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Was ist Value Investing?

Foto: The Motley Fool.

Der Preis ist, was du bezahlst. Wert ist das, was du bekommst.

In diesem einfachen Spruch hat der berühmte Investor Warren Buffett den Unterschied zwischen dem Preis, also dem Kurs, und dem Wert dargestellt. Die beiden sind nämlich nicht immer dasselbe. Dieses einfache Verständnis hat dem Gründer von Berkshire Hathaway (WKN:A1YJQ2) sehr geholfen, als er sein Vermögen angehäuft hat. Den Unterschied zwischen Preis und Wert zu verstehen macht diese Art des Investierens seit Jahrzehnten so erfolgreich.

Was ist Value Investing?

Value Investing ist, wenn man in Aktien investiert, die zu einem geringeren Kurs gehandelt werden als ihr intrinsischer Wert. Daher kauft man praktisch Aktien mit einem Rabatt darauf, was der Investor glaubt, dass sie wert sind, in der Hoffnung, dass diese Investitionen steigen bis sie ihren intrinsischen Wert erreichen.

Um das besser zu verstehen, sollte man einige Dinge verstehen:

  • Intrinsischer Wert: eine Schätzung des Wertes einer Aktie. Der intrinsische Wert weicht vom Aktienkurs ab, denn er stellt den tatsächlichen Wert des Unternehmens pro Aktie dar.
  • Marktpreis: der Kurs, zu dem eine Aktie zu einem bestimmten Zeitpunkt an der Börse gehandelt wird. Value-Investoren hoffen, dass die Volatilität gelegentlich den Marktwert einer Aktie irrational unter den intrinsischen Wert treibt und damit eine Investitionsmöglichkeit schafft.

Benjamin Graham, der Mentor von Warren Buffett, hat einmal einen berühmten Ausspruch zu diesem Thema geäußert, den man in seinem Buch ‘Der Intelligente Investor’ nachlesen kann. Darin beschreibt er den Markt als einen emotional getriebenen Geschäftspartner, der jeden Tag mit verschiedenen Preisvorstellungen kommt und ein Unternehmen kaufen oder verkaufen möchte.

Stellen Sie sich vor, Sie besitzen ein kleines Unternehmen, und die Aktie hat sie 1.000 US-Dollar gekostet. Einer ihrer Partner namens Mister Market möchte sie gerne von Ihnen kaufen. Jeden Tag sagt er Ihnen, was er glaubt, das dieser Anteil wert ist und darüber hinaus bietet er Ihnen an, Ihren Anteil zu kaufen oder Ihnen einen zusätzlichen Anteil zu verkaufen. Manchmal scheinen seine Vorstellungen angesichts der Geschäftsentwicklungen und der Wachstumsaussichten plausibel und gerechtfertigt zu sein. Oft gehen mit ihm aber die Pferde durch und er ist entweder enthusiastisch oder hat wahnsinnig Angst, und daher sind seine Wertvorstellungen manchmal ziemlich töricht.

  • Sicherheitsmarge: der Unterschied zwischen dem Aktienkurs und dem intrinsischen Wert, wenn eine Aktie unter ihrem intrinsischen Wert gehandelt wird. Üblicherweise wird das in Prozent ausgedrückt. Je größer die Sicherheitsmarge, umso besser.

Die folgende Grafik zeigt, worum es beim Value Investing geht:

Grafik: Autor.

Grafik: Autor.

Es gibt verschiedene Arten von Value Investing

Die Investoren sollten erkennen, dass nicht alle Arten des Value Investing dieselben sind. Der Investmentstil lässt sich wohl am besten mit einem Spektrum ausdrücken, wobei man sich deutlich an einem Ende des Spektrums auf den Wert und am anderen Ende auf das Wachstum bezieht.

Am Anfang seiner Karriere hat sich Warren Buffett sehr auf den Wert beschränkt. Genau wie Graham schaute Buffett nur auf den Wert bei einer gegebenen Investition. Er suchte praktisch nach “Zigarrenstummeln”, aus denen man noch etwas herausholen konnte. Zu einer anderen Zeit seiner frühen Karriere suchte Buffett nach nachhaltigeren Geschäften, aber er war mehr darauf fokussiert eine Aktie zu finden, die 1 Dollar wert war und für 0,50 US-Dollar zu haben war. So konnte er langfristig mit dem Zinseszinseffekt mehr verdienen.

Grafik: Autor.

Grafik: Autor.

Später in seiner Karriere entdecke Buffett seine Wertschätzung für das Wachstumspotenzial. Dieses Umdenken bei seiner Philosophie wurde besonders von seinem Partner Charlie Munger angestoßen, über den Buffett sagt, er würde ein deutlich besseres Verständnis dafür haben, was ein wundervolles Unternehmen zu einem fairen Preis wäre – im Gegensatz zu einem vernünftigen Unternehmen zu einem hohen Preis.

Durch den Kauf von hochwertigen, nachhaltigen Unternehmen mit starken Wettbewerbsvorteilen kann man als wertorientierter Investor den Turnover in seinem Portfolio vermeiden und die Chancen auf langfristige Kursgewinne deutlich erhöhen. Dieses Umdenken erlaubt es Buffett nach Investitionen zu suchen, die Berkshire Hathaway praktisch für immer halten können. Damit sind Unternehmen wie Coca-Cola, Wells Fargo und American Express gemeint, die Berkshire seit Jahrzehnten hält.

Ein wichtiger Vorteil dabei ist, dass Buffett sich nicht länger damit beschäftigen muss, wann eine Aktie verkauft werden sollte. Das fasste er 1998 in einem Brief an die Aktionäre wie folgt zusammen.

Wenn wir Teile von außergewöhnlichen Unternehmen mit sehr gutem Management besitzen, dann ist unsere bevorzugte Halteperiode für immer. Wir sind genau das Gegenteil von denen, denen es nicht schnell genug mit dem Verkauf und dem Verbuchen der Gewinne gehen kann, wenn sich die Unternehmen gerade gut entwickeln, die aber trotzdem mit einem großen Starrsinn Unternehmen halten, die enttäuschen. Peter Lynch nennt dieses Verhalten die Blumen abschneiden und das Unkraut wässern.

Abgesehen davon gibt es keine exakten Regeln für wertorientiertes Investieren. Das zentrale Thema zwischen den verschiedenen Formen dieser Investmentform ist, dass sie alle im Wert verankert sind. Selbst Buffetts Ansatz hat sich im Lauf der Jahre verändert. Er möchte wundervolle Unternehmen zu fairen Preisen kaufen. Buffett versucht dabei Überbewertungen zu vermeiden. Sobald die Investoren aber beginnen, den intrinsischen Wert zu vernachlässigen, dann praktizieren sie kein Value Investing mehr.

Wenn man sich überlegt, wie gut sich diese Investmentform mit ihrem Fokus auf Unternehmen mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen bisher entwickelt hat und wie gut es für Buffett funktioniert hat, dann ist es vielleicht eine gute Idee, es Buffett hier gleich zu tun.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Berkshire Hathaway (B shares). The Motley Fool besitzt Wells Fargo. The Motley Fool empfiehlt American Express und Coca-Cola.

Dieser Artikel wurde von Daniel Sparks auf Englisch verfasst und wurde am 09.12.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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