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1 Grund, sich Sorgen um die Aktie von NVIDIA zu machen

Bildquelle: Pixabay, JacekAbramowicz

Unternehmen mit großer Marktkapitalisierung können nicht die Umsätze innerhalb eines Jahres um 280 % erhöhen, wenn es keinen bedeutenden Wachstumstreiber gibt. Genau das ist der Fall beim Grafikkartenhersteller NVIDIA (WKN:918422), dessen Aktie eine der besten Performances im letzten Jahr bot.

NVIDIA Daten von YCharts.

NVIDIA Daten von YCharts.

Wie du siehst, spielt NVIDIA in mehreren schnell wachsenden Märkten eine zentrale Rolle. Das sollte die Umsätze und Gewinne auf Jahre hin wachsen lassen. Die Aktie ist aktuell unglaublich beliebt, und genau das macht sie auch riskant. 2017 könnte die Aktie nämlich aufgrund dieser Risiken fallen.

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Was ist hier los?

Um eines deutlich zu machen, das Wachstum von NVIDIA scheint auch im kommenden Jahr noch so weiter zu gehen – sollte keine unerwartete Katastrophe passieren. Die Umsätze sollen sich im aktuellen Quartal um 50 % und im nächsten Quartal um 43 % erhöhen. Es läuft also es sehr gut bei NVIDIA. Aber warum könnte die Aktie fallen?

Unglücklicherweise spiegelte die Bewertung des Unternehmens auch dieses Wachstum wider. Hier eine kurze Momentaufnahme dessen, wie die Bewertung des Unternehmens gerade aussieht:

NVIDIA Aktuelles KGV

S&P 500 Aktuelles KGV

NVIDIA Erwartetes KGV

70,1

25,7

39,5

Datenquellen: Yahoo! Finance, multpl.com.

Es herrscht gerade sehr viel Optimismus in Bezug auf diese Aktie. Immerhin ist NVIDIA dreimal so hoch bewertet wie der S&P 500. An dieser Stelle sollte man noch anmerken, dass das wichtig ist, da kurzfristige Probleme bei der Performance dazu führen könnten, dass die Aktie einen großen Rücksetzer macht.

Der Beta-Wert beträgt 1,76. Das bedeutet, dass die Aktie fast zweimal so volatil wie der Marktindex ist. In Zeiten eines steigenden Marktes kann das zu einer bedeuten Performance führen. Man sollte aber nicht vergessen, dass ein großer Teil der Rallye bei NVIDIA vom eigenen Wachstum kommt. Wenn man einen Beta-Wert von mehr als 1 hat, dann bedeutet das auch, dass – sollte etwas schiefgehen – die Aktie deutlich schneller als der Durchschnitt fallen könnte. Wenn man in Wachstumsaktien investiert, kann diese Dynamik ziemlich frustrierend sein.

Was könnte zu einem Ausverkauf führen?

Die professionellen Leerverkäufer haben NVIDIA mit ihrer aggressiven Bewertung schon ins Auge gefasst. Im letzten Dezember veröffentlichte das Forschungsunternehmen Citron Research mehrere Gründe, warum die Aktie überbewertet wäre.

https://twitter.com/CitronResearch/status/814118491607285760/photo/1?ref_src=twsrc%5Etfw

Ich glaube, einige dieser Argumente sind einfach übertrieben, besonders das Argument mit den Lizenzen und Intel (WKN:855681). Wenn ein wettbewerbsfähiges GPU-Geschäft sich einfach nur um das IP-Geschäft drehen würde, dann könnte man sicher sein, dass Intel das schon alleine gemacht hätte. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Lizenzeinnahmen von Intel aus diesem Vertrag nur 66 Millionen US-Dollar an Einnahmen für NVIDIA bedeuten. Für ein Unternehmen, das etwa 2 Milliarden US-Dollar pro Quartal verdient und schnell wächst, ist das relativ vernachlässigbar.

Wenn ich einen Risikofaktor aus der Liste von Citron herauspicken müsste, dann wäre es der steigende Konkurrenzdruck im Bereich Grafikchips für Datenzentren. Intel und AMD sehen beide die wachsende Nachfrage für Datenzentren und wissen auch, dass es eine potenzielle Goldmine ist. Sowohl Intel als auch AMD arbeiten bereits mit Hochdruck daran, NVIDIA in diesem Bereich herauszufordern. Die Chips von NVIDIA sind in diesem Bereich aber schon Standard und aus den Bereichen künstliche Intelligenz und Deep Learning nicht mehr wegzudenken. Die eigene Entwicklung des Unternehmens sollte es erlauben, diesen Vorteil beizubehalten, selbst wenn sich andere Wettbewerber dort tummeln.

Auf die richtigen Dinge achten

Die Investoren möchten es natürlich vermeiden, zu viel für Aktien zu zahlen. Daher ist die aktuelle Diskussion über die Bewertung von NVIDIA natürlich verständlich. Gleichzeitig kann es passieren, dass man dabei den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Welchen Unterschied macht es schon, ob die Aktie von NVIDIA jetzt für das 70-fache oder das 65-fache der Gewinne gehandelt wird. Wichtig ist hierbei zu verstehen, welche Wachstumsmöglichkeit das Unternehmen bietet. Unternehmen, die überdurchschnittliches Potenzial haben, sollten auch entsprechend bewertet werden. Unternehmen wiederum, deren Wachstumsmöglichkeiten von mehreren Veränderungen in mehreren Industrie angetrieben werden, müssen nicht so genau bewertet werden wie andere. Ich glaube, dass NVIDIA definitiv in letztere Gruppe gehört.

Bildquelle: NVIDIA.

Wir erinnern uns, dass die GPU-Chips von NVIDIA aktuell die Grafikprozessoren für die Software in selbstfahrenden Autos, der Software bei künstlicher Intelligenz und noch mehr sind. Je nachdem, welche Schätzungen du vorziehst, könnten in zehn Jahren schon viele Millionen von selbstfahrenden Autos auf der ganzen Welt mit NVIDIA laufen. Die künstliche Intelligenz und kognitiven Systeme sollen in den nächsten Jahrzehnten auch eines der wichtigsten Business-Tools in den meisten Bereichen werden.

Aufgrund der technologischen Führungsposition unter den GPU-Herstellern, scheint es plausibel zu erwarten, dass die Chips von NVIDIA eine prominente Rolle bei jedem dieser Trends spielen werden. Da sich aber ein Großteil dieses Wachstum in der Zukunft abspielen wird, ist es auch sehr schwierig, verlässliche Schätzungen hierzu anzustellen. Allein der Versuch könnte schon an Größenwahn und Selbstüberschätzung grenzen. Wenn du aber glaubst, dass sich diese Trends fortsetzen werden und dass NVIDIA ein führender Hersteller in diesen großen Wachstumstrends ist, dann wird das aktuelle KGV für deine Investmentthese nicht besonders relevant sein.

Man findet nur selten Aktien mit dem Wachstumspotenzial von NVIDIA, die unter dem Fair Value gehandelt werden. Es ist aber verständlich, dass sich die Mitglieder der Investmentgemeinschaft um die Bewertung des Unternehmens Sorgen machen. Wir haben das immer wieder gesehen. Man denke da nur an Unternehmen, die die Welt verändert haben wie Amazon, Netflix, Alphabet, Tesla und noch viele mehr. Die hohe Bewertung könnte kurzfristig ein Problem für NVIDIA sein. Wenn man sich aber zu sehr auf die aktuelle Bewertung konzentriert, dann könnte man dabei das große Ganze verpassen.

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Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A), Alphabet (C), Amazon.com, Netflix, Nvidia und Tesla Motors.

Dieser Artikel wurde von Andrew Tonner auf Englisch verfasst und wurde am 30.01.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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