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Donald Trump hat Wells Fargo gerade einen Gefallen getan

Quelle: Wells Fargo

Wells Fargo (WKN:857949) befand sich in den letzten paar Monaten in einer ungewöhnlichen Position. Zuerst war das Unternehmen der Liebling der Bankenindustrie, dann kam aber ein Skandal und eine Reihe von Fehltritten und das Unternehmen sah gar nicht mehr so gut aus. Inzwischen hat sich das Blatt für die drittgrößte amerikanische Bank nach Vermögenswerten aber geändert. Grund dafür ist auch die neue Regierung.

Es hat begonnen

Vor ein paar Tagen hat das amerikanische Arbeitsministerium eine Webseite offline genommen, die vor kurzem geschaffen wurde, um Beschwerden von Mitarbeitern von Wells Fargo aufzunehmen. Diese hatten behauptet, von ihren Vorgesetzten benachteiligt worden zu sein, nachdem sie den Behörden Informationen zu einem Skandal um falsche Bankkonten gegeben hatten. Dieser Skandal hatte 2011 begonnen und sich bis 2015 hingezogen.

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Wo einmal diese Seite war, findet man heute den netten Schriftzug „page not found“.

Die Entfernung dieser Webseite wurde von der demokratischen Senatorin Elizabeth Warren in einem Brief an den Arbeitsminister Edward Hugler erwähnt. „Diese Webseite offline zu nehmen ermöglicht es Wells Fargo, seiner vollen Verantwortung für die betrügerischen Handlungen zu entkommen“, schrieb sie.

Das liegt allerdings auf einer Linie mit anderen Handlungen, die die Regierung Trump schon unternommen hat. Man möchte nämlich die Regulierungen in der Finanzindustrie und anderen etwas lockern. Das kommt auch zum richtigen Zeitpunkt für Wells Fargo.

Eine Reihe unglücklicher Ereignisse

Die kalifornische Bank hatte in den letzten 5 Jahren mehrere Probleme mit den Regulierungsbehörden. Es begann alles im September, als das Consumer Financial Protection Bureau veröffentlichte, das tausende von Angestellten von Wells Fargo Millionen von Konten für Kunden eröffnet hatten, ohne die Zustimmung der Kunden dafür eingeholt zu haben. Das geschah, um aggressive Umsatzquoten zu erfüllen. Wells Fargo erhielt eine Strafe von 185 Millionen US-Dollar und musste seine Verkaufspraktiken neu überdenken.

Auf den ersten Blick schien es, als würde Wells Fargo aus diesem Skandal ungeschoren herauskommen. Die Strafe war natürlich groß, aber es waren weniger als 4 % der Quartalsgewinne von Wells Fargo. Zusätzlich gab es für die Bank kaum einen Grund zur Sorge, dass die Kunden sich einem anderen Geldinstitut zuwenden würden. Immerhin ist es relativ unbequem zu einer anderen Bank zu gehen.

Aber der Gedanke, dass Wells Fargo diesen Skandal einfach so hinter sich lassen könnte, löste sich in Rauch auf, als der Vorsitzende und damalige CEO, John Stumpf, von den Mitgliedern des amerikanischen Kongresses bei einer Anhörung im selben Monat öffentlich an den Pranger gestellt wurde. Seine verspätete Antwort auf die Krise zusammen mit einer enttäuschenden Performance vor dem Kongress führte zu seinem Rücktritt zwei Wochen später.

Von da an ging es weiter bergab. Im November verlangte das Office of the Comptroller of the Currency von Wells Fargo, bei neuen Führungskräften und Vorstandsmitgliedern die Zustimmung der Regulierungsbehörden einzuholen. Im Dezember hatte das Unternehmen eine Prüfung der Regulierungsbehörden nicht bestanden. Daher beschränkte die Federal Reserve das Übernahmevolumen der Bank und die Möglichkeiten international zu expandieren.

Die gute Nachricht war, dass der Skandal die Ergebnisse des 4. Quartals nicht nach unten gezogen hatte. Es führte zu höheren Kosten und hat natürlich den Ruf der Bank angekratzt. Wells Fargo konnte in dem Quartal aber immer noch Gewinne in Höhe von 4,9 Milliarden US-Dollar erwirtschaften. Im Vorjahreszeitraum waren es allerdings 5,2 Milliarden gewesen.

Die schlechte Nachricht ist, dass es wahrscheinlich zu geringerem langfristigem Wachstum führen wird. Diesen Punkt hat der neue CEO Tim Sloan auch schon angesprochen. Einen Eindruck davon bekommt man, wenn man sich den Rückgang im Jahresvergleich von 40 % bei der Eröffnung neuer Girokonten im Dezember ansieht. Darüber hinaus gab es einen Rückgang von 43 % bei den neu ausgestellten Kreditkarten. Beide Zahlen fielen, nachdem Wells Fargo nach dem Skandal seine Verkaufsquoten verringert hatte.

Daher wird sich das Unternehmen wahrscheinlich sehr über die letzten Ereignisse und die Rückendeckung durch die Regierung freuen. Abgesehen von der Entscheidung des Arbeitsministeriums, die Webseite offline zu nehmen, hat die Regierung Trump versprochen, die Bankenindustrie dramatisch zu deregulieren und den Regulierungsbehörden die Zähne zu ziehen, die es Wells Fargo in den letzten Monaten so schwer gemacht haben.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von John Maxfield auf Englisch verfasst und am 29.01.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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