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Ist Donald Trump 2017 das größte Risiko für Celgene?

Bildquelle: Celgene.

Wenn die Biotech-Investoren gehofft haben, dass die Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten ein Ende des Risikos von Medikamenten-Preiskontrollen bedeuten würde, dann haben sie sich wohl geirrt.

Während einer Pressekonferenz letzte Woche sagte Trump über die Medikamentenhersteller, dass sie in Bezug auf die Medikamentenpreise mit Mord davonkommen würden. Das könnte bedeuten, dass Unternehmen, die teure Medikamenten auf dem Markt haben, darunter Celgene (WKN:881244), 2017 Probleme mit Trump bekommen könnten.

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Die Details

Revlimid wird großflächig bei der Erstlinien- und Zweitlinientherapie von Multiplem Myelom eingesetzt und stellt etwa 60 % der Umsätze von Celgene dar. Revlimid rettet jährlich tausende von Patientenleben. Der sechsstellige Preis bedeutet aber auch, dass es nicht gerade billig ist.

Kostspielige Krebstherapien wie Revlimid konnten bisher durch die Preiskontrollen von Washington hindurch schlüpfen. Aber das könnte sich schon bald ändern, da die Kosten dieser Medikamente in der Vergangenheit den Zorn des Gesundheitssystem, darunter des hochangesehenen Memorial Sloan Kettering Cancer Center, auf sich gezogen haben.

Im Jahr 2013 haben sich unter anderem 100 Leukämie-Experten zusammengeschlossen und die Moralität von astronomisch hohen Preisen bei diesen Medikamenten hinterfragt. Im Jahr 2014 klagte die Memorial Sloan Kettering das Medikament Abraxane von Celgene an und führte es als ein Beispiel dafür an, dass nur moderate Vorteile beim Bauchspeicheldrüsenkrebs jedoch zu extrem hohen Kosten geboten würden.

Die Medikamentenhersteller sind diesem Streit aber auch nicht aus dem Weg gegangen. Obwohl sich Donald Trump noch kein Unternehmen herausgesucht hat, auf das er verweisen möchte, hat das der Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders doch getan. Im Oktober führte Sanders Ariad Pharmaceuticals aufgrund seiner Preiserhöhungen bei einem Leukämie-Medikament namens Iclusig an, das satte 199.000 US-Dollar pro Jahr kostet.

Trump sucht sich ein Opfer

Trump ist berühmt dafür, auf Twitter über Unternehmen herzuziehen, wenn ihm deren Politiken und Praktiken nicht gefallen. Autohersteller und Verteidigungsunternehmen sind bisher seine liebsten Ziele gewesen.

Seit seiner Wahl ist Donald Trump über General Motors hergezogen, weil sie ihre Fahrzeuge in Mexiko herstellen. Dieses Wochenende zeterte er über BMW und behauptete, das Unternehmen könnte mit 35 % Importsteuern belastet werden, wenn es seine Fahrzeuge in Mexiko herstellen und in Amerika verkaufen wolle.

Zu seinen beliebten Prügelknaben gehören aufgrund vergangener hoher Kosten aber auch Boeing und Lockheed Martin, die Hersteller der Air Force One und des F-35-Kampfjets.

In diesen Fällen schienen Trumps öffentliche Tiraden Erfolg gehabt zu haben. General Motors meldete vor Kurzem, man würde 1 Milliarde US-Dollar in den USA investieren. Zuvor hatten sowohl Boeing als auch Lockheed Martin vorgeschlagen, ihre Kosten besser in Zaum halten zu wollen.

Diese Erfolgserlebnisse könnten Trump dazu verleiten, diese Strategie auch bei einzelnen Medikamentenherstellern auszuprobieren, wenn sie nicht parieren. Letzte Woche führte er Medikamentenhersteller aufgrund ihrer Preispolitik an. Am Wochenende sagte Trump, er plane die staatlichen Gesundheitsprogramme Medicare und Medicaid neu aufzustellen und ihnen größere Flexibilität bei der Verhandlung um Ersparnisse einzuräumen.

Ist Celgene als nächstes dran?

Der Einzelhandelspreis von Revlimid betrug 2007 laut Morningstar noch 85.000 US-Dollar. Der Großhandelspreis betrug laut der Organisation America’s Health Insurance Plans 121.800 US-Dollar. Das legt ein jährliches Kostenwachstum von 6,06 % nahe und liegt mit der Schätzung von Cowen & Co. von 6 % pro Jahr auf einer Linie. Das ist weniger als die zweistelligen Preiserhöhungen, die den Zorn der Medien auf sich gezogen haben. Es ist aber immer noch das Doppelte der Inflation.

Darüber hinaus hat Celgene zwischen 2015 und 2016 entschieden, den Preis von Revlimid mehrmals zu erhöhen. Cowen & Co. meldeten im letzten Jahr, der Preis wäre im Juni 2015 um 3 %, im Oktober 2015 um 4 % und im März 2016 um weitere 6,8 % erhöht worden.

Laut dem Management erhält das Unternehmen etwa ein Drittel des jährlichen Umsatzwachstums nur aus Preiserhöhungen. Der Rest des Wachstums kommt von einem höheren Verkaufsvolumen, da die Medikamente für mehr Anwendungen zugelassen werden.

Wie geht es jetzt weiter?

Celgene ist wahrscheinlich eines der erfolgreichsten Biotech-Unternehmen weltweit. Es ist auch eines der wenigen Biopharma-Unternehmen, die den Investoren langfristige Wachstumsprognosen bieten.

Letzte Woche sagte Celgene den Industriebeobachtern auf einer Konferenz, dass 2017 die Umsätze die Marke von 13 Milliarden und die Gewinne pro Aktie 7,10 US-Dollar übersteigen könnten. Der Umsatz soll bis 2020 dann auf 21 Milliarden und der Gewinn pro Aktie auf 13 US-Dollar steigen. Einen großen Wachstumstreiber soll Revlimid darstellen, das im letzten Jahr fast 7 Milliarden US-Dollar Umsatz generieren konnte und dieses Jahr mehr als 8 Milliarden schaffen soll.

Man kann es nicht leugnen, Celgene scheint vernünftiger bei den Preiserhöhungen gewesen zu sein als viele seiner Wettbewerber. Die Kosten ihres Medikaments sind aber immer noch sehr hoch und damit läuft das Unternehmen Gefahr, von den Regulierungsbehörden genauer unter die Lupe genommen zu werden. Die Investoren sollten daher das potentielle Risiko, das von einem Twitter-Shitstorm von Trump hervorgerufen werden könnte, in Betracht ziehen. Darüber hinaus könnte das Preiswachstum der jüngsten Vergangenheit vielleicht nicht aufrecht erhalten werden.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Celgene und Twitter. The Motley Fool empfiehlt General Motors.

Dieser Artikel wurde von Todd Campbell auf Englisch verfasst und wurde am 17.01.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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