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Vapiano könnte zum deutschen McDonald’s oder Starbucks werden

Foto: Getty Images

Welch schöner Traum wäre es, wenn sich die Kurse der gekauften Aktien vervielfachen. Bei Starbucks (WKN:884437) und McDonald’s (WKN:856958) war das in den letzten elf Jahren kein Traum. Die Anleger konnten sich jeweils über mehr als eine Vervierfachung ihrer Investitionssumme freuen. Und auch heute oder zumindest in naher Zukunft gibt es derart vielversprechende Investitionsmöglichkeiten nicht ausschließlich in Anlegerfantasien, sondern in der Realität und dazu auch noch in Deutschland.

Die deutsche Restaurantkette Vapiano plant nach Insiderinformationen offenbar im nächsten Jahr den Börsengang. Und wenn vier Faktoren stimmen, dann verspricht dieser Börsengang vielleicht ähnlich hohe Renditen wie Starbucks oder McDonald’s in den letzten Jahren.

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Restaurantwachstum und Umsatz pro Restaurant

Grundsätzlich gibt es für Restaurantketten zwei Wachstumstreiber. Mehr Kunden in die bestehenden Restaurants locken oder neue Filialen eröffnen. Für das Gesamtwachstum einer Restaurantkette sind daher zwei Kennzahlen von Bedeutung: das Wachstum der Restaurantanzahl und der Umsatz pro Restaurant.

Betrachtet man den Zeitraum von 2012 bis 2014 (für das Jahr 2015 wurde im Bundesanzeiger noch kein Konzernabschluss veröffentlicht), so erkennt man ein recht starkes, aber abflachendes Wachstum bei der Anzahl der Restaurants. Der Umsatz pro Restaurant steigt hingegen nur moderat.

Restaurantanzal und Umsatz pro Restaurant. Datenquelle: Veröffentlichte Konzernabschlüsse

Restaurantanzahl und Umsatz pro Restaurant. Datenquelle: veröffentlichte Konzernabschlüsse

Der Grund für diesen flachen Anstieg des Umsatzes pro Restaurants könnte aber in der deutlich schnelleren Steigerung der Franchise-Restaurants sein. Da bei diesen lediglich ein Bruchteil der Umsatzerlöse bei Vapiano in Form der Franchise-Gebühren ankommen, ist die Kennzahl hier sicherlich verfälscht. Leider veröffentlicht Vapiano in den zur Verfügung stehenden Konzernabschlüssen keine getrennten Zahlen für eigene und Franchise-Restaurants.

Die Entwicklung zeigt aber, das das Unternehmen den Umsatz derzeit schneller steigern kann als die Anzahl der Restaurants – zunächst also ein gutes Zeichen. Und auch im Vergleich mit Starbucks und McDonald’s ist das Restaurantwachstum deutlich rasanter. McDonald’s konnte in den Jahren 2012 bis 2014 die Anzahl der Restaurants im Durchschnitt um lediglich 3 % steigern. Starbucks schaffte immerhin 9 %. Selbstverständlich sind die Restaurantzahlen bei Starbucks und McDonald’s deutlich größer, und Zuwächse im zweistelligen Prozentbereich daher deutlich schwieriger zu erreichen.

Die spannende Frage bleibt aber, wie profitabel ist das Geschäft im Premium-Fast-Food-Bereich, in dem sich Vapiano selbst sieht?

Gewinnspanne

Die Umsatzentwicklung ist nur die halbe Wahrheit. Wichtig ist langfristig, was nach Abzug aller Kosten übrig bleibt. Bei Vapiano, Starbucks und McDonald’s sprechen wir bei den operativen Kosten vor allem von Mieten für die Restaurants, die Gehaltsschecks der Mitarbeiter und Kosten für die Lebensmittel. Die Entwicklung von Vapiano ist hier leider nicht optimal. Die operative Gewinnmarge, also wie viel Prozent des Umsatzes als operativer Gewinn übrig bleibt, geht zurück. Im Zeitraum von 2012 bis 2014 von einstmals fast 18 % auf etwa 12 %.

Umsatzentwicklung und operative Marge. Datenquelle: veröffentlichte Konzernabschlüsse

Der Vergleich mit McDonald’s und Starbucks fällt ebenfalls bescheiden aus. McDonald’s berichtet für Restaurants, die selbst betrieben werden regelmäßig operative Gewinnmargen von 15 % bis 20 %. Bei Franchise-Restaurants sind die operativen Margen meist deutlich über 80 %. Starbucks meldete für 2014 und 2015 operative Margen von knapp unter 20 %.

Wie weiter oben bereits beschrieben war das Wachstum der Franchise-Restaurants in den letzten Jahren bei Vapiano deutlich größer als das Wachstum der eigenen Restaurants. Eigentlich würde dies dafür sprechen, dass die operativen Gewinnmargen steigen sollten – was die Zahlen von McDonald’s zeigen. Zumindest in dem betrachteten Zeitraum tun sie das leider nicht.

Über den Grund dieser Entwicklung kann derzeit leider nur spekuliert werden. Ein Ansatzpunkt zur Verbesserung dieser Kennzahl könnte allerdings die Unternehmenskultur sein.

Die Unternehmenskultur

Mit schönen Restaurants, angenehmer Atmosphäre, meist leckerem und gefühlt frischem Essen hebt sich Vapiano deutlich von McDonald’s und anderen Fast-Food-Restaurants ab. Auf der anderen Seite war das Unternehmen in den letzten Jahren auch mit sehr negativen Schlagzeilen in der Presse vertreten.

Im Jahr 2013 wurde von einer Gewerkschaft eine Strafanzeige gestellt, da Mitglieder des Wahlvorstands zur Wahl eines Betriebsrates von Weiterbildungsmaßnahmen ausgeschlossen wurden und gegen zwei der Wahlmänner gar Kündigungen ausgesprochen wurden. Im Jahr 2015 gab es einen Zeitungsbericht, wonach das Unternehmen angeblich Arbeitszeiten von Mitarbeitern manipulierte und die Mitarbeiter je Restaurant um bis zu 50.000 Euro geschädigt wurden. Ebenfalls im Jahr 2015 erhoben ehemalige Mitarbeiter Vorwürfe gegenüber Vapiano, dass Mindesthaltbarkeitsdaten von Lebensmitteln manipuliert wurden.

Zwar sollte man derartige Pressemitteilungen sehr kritisch betrachten. Vor allem dann, wenn es sich bei den Quellen um ehemalige Mitarbeiter handelt. Dennoch spricht all das nicht für eine über alle Zweifel erhabene Unternehmenskultur – zumindest in der Vergangenheit. Oftmals sind zu ambitionierte Wachstumspläne schuld an derartigen Missständen. Das Management hat diese Vorfälle hoffentlich sehr ernst genommen und entsprechende Maßnahmen eingeleitet, um keine Wiederholungen befürchten zu müssen. Weitere derartige Meldungen dürften sich mit ziemlicher Sicherheit auf die finanzielle Entwicklung von Vapiano auswirken.

Unterm Strich

In der Vergangenheit hat Vapiano einiges richtig gemacht. Restaurantwachstum und Umsatzwachstum sind sehr beeindruckend. Das Unternehmen hat gezeigt, dass es sein Erfolgsrezept in Deutschland und auch weltweit verlässlich wiederholen kann. Zweifel bestehen aktuell aber bei der künftigen Profitabilität des Geschäfts und bei der Unternehmenskultur.

Vielleicht sollte sich die Geschäftsleitung den Slogan der Restaurantkette, „Chi va piano, va sano e va lontano“, zu Herzen nehmen. Auf Deutsch übersetzt heißt das in etwa:

Wer alles im Leben locker und gelassen angeht, lebt gesünder und länger.

Kein Wachstum um jeden Preis, sondern mit Bedacht wäre künftig vielleicht die bessere Unternehmensdevise. Ansonsten könnten bei zu schnellem Wachstum die Profitabilität und die Unternehmenskultur auf der Strecke bleiben.

Unterm Strich bleibt aber: Ein möglicher Börsengang von Vapiano würde das deutsche Börsenparkett um eine weitere interessante Investitionsmöglichkeit bereichern. Noch dazu um eine Möglichkeit, die vielleicht ähnlich hohe Rendite verspricht wie einstmals McDonald’s oder Starbucks. Aber nur dann, wenn die vier genannten Punkte sich in die richtige Richtung entwickeln.

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Sven besitzt Aktien von Starbucks und McDonald's. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Starbucks.

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