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Aufgepasst! General Motors spricht über autonome Fahrzeuge

Viele Anleger denken, dass autonom fahrende Fahrzeuge („Autonomous Vehicles“, AVs) bald die ganze Autobranche auf den Kopf stellen werden. Ich finde es noch ein bisschen früh, Gewinner und Verlierer zu küren. Allerdings muss auch ich sagen, dass wohl bereits fest steht, dass einige der Gewinner nicht aus der traditionellen Fahrzeugbranche kommen werden.

Einige – aber eben nicht alle. Ein Gigant aus den Urzeiten der Branche scheint zuversichtlicher den je, dass man am Ende als Gewinner dastehen wird, sobald AVs erstmal überall zu sehen sein werden. Wenn du in den vergangenen Jahren Mary Barras Zeit als CEO bei General Motors (WKN:A1C9CM) mitbekommen hast, dann weißt du, dass man gut zuhören sollte, wenn sie über neue Technologien spricht.

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Warum Barra denkt, in der Pole Position zu sein

Anfang des Monats hat GMs Vorstand Dan Ammann erklärt, warum das Management-Team zuversichtlich ist, dass das Unternehmen beim Thema AVs in einer guten Ausgangsposition ist: „Wir haben zuletzt immer wieder beständig klare Signale abgegeben, wenn es um AVs und Car-Sharing geht, und wohin wir denken, dass die Reise führen wird. Wir gehen davon aus, dass dies ein sehr, sehr großer Markt sein wird, AVs und Car-Sharing gleichermaßen, und wir glauben, dass wir alle Teile versammelt haben, um in dieser Sparte marktführend zu sein.“

Der folgende Teil einer Präsentation zeigt, welche „Teile“ Ammann meint:

Bildquelle: General Motors

Bildquelle: General Motors

Die meisten Tech-orientierten Anleger denken sicherlich nicht unbedingt an allererster Stelle an GM, wenn es um vernetzte Fahrzeuge geht. Aber der eine oder andere mag bereits die sogenannten OnStar-Button gesehen haben, die GM seit 20 Jahren in seinen Fahrzeugen verbaut. Zieht man mal zwei und zwei zusammen, merkt man: GM hat die OnStar-Technologie sowie seine vernetzte Plattform genommen – außerdem die ganzen Lektionen, die man in den letzten beiden Jahrzenten gelernt hat – und verwandelt dies alles in eine logische Plattform für vernetzte Fahrzeuge, die man bereits in den kommenden Jahren nutzen werden kann.

Was die Fahrzeug-Plattform angeht, sagt Ammann:

Wir sind überzeugt, dass wir für AVs die richtige Plattform haben. Der einzige langfristig nachhaltige Plan für AVs besteht unserer Ansicht nach in rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen. Und mit dem Bolt befinden wir uns da ganz weit vorne, in führender Position. Unsere gesamten Entwicklungen basieren auf den Errungenschaften, die wir mit dem Bolt gemacht haben.

Der Bolt wird in Orion im US-Bundesstaat Michigan gefertigt. Die Fabrik hat noch jede Menge Kapazität, um die Produktion hochzufahren, sobald die Nachfrage nach dem kleinen Wagen anzieht. Das ist für neue Player am Markt ein großes Hindernis – für alte Hasen wie GM natürlich alles andere als schwierig.

Was das Netzwerk angeht, ist das der Grund, warum GM in Lyft investiert hat. Ammann sagt: „Seit einem Jahr haben wir die Zusammenarbeit mit Lyft. Kurzfristig war diese mit Programmen wie dem Express Drive sehr erfolgreich – allerdings ist auch hier das große Ziel am Ende, dass wir AVs im großen Stil auf den Markt bringen.“

Aber verfügt GM tatsächlich über AV-Tech? Wie soll ein altes Unternehmen aus Detroit mit dem Silicon Valley mithalten können? Teil der Antwort ist, dass GM im letzten Jahr ein Startup aus San Francisco gekauft hat, Cruise Automation. Ammann sagt:

Ich möchte mal ein paar Wörter darüber verlieren, wo wir in Sachen Tech stehen. In den vergangenen 12 Monaten, vor allem im Jahr 2016, wurden Unmengen über AVs und die damit verbundenen Geschäftsmodelle geredet und geschrieben. Und wir als Unternehmen sind eher im Hintergrund geblieben und haben fleißig gearbeitet. Darum hier ein paar Infos.

Immer, wenn einer von uns aus dem Management an der Westküste ist, schauen wir bei dem Team von Cruise Automation vorbei und setzen uns in einen Wagen und lassen eine Testfahrt mit uns veranstalten. Wir gucken dann, wie es vorwärts gegangen ist. Und ich zeige jetzt mal ein Video von einer dieser Fahrten, an der ich teilgenommen habe.

Ammann sagte, dass die Aufnahmen von einer gewöhnlichen Testfahrt seien, also keine Sache, die man eigens für das Video veranstaltet hat. Ammann saß hinten im Wagen, die Fahrt dauerte 22 Minuten.

„22 Minuten, komplett autonom, null Eingriffe von Seiten des Fahrers“, sagte Ammann. „Die ganze Fahrt wurde von der Cruise Mobile App gesteuert. Aus technischer Sicht finden wir, dass jede Menge Fortschritte gemacht wurden. Wir haben noch viel Arbeit vor uns: Sicherheit, Integrierungen und so weiter. Aber wir hoffen, dass dies eine Vorstellung davon geben kann, wie schnell hier der Fortschritt ist.“

Fazit: Unterschätze nicht GMs Tech-Bestrebungen

So sehe ich die Lage für Anleger, die sich für autonomes Fahren und das Zusammenspiel von Tech und Autos interessieren.

Als GM vor zwei Jahren die Pläne für den Chevy Bolt offengelegt hat, wurden sie von vielen Tech-Fachleuten und Investoren nicht ganz ernst genommen. Die nämlich fragten: Wie bitte soll so ein Dino wie GM mit Tesla Motors (WKN:A1CX3T) und anderen Größen aus dem Silicon Valley konkurrieren können?

Und heute? Der Bolt verkauft sich gut, und die Erfahrungen aus dem täglichen Einsatz haben gezeigt, dass die Erwartungen für das Modell aus dem Frühjahr noch übertroffen wurden.

Das ist nicht die einzige Sache, wo in den letzten Jahren die Vorgaben von CEO Barra von GM übertroffen wurden. Deswegen denke ich, dass es ein Fehler wäre, GM als Player bei AVs zu unterschätzen.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla Motors. The Motley Fool empfiehlt General Motors.

Dieser Artikel von John Rosevear erschien am 29.1.2017 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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