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Wo sollten Anleger 2017 investieren?

Foto: Pixabay, Hans

Was sollst du 2017 kaufen? Während die Investoren noch den Jahreswechsel verdauen, beginnen sich die Gedanken unaufhaltsam um das vor uns liegende Jahr zu drehen. Und wie bei den meisten Jahren versuche ich gerade, meine Investitionsstrategie für die kommenden zwölf Monate zusammenzustellen.

Warum mühe ich mich überhaupt mit einem solchen Plan ab, anstatt opportunistisch auf die kommenden Ereignisse zu reagieren? Das ist einfach eine persönliche Vorliebe. Aber ich habe erkannt, dass es mit einem Plan in der Tasche leichter ist, auf Gelegenheiten zu reagieren, wenn sie sich bieten.

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Lass uns also mit dem Grundgerüst des Plans vom letzten Jahr beginnen.

Wie ich mich 2016 geschlagen habe

„Öl- und Bergbauaktien beginnen, unterbewertet auszusehen“, schrieb ich. „Gleiches gilt für die Ingenieurs- und Dienstleistungsunternehmen, die in diesem Sektor arbeiten.“

In den kommenden Wochen kaufte ich BHP Billiton zu 596 Pence, Royal Dutch Shell zu 1295 Pence, IMI zu 773 Pence und Weir zu 777 Pence.

Die Preise heute? Am 31.12.2016: 1305 Pence, 2282 Pence , 1009 Pence und 1861 Pence. Das ist ein durchschnittlicher Gewinn von 88 %.

Auch bei den Märkten hatte ich ein glückliches Händchen.

„Ich werde auf Schwächen in Amerika achten. Die Asien-Pazifik-Region sieht interessant aus, und ich werde in den kommenden Monaten meine Indexfonds für diese Region aufstocken“, schrieb ich.

In Amerika tat sich keine Gelegenheit auf, dafür aber in der Asien-Pazifik-Region. Hier ist mein Vanguard-Indexfond um 34 % gestiegen. Der für den FTSE 100 hingegen nur 17 %.

Schließlich habe ich mich aus der Deckung gewagt und mir eine Meinung zum FTSE gebildet.

„Ich erwarte, dass er noch weiter sinkt als auf die 5.875 Punkt von letzter Woche“, schrieb ich. „Aber ich denke, dass er in einem Jahr höher notiert als heute.“

Wieder Glück gehabt. Mitte Februar näherte der FTSE 100 sich der 5.500-Marke und schoss dann nach oben. Am 31.12.2016 lag er über 7.000 Punkten.

Erwarte das Unerwartete

Das vor uns liegende Jahr wird höchstwahrscheinlich durch Dinge bestimmt, welche ich vor einem Jahr noch nicht auf meinem Radarschirm hatte.

Beispielsweise der Brexit: Vor einem Jahr war noch nicht einmal das Datum der Abstimmung bekannt.

Donald Trump im Weißen Haus: Vor einem Jahr war Nate Silver, der Wahlstatistiker, der sich bei den Wahlen 2008 und 2012 seine Meriten verdient hat, der Meinung, dass Trump die Nominierung bei den Republikanern nicht gewinnen würde, geschweige denn die Präsidentschaft.

Technologie: Der hochangesehene Fondsmanager Nick Train zeigte, dass zum ersten Mal in der Geschichte, die fünf größten Unternehmen der Welt Technologieunternehmen sind: Apple, Alphabet (früher Google), Microsoft, Amazon und Facebook. 1999? Keiner.

Und zum Schluss ein ziemlich besorgniserregender wirtschaftlicher Abschwung. Wie ich bereits vor ein paar Wochen geschrieben hatte, wird 2017 ein Rückgang der Nettoeinkünfte stattfinden. Ihr könnt schon mal eure Gürtel enger schnallen.

Durch das dunkle Tal

Was sollen wir nun damit anfangen? Ich muss zugeben, dass die Dinge nicht so deutlich sind, wie vor einem Jahr. Trotzdem sind ein paar allgemeine Schlüsse möglich.

Erstens, die großen Aktienmärkte, auf beiden Seiten des Atlantiks, sind ziemlich ehrlich bewertet. Der FTSE 100 hat ein KGV von 20 und eine Rendite von unter 3 %. Ein ähnliches Bild ergibt sich für den amerikanischen S&P 500.

Diese Ausgeglichenheit deutet an, dass große Gewinne in diesem Bereich eher unwahrscheinlich sind. Allerdings gibt es in den asiatischen Märkten noch Wert zu holen. Sowohl Hongkong als auch Japan sehen auf moderate Weise attraktiv aus und einige einzelne europäische Märkte haben auch noch etwas Anziehungskraft.

Zweitens: Obwohl der FTSE 100 als Ganzes einen vernünftigen Preis hat, leiden Aktien, die stark mit der britischen Wirtschaft verbunden sind, noch unter den Nachwirkungen des Brexit-Votums. Hinzukommen noch die Sorgen, um eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums.

Die Herausforderung für Investoren liegt meiner Meinung nach darin, dass es viele Einzelthemen dabei gibt. Es ist nicht so leicht wie letztes Jahr zu sagen: „Die Rohstoffe sind zu billig“. Der Einzelhandel ist ein Sektor, in dem ich einkaufen würde. Hier würde ich nach Nischenunternehmen suchen, die ein ganz bestimmtes Angebot haben. Ingenieurunternehmen sind eine andere Sparte, in der das schwächere Pfund die Exporte antreibt. Versorgungsunternehmen sind ein weiterer Ort: Wasserunternehmen beispielsweise bieten attraktive Renditen.

Drittens: Dies ist ein Jahr, in dem ich davon ausgehe, dass die Qualität entscheidend sein wird. Wie wir beim Brexit sehen konnten, führten die Umstände zu zeitweiligen Fehlbepreisungen. Halte also nach großen Marken Ausschau und versuche Unternehmen zu finden, die Buffett-artige Wettbewerbsvorteile haben. Unternehmen wie Unilever und Diageo sind selten billig, aber für geduldige Investoren lohnen sie sich trotzdem.

Kurz und gut

Wie sollen wir das alles zusammenfassen? Das ist leicht.

Da es keine großen Investitionsthemen gibt, geht es in den kommenden zwölf Monaten eher darum, Gelegenheiten zu ergreifen, indem du einzelne Aktien zu günstigen Preisen kaufst.

Wähle weise! Denn für mich wird 2017 deutlich schwieriger als 2016.

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Dieser Artikel wurde von Malcolm Wheatley auf Englisch verfasst und am 31.12.2016 auf Fool.co.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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