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3 Lektionen, die man als Investor 2016 lernen konnte

Foto: Wikimedia Commons, Gage Skidmore

2016 werden wir nicht so schnell vergessen und vielleicht ist das auch gut so. Denn egal wieviel Erfahrung man als Investor schon hat, es gibt immer noch sehr viel zu lernen, oder noch einmal zu lernen. Weniger als drei Wochen trennen uns vom Jahresende, daher wollen wir uns drei Dinge anziehen, die uns der Markt dieses Jahr hätte lehren können.

1. Erwarte das Unerwartete

Die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA hatte niemand auf dem Radar. Aber nicht nur die Investoren waren davon schockiert. Die Märkte tendieren dazu, negativ auf Überraschungen zu reagieren. Viele nahmen an, dass die Indexe einbrechen würden. Wir bekamen aber genau die gegenteilige Reaktion. Die Aktien vieler Unternehmen, besonders derer in den Bereichen Verteidigung und Infrastruktur, stiegen deutlich.

Ob Trump es schafft, das Wachstum in den USA wiederherzustellen oder nicht, wird definitiv interessant. Die ganze Episode unterliegt der Tatsache, dass niemand mit Sicherheit weiß, wie sich die Märkte morgen verhalten werden – ganz zu schweigen von nächster Woche, dem nächsten Jahr oder wie sie auf bestimmte Ereignisse reagieren werden. Wie Clint Eastwood einmal angemerkt hat: “Wenn du eine Garantie möchtest, dann kauf einen Toaster.“

2. Diversifiziere

Wenn du eine Erinnerung brauchst, wie wichtig Diversifikation ist, dann sieh dir nur das Brexit-Referendum an. Obwohl der FTSE 100 und der FTSE 250 zuerst anstiegen und dann stark ausverkauft wurden, hatten einige Industriezweige wie Fluglinien Probleme, wieder in die Spur zu finden. Ryanair, IAG oder easyJet zu besitzen sollte daher deinem Portfolio nicht zu sehr geschadet haben. Alle drei zu besitzen und nichts anderes wäre aber desaströs gewesen, besonders da diese Unternehmen auch jede Menge Ärger mit dem Streik der Fluglotsen und terroristischen Übergriffen bei beliebten Reisezielen zu kämpfen hatten.

Eine Auswahl von Unternehmen in verschiedenen Märkten zu halten ist nicht genug. Ein wirklich ausbalanciertes Portfolio sollte auch geographisch diversifiziert sein. Das bedeutet, dass man Aktien von Unternehmen kauft, die international arbeiten, wie zum Beispiel den Konsumgüter-Riesen Unilever oder das Pharma-Unternehmen AstraZeneca.

Da die Warnung ausgegeben wurde, dass das BIP-Wachstum von 2,1 % auf nur noch 1,1 % im nächsten Jahr fallen könnte, wäre jetzt vielleicht ein guter Zeitpunkt um nachzusehen, ob dein Portfolio zu sehr auf Großbritannien beschränkt ist.

3. Die Zeit des größten Pessimismus kann auch die Zeit der größten Gelegenheiten sein

Schließlich sollten wir uns darauf konzentrieren, uns damit wohl zu fühlen, was den anderen schwerfällt. Dazu wollen wir uns zwei Beispiele ansehen.

Aktien der großen Öl-Unternehmen wie Royal Dutch Shell im Januar zu kaufen, hätte wohl viele abgeschreckt. Damals fiel das Unternehmen auf den niedrigsten Stand in 14 Jahren auf 1.277p als der Ölpreis auf 28 US-Dollar pro Barrel fiel. Ein knappes Jahr später wird die Aktie um fast 75 % höher bei 22 GBP gehandelt. Hättest du 5.000 GBP im Januar investiert, dann würdest du jetzt auf 8.750 GBP sitzen. Dabei haben wir noch nicht einmal die Dividenden mit eingerechnet, die du vielleicht klugerweise reinvestiert hättest. Und das alles noch, bevor sich der Preis des schwarzen Goldes wieder erholt hatte.

Aber Shell ist hier keine Ausnahme. Im Dezember 2015 wurde die Aktie von Glencore mit etwa 90p gehandelt, nachdem die Analysten die Warnung ausgegeben hatten, sie wäre wertlos, wenn die Rohstoffpreise so niedrig bleiben würden und die hohen Schulden nicht abbezahlt würden. Heute wird die Aktie für 290p gehandelt, da die Minenunternehmen weiterhin von den Währungseffekten nach der Wahl in den USA profitieren.

Doch es stimmt – nicht jede Aktie, die einbricht, wird auch bald wieder steigen. Wie immer sollte man eine gründliche Recherche machen und nur dann investieren, wenn man davon überzeugt ist, dass der Investment Case hier stichhaltig ist. Trotzdem hat uns 2016 daran erinnert, dass gierig zu sein, wenn andere ängstlich sind, sehr profitabel sein kann.

Das Jahr 2016 mag vielleicht hart gewesen sein, aber es kann noch schwieriger sein, mehr über den eigenen größten Feind zu lernen. Das sind keine anderen Investoren, Daytrader oder große Institutionen. Das ist wahrscheinlich die Person, die du im Spiegel siehst.

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The Motley Fool UK besitzt und hat Unilever empfohlen. The Motley Fool UK hat AstraZeneca und Royal Dutch Shell B empfohlen.

Dieser Artikel wurde von Paul Summers auf Englisch verfasst und wurde am 13.12.2016 auf Fool.co.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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