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Mieses Jahr für RWE und E.ON und auch die Zukunft bleibt herausfordernd

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E.ON (WKN:ENAG99): –27 %; RWE (WKN:703712): –4 %; DAX: +10 %. Die Aktienkursentwicklung seit Jahresbeginn zeigt ein verheerendes Bild. Anleger, die dieses Jahr auf den Turnaround der deutschen Energieriesen gehofft hatten, wurden bitter enttäuscht. Das Jahr 2017 könnte nun zumindest einen kleinen Befreiungsschlag bieten. Die langfristigen Aussichten sind dennoch nicht rosarot.

2016, ein Jahr mit großen Veränderungen

Das Jahr 2016 wird als ein Jahr der großen Veränderung in die Geschichte der deutschen Energiewirtschaft eingehen. Die großen deutschen Energiekonzerne E.ON und RWE haben sich jeweils in zwei eigenständige Gesellschaften aufgetrennt. Die Kraftwerksgeschäfte und der Energiehandel wurden von den Netzen, der Energieerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen und dem Endkundengeschäft getrennt. Das einstmals blühende Geschäft mit der Erzeugung von Elektrizität aus konventionellen Energiequellen, welches den Anteilseigner in der Vergangenheit saftige Dividendenzahlungen bescherte, landete auf der gefühlten Resterampe.

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Durch den Zubau dezentraler Einspeiser wie Windmühlen und PV-Module erhöhte sich das Stromangebot schlagartig. Durch den Fördermechanismus des Erneuerbare-Energien-Gesetz geschah dies noch dazu mit Energie, die an den Strombörsen zum Nulltarif gehandelt wird und vorrangig in die Energienetze eingespeist wird. Wenn also der Wind an der Nordseeküste kräftig bläst und in Süddeutschland die Sonne auf die PV-Module scheint, dann warten die konventionellen Kraftwerke untätig an der roten Ampel. Bei Betreibern von Wind- und PV-Anlagen klingelt durch die fixierte Vergütung für Strom aus Erneuerbaren-Energien hingegen kräftig die Kasse.

Diese Entwicklung ging an den Energieriesen nicht spurlos vorbei. Milliardenabschreibungen auf die Kraftwerke waren die Folge. Die Dividenden wurden drastisch gekürzt und millionenschwere Einsparprogramme verkündet. Das Ganze gipfelte in der Auftrennung der Geschäftsfelder. Die konventionellen Kraftwerke und der Energiehandel werden künftig in den Gesellschaften Uniper (WKN:UNSE01) und RWE gebündelt. Für Netze, die Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen und den Energievertrieb sind künftig die Gesellschaften E.ON und Innogy (WKN:A2AADD) verantwortlich.

Für 2017 rückt aber zunächst noch einmal die Vergangenheit in den Fokus der Konzerne. Die Verpflichtungen aus der Entsorgung des entstandenen Atommülls sollen in einen Fond der Bundesregierung übertragen werden. Natürlich inklusive der entsprechenden finanziellen Mittel.

2017, das Jahr der Befreiung?

Die Altlasten aus der Atomstromerzeugung sind langfristig wohl eine der größten umweltpolitischen Aufgaben Deutschlands und damit eines der größten finanziellen Risiken der Energiekonzerne. Mit dem Jahr 2017 könnte sich zumindest das finanzielle Risiko für E.ON bzw. Uniper und RWE bzw. Innogy erledigt haben. Die Verpflichtung soll gegen die Übertragung entsprechender finanzieller Mittel auf die Bundesregierung übergehen. Wichtig ist dabei, dass lediglich die Verantwortung für die Entsorgung des Atommülls in dieser Übertragung inbegriffen ist. Der Rückbau der Anlagen verbleibt weiterhin in der Verantwortung der Konzerne.

Für die Konzerne bedeutet das zwar langfristig eine Entlastung, in 2017 müssen aber nun erstmal die finanziellen Mittel aufgebracht werden. Bei E.ON sind das 8,9 Mrd. Euro. Bei RWE 7,6 Mrd. Euro. Vergleicht man das mit den liquiden Mitteln der Unternehmen wird deutlich, dass es sich um ordentliche Beträge handelt. E.ON bilanzierte zum Ende des dritten Quartal liquide Mittel und Wertpapiervermögen von 9,3 Mrd. Euro. RWE besitzt derzeit liquide Mittel und Wertpapiere von 10,6 Mrd. Euro.

Die Bilanz der beiden Konzerne dürfte diese Zahlungen zwar verkraften, dennoch fehlt das Geld bei den notwendigen Investitionen in den Konzernumbau. Also für den Zubau von EEG-Anlagen, um die Stilllegungen der konventionellen Kraftwerke zu kompensieren, dem Ausbau der Verteilnetze um diese dezentralen Erzeugungsanlagen in das Verteilnetz zu integrieren und dem Aufbau neuer Geschäftsmodelle, die künftig wohl mehr denn je notwendig werden.

Langfristig müssen sich die Energiekonzerne neu erfinden

Auch langfristig stehen die Energiekonzerne vor großen Herausforderungen. Egal ob sie nun RWE, E.ON, Uniper oder Innogy heißen. Eine Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums kam etwa zu dem Schluss, dass nicht nur der Endenergieverbrauch in Deutschland deutlich zurück geht, sondern auch die Bruttostromerzeugung leicht sinken wird.

Der Kuchen wird also kleiner, und zwar für alle traditionellen Geschäftsfelder der Energiekonzerne. Egal ob in der Energieerzeugung, dem Handel mit Energie, der Verteilung von Energie über Energienetze oder dem Vertrieb von Energie. Dazu kommen neue Wettbewerber, die selbst in die Stromerzeugung einsteigen. Etwa Tesla oder Total, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Um hier nicht unter die Räder zu kommen, müssen sich die Konzerne neu erfinden. Es müssen neue Geschäftsmodelle erschlossen werden, um die Abhängigkeit vom reinem Energiegeschäft zu reduzieren. Erste Ansätze zeichnen sich ab, wie die Meldung des möglichen Einstiegs von Innogy beim Aufbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge zeigt. Aber auch hier begegnen den Konzernen neue, innovative und vor allem finanzstarke Wettbewerber.

Die Zukunft wird zeigen, ob sich die Energieversorger neu erfinden können oder langsam immer weiter ins Hintertreffen geraten.

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Sven besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Tesla Motors. The Motley Fool empfiehlt Total.

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