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Bleibt Henkel auch in 2017 stabil?

Foto © 2017 Henkel AG & Co. KGaA. Alle Rechte vorbehalten

Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an Jan-Gert Hagemeyer, der den wohl bekanntesten Werbespruch der 80er Jahre aufsagte: „Persil – da weiß man, was man hat. Guten Abend.“ Lange Jahre galt das auch für Henkel (WKN: 604843), den Hersteller von Persil und anderer bekannter Produkte wie Pritt, Pril oder Schwarzkopf.

Vor einem guten Jahr wurde der Wechsel auf dem Chefsessel bei Henkel bekanntgeben, seit Anfang Mai ist Hans Van Bylen im Amt – Zeit also, auf diese zehn Monate zurückzuschauen und zu sehen, wie Henkel für das Jahr 2017 aufgestellt ist.

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Ein überraschender Wechsel

Am 18. Januar 2016 überraschte der 140 Jahre alte Familienkonzern mit einem Wechsel an der Spitze. Der erfolgreiche Kasper Rorsted, seit 2008 im Amt, wollte auf eigenen Wunsch die Spitzenposition beim Sportartikelhersteller Adidas übernehmen. Die Börse quittierte diesen Wechsel mit Kursverlusten bei Henkel und Zuwächsen bei Adidas, denn Rorsted hatte die Düsseldorfer auf Erfolg getrimmt und konnte in seiner Zeit bei Henkel Umsatz, Margen und Gewinne deutlich steigern.

Für seinen Nachfolger Hans Van Bylen waren das also große Fußstapfen, in die er zu treten hatte.

Das plant der Neue

Und bislang macht er seine Sache gut. Die Zahlen per 30. September waren besser als im Vorjahr. Keine Riesensprünge, aber die sind bei einem derart großen Unternehmen (Henkel macht im Jahr immerhin knapp 20 Milliarden Euro Umsatz) auch nicht zu erwarten.

Neben diesen nackten Zahlen legte Hans Van Bylen im November ein Papier mit dem Namen „Henkel 2020+“ vor, in dem er seine Pläne für die nächsten vier Jahre darlegte. Neben dem Ausbau der bekannten Marken will Henkel auch durch Zukäufe wachsen. Mit einer Digitalisierungsstrategie soll der Kontakt zu Kunden, Konsumenten und Lieferanten verbessert werden.

Besonders spannend finde ich den Punkt „Agilität steigern“. Van Bylen hat wohl erkannt, dass eine große Organisation wie Henkel mit weltweit über 50.000 Mitarbeiten anfällig für Bürokratie und komplizierte Abläufe ist. In der Strategie wird daher ausdrücklich von beschleunigten Einführungen sowie effizienten und vereinfachten Prozessen gesprochen. Auf Neudeutsch nennt man das „Smart Simplicity“. Ich finde, das spricht schon für einen realistischen Ansatz und gegen eine Selbstverliebtheit beim neuen Chef.

Weitere Pluspunkte sammelte der Neue bei dem Kommunikationsdienstleister Unicepta, der Henkel und Van Bylen im Januar 2017 in seinem Image-Ranking unter den Vorstandschefs aller DAX-Unternehmen auf den ersten Platz setzte, und damit noch vor seinen Vorgänger Rorsted.

Nun mag man von solchen Studien halten, was man möchte; viel interessanter fand ich allerdings dieses Zitat aus der Wirtschaftswoche, das nach der Bekanntgabe des Wechsels über ihn zu lesen war:

Nach dem Abgang des hyperaktiven Kasper Rorsted setzt der Henkel-Clan mit Hans Van Bylen auf Ruhe und Kontinuität in der Chefetage. Doch Anleger fürchten Langeweile und Stagnation – nicht zu Unrecht.

Was die WiWo hier als negativ ansieht, ist für mich eher eine Auszeichnung. Bei innovativen Unternehmen aus der Technologie mit Gründern wie Elon Musk von Tesla oder Jeff Bezos von Amazon würde ich Langeweile fürchten. Der Chef eines 140 Jahre alten Familienunternehmens aus der Konsumgüterindustrie darf aber gerne langweilig sein, denn das garantiert mir, dass die Geschäfte weiterhin mit Übersicht und Ruhe geführt werden.

Henkel im Jahr 2016 und darüber hinaus

Auch andere Anleger scheinen die Meinung der WiWo nicht zu teilen und gegen Langeweile nichts zu haben: Erst im September 2016 zeigte sich erneut, wie sehr Henkel geschätzt wird, als es den Düsseldorfern gelang, eine Anleihe mit negativer Rendite zu platzieren, das heißt, die Anleger bezahlen Henkel dafür, dass sie dem Konzern Geld leihen dürfen.

Insgesamt waren die Zahlen zum 30. September gut, und auch für das Gesamtjahr ist der Vorstand optimistisch. Der Umsatz 2016 soll um 2 bis 4 % auf etwa 18,5 Milliarden Euro steigen. Dieses Wachstum wird mit neuen Produkten und den bekannten Marken des Konzerns erreicht.

Die Rendite aus dem operativen Geschäft (EBIT zu Umsatz) soll von 16,2 % auf 16,5 % steigen, es bleibt also von jedem eingenommenen Euro mehr übrig. Deswegen wird auch der Gewinn pro Vorzugsaktie 8 bis 11 % höher ausfallen, das wären etwa 4,85 Euro pro Aktie. Bei einem Kurs von 111,50 Euro (01.02.2017) ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 23. Damit ist die Aktie sicherlich kein Schnäppchen, aber das KGV zeigt die Qualität des Unternehmens.

In das Jahr 2017 geht Henkel mit Rückenwind. Nicht nur dürfen sich die Aktionäre auf eine Dividende in Höhe von ungefähr einem Drittel des Gewinns freuen, also circa 1,60 Euro pro Aktie. Auch trägt der Kauf des amerikanischen Waschmittelproduzenten The Sun Group, der Henkel zur Nummer 2 im nordamerikanischen Waschmittelmarkt macht, erstmals zum Ergebnis bei.

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Peter Roegner besitzt Stammaktien der Henkel AG & Co. KGaA und von Amazon.com. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon.com und Tesla Inc.

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