenten.

2016 war ein hartes Jahr für die Biotechnologie

Bei den Stichwörtern 2016 und Politik klingelt es sofort: In den USA war Wahlkampf. Die Gesundheitskosten spielten dabei eine entscheidende Rolle und sorgten an den Aktienmärkten für Verunsicherung. Zwar gab es nach der Wahl von Donald Trump wieder Kursgewinne, aber zum Ende des Jahres rückten die Themen Gesundheitskosten und Steigerungen der Arzneimittelpreise erneut in den Mittelpunkt und drückten wieder auf die Preise von Biotech-Aktien.

Der Nasdaq Biotech Index (NBI) gab 2016 21,3 % nach, während der S&P 500 Index 11,9 % und der Dow Jones Index 16,5 % zulegten (jeweils in US-Dollar). Die schwache Entwicklung erfolgte ohne Zusammenhang mit den technologischen Rahmenbedingungen oder den Fundamentaldaten der Unternehmen, also größtenteils durch Verunsicherung der Investoren.

Die Marktentwicklung schlägt auf das Ergebnis durch

Diese Marktentwicklung machte sich in der Folge dann auch bei BB Biotech bemerkbar, denn die Schaffhausener sind keine Firma, die selbst forscht und Medikamente entwickelt, sondern eine Beteiligungsgesellschaft, die in 20 bis 35 unterschiedliche Unternehmen investiert. Du kannst BB also mit einem Investmentfonds vergleichen, nur dass BB eine börsennotierte Aktiengesellschaft ist.

Der Innere Wert (NAV), also die Summe aller Vermögensgegenstände, ging im Jahr 2016 auf US-Dollar-Basis um 20,6 % zurück und war damit nur wenig besser als der NBI. Da der US-Dollar im Laufe des Jahres an Wert gewann, fiel der Rückgang in Euro mit 17,6 % etwas geringer aus.

Bei einer Beteiligungsgesellschaft ist die Entwicklung des NAV wichtiger und aussagekräftiger als das in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesene Ergebnis. Dieses kann die Gesellschaft beeinflussen, indem sie zum Beispiel eine Aktie vor oder nach dem Jahresende verkauft und das dabei erzielte Ergebnis in das eine oder das andere Jahr „verschiebt“. Der NAV jedoch spiegelt genau den Anlageerfolg wieder, der in einem Quartal oder Jahr erzielt wurde.

Dividende trotz Verlust

Trotz des großen Minus von 800 Millionen Schweizer Franken will BB Biotech wieder eine Dividende zahlen. Das Minus dürfte vor allem aus Abschreibungen bestehen, also aus berichtigten Wertansätzen der Beteiligungen. Sind diese durch Kursrückgänge weniger wert, muss auch der Ausweis in der Bilanz geringer sein. Dieser Wertverlust führt zu Abschreibungen und verringert den Gewinn.

Allerdings sind diese Verluste ja nur buchhalterisch, das heißt, sie führen nicht zu einem Geldabfluss. Somit kann BB trotz der roten Zahlen eine Dividende vergüten und tut das in Höhe von 2,75 Schweizer Franken pro Aktie.

BB hält damit weiter an der eigenen Ausschüttungspolitik fest, die eine Dividendenrendite von 5% – gerechnet auf den gewichteten Durchschnittskurs der Aktie im Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres – vorsieht. Möglich machen das die Dividenden, die BB selbst von den Beteiligungsunternehmen erhält.

Zusätzlich kauft BB eigene Aktien zurück. Dadurch verringert sich die Zahl aller Anteilscheine insgesamt und jede verbliebene Aktie hat damit einen größeren Anteil am Vermögen der Schaffhausener.

Und das ist die gute Nachricht für die Aktionäre: Auch wenn es mit den Beteiligungen mal nicht so läuft, gibt es als Trost noch eine Dividende.

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Peter Roegner besitzt keine der im Text genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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