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Was hält das Jahr 2017 für 3D-Druck-Aktien bereit?

Bildquelle: Pixabay, mebner1

Nostradamus hätte wohl selbst mit großer Genauigkeit vorausgesagt, was das Jahr 2017 für 3D-Druck-Aktien und insbesondere für 3D Systems (WKN:888346) und Stratasys  (WKN:A1J5UR), zwei der größten Player des 3D-Druck-Marktes, bereithält.

Es ist sehr schwierig, vorherzusagen, wie sich der Kurs einer Aktie über einen relativ kurzen Zeitraum verhalten wird, da es zwischen der Performance eines Unternehmens und seinem Aktienkurs oft große Diskrepanzen gibt. Langzeitinvestoren sollten sich darauf konzentrieren, wie gut das Geschäft des Unternehmens läuft, da die Aktien-Performance sich früher oder später der Leistung des zugrunde liegenden Geschäfts anpassen wird.

In diesem Sinne blicken wir nun auf einige mögliche Entwicklungen in der 3D-Druck-Branche, die das Potenzial haben, im kommenden Jahr die finanzielle Performance und somit auch den Aktienkurs eines 3D-Druck-Unternehmens zu beeinflussen. Zunächst würde ich gerne darauf zurückblicken, wie sich reine 3D-Druck-Aktien im Jahr 2016 bis zum 5.Dezember geschlagen haben.

DATA BY YCHARTS. DDD = 3D SYSTEMS, SSYS = STRATASYS, AMAVF = ARCAM, MTLS = MATERIALISE, XONE = EXONE, VJET = VOXELJET.

DATA BY YCHARTS. DDD = 3D SYSTEMS, SSYS = STRATASYS, AMAVF = ARCAM, MTLS = MATERIALISE, XONE = EXONE, VJET = VOXELJET.

Obwohl das Jahr noch nicht beendet ist, sieht es danach aus, als würden erstmals seit 2013 reine 3D-Druck Aktien (Arcam, das vergangenes Jahr fast 19 % zugelegt hat, ausgenommen) dieses Jahr einen Kurszuwachs verzeichnen. Die Aktien scheinen also kurz vor dem neuen Jahr Fahrt aufgenommen zu haben.

Nachfolgend sind einige Prognosen für das kommende Jahr, die große Auswirkungen für die genannten Aktien haben könnten.

1. Der makroökonomische Gegenwind wird aller Voraussicht nach anhalten

Meiner Meinung nach scheint es wahrscheinlich, dass die allgemeine Verlangsamung der Nachfrage für 3D-Drucker, mit der Stratasys und 3D Systems seit Anfang 2015 zu kämpfen haben, auch im neuen Jahr anhalten wird. Jedoch glaube ich, dass — hinsichtlich einer Gesamtnachfrage der Branche — die Situation nicht schlimmer wird, solange die allgemeine Wirtschaftslage mitspielt.

Stratasys’ Management erklärt die Verlangsamung der Nachfrage mit einer Überkapazität, die große Absatzzahlen in den vergangenen Jahren herbeigeführt haben. Außerdem glaubt Stratasys’ Führungsetage, dass ein weiterer entscheidender Faktor die Tatsache ist, dass Verkaufszyklen aufgrund der erhöhten Anzahl der Produktoptionen länger geworden sind. Ich glaube zudem, dass viele Kunden sich noch mit einem Kauf zurückhalten, da sie erst einmal abwarten möchten, welche attraktiven Angebote der Markt noch bieten wird.

Letzteres Argument wird im Jahr 2017 wohl etwas verblassen, da die zwei Unternehmen HP (WKN:A142VP) und das Start-Up Carbon, deren Markteintritten mit hoher Spannung entgegengefiebert wurde, dieses Jahr beide ihren ersten 3D-Drucker enthüllt haben.

2. 3D Systems und Stratasys sollten eine stärkere Führung bekommen

Beim Investieren ist es in der Regel klug, auf den Jockey zu setzen – also den CEO. Jedoch sollte man nicht seine engsten Vertrauten, insbesondere den CFO und den Vorstand, vernachlässigen.

Die Strategie, auf den Jockey zu setzen, wurde den größten Teil des Jahres 2016 – was die zwei großen Player betrifft – allerdings auf den Kopf gestellt. In der Führungsetage von 3D Systems herrschte 2016 viel Unruhe, während auch Stratasys einen neuen CEO vorstellte. 3D-Systems-CEO Vyomesh Joshi, der vor der Spaltung des Unternehmens lange Zeit ein hohes Amt im 2D-Druck-Geschäft von Hewlett-Packard ausübte, übernahm erst im April das Ruder. Stratasys-CEO Ilan Levin – ein langjähriges Vorstandsmitglied – übernahm das Steuer im Juli. Investoren hatten also bisher nicht viel Zeit, die zwei neuen Führungspersönlichkeiten etwas näher kennenzulernen.

Joshi nahm im Juli John McMullen als neuen CFO mit ins Boot, nachdem er sich vom ehemaligen COO und CMO in Juni getrennt hatte – bisher wurde keine der beiden Position neubesetzt. McMullen, der zuvor die wichtigste Finanzposition bei Eastman Kodak einnahm, hat mit Joshi bereits bei Hewlett-Packard zusammengearbeitet.

3. HP wird vermutlich mehr Daten zu seinem 3D-Druck-Geschäft bekannt geben

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Bildquelle: HP INC.

Im Mai hat HP zwei – auf der urheberrechtlich geschützten Multi Jet Fusion Technologie beruhende – 3D-Drucker vorgestellt. Das leistungsstärkere Jet Fusion 4200 Modell sollte im Herbst und das Modell 3200 erst nächstes Jahr ausgeliefert werden. Im Rahmen der Markteinführung hat das Unternehmen, das für seine 2D-Druck-Technolgie bekannt ist, die Namen einiger seiner – in ihren Branchen führenden – Partner bekannt gegeben; unter anderem zählen hierzu Nike und BMW.

HP behauptet, dass seine Geräte, die mit Polymer drucken, bis zu zehn Mal schneller und zwei Mal so kosteneffizient sind wie derzeit führende 3D-Drucker. Angesichts dieses technologischen Vorsprungs zielt HP, wie auch Carbon, darauf ab, tiefer in die Fertigungsindustrie einzudringen, als es 3D-Drucker bislang getan haben.

Als öffentlich gehandeltes Unternehmen, das den 3D-Druck als eine seiner größten Wachstumsmöglichkeiten anpreist, sollte HP Daten zu dem Absatz seiner 3D-Drucker relativ bald preisgeben. Investoren sollten diese Daten allerdings nicht all zu früh erwarten, da Unternehmen in der Regel Geschäftszahlen eines neuen Geschäftsbereichs erst veröffentlichen, wenn ein gewisser Fortschritt erzielt wurde. Für einen bestimmten Zeitraum ist dieses Vorgehen absolut nachvollziehbar; wenn aber HP auch bis Ende 2017 noch keine Daten zu seinem 3D-Druck-Geschäft veröffentlicht hat, würde ich annehmen, dass es nicht zu gut um dieses Segment steht.

4. Auch Carbon sollte zusätzliche Statistiken zu 3D-Druckern veröffentlichen

Im April hat das Venture Capital gestützte Carbon seinen M1 3D-Drucker, der auf der schnellen Continuous Liquid Interface Production (CLIP) 3D-Druck-Technnologie basiert, veröffentlicht. Der M1, der in Polymeren druckt, war bei seiner Markteinführung mit einem dreijährigen Abonnement erhältlich – ein einzigartiges Vertriebsmodell in der Branche.

Bildquelle: CARBON.

Bildquelle: CARBON.

Der TED-Vortrag aus dem Jahr 2015 von Carbon Mitgründer und CEO Joseph DeSimone hat die Behauptung, dass CLIP 25 bis 100 Mal schneller ist als führende 3D-Technologien, unterstrichen. Zudem soll CLIP Carbon zufolge immense Einsatzmöglichkeiten haben und sogar in der Lage sein, Polymer-Teile mit mechanischen Eigenschaften sowie eine Oberflächenveredelung herzustellen, die eine Spritzgussanfertigung nahe kommt.

Carbon ist ein privat gehaltenes Unternehmen, weswegen es nicht verpflichtet ist, irgendwelche Absatzdaten zu veröffentlichen. Da es allerdings in der Vergangenheit bereits Zahlen zu seinen 3-Druck-Abonnements bekannt gegeben hat, wird es vermutlich auch in Zukunft in regelmäßigen Abständen neue Informationen veröffentlichen. Mitte September hat Carbon bereits 50 seiner Maschinen vermietet, Ende des Jahres soll diese Zahl auf 100 ansteigen und TechCrunch zufolge werden nächstes Jahr 500 geleaste Drucker angestrebt.

Carbon entwickelt sich zu einem respektierten Player in der Branche. Das Unternehmen hat Wagniskapital in Höhe von 222 Mio. US-Dollar aufnehmen können. Zu den Unterstützern gehören unter anderem Google Ventures und GE Ventures — die VC-Gesellschaften von Alphabet bzw. General Electric  (WKN:851144). Carbon kooperiert mit Ford, in dessen Vorstand Carbons ehemaliger CEO Alan Mulally und Dupont-CEO Ellen Kullman sitzen.

5. M&A-Aktivitäten werden höchstwahrscheinlich zunehmen

Angesichts des jüngsten aggressiven Vorstoßes von General Electric in das 3D-Druck-Geschäft könnten wir in der Branche in naher Zukunft weitere Übernahmen und Fusionen beobachten.

Im September hat der Industriegigant GE seine Pläne über die Übernahmen von zwei Metall-3D-Druck-Unternehmen – das schwedische Arcam sowie SLM Solutions aus Deutschland – für insgesamt 1,4 Mrd. US-Dollar veröffentlicht. Nachdem die Übernahme von SLM scheiterte, hat GE die Mehrheitsbeteiligung (mit der Option auf den Kauf des gesamten Unternehmens innerhalb einiger Jahre) an Concept Laser, einem weiteren deutschen Metall-3D-Druck-Unternehmen, erworben. Kombiniert hat sich GE diese Akquisitionen 1,3 Mrd. US-Dollar kosten lassen. Diese Deals, die es in diesem Ausmaß in der 3D-Druck-Branche bisher nicht gegeben hat, sind Teil von GEs Plan, bis 2020 einen 3D-Druck-Umsatz von 1 Mrd. US-Dollar zu generieren.

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The Motley Fool empfiehlt und hält Alphabet (A- und C-Aktien), Ford und Nike. The Motley Fool hält Aktien von General Electric. The Motley Fool empfiehlt 3D Systems, BMW und Stratasys.

Dieser Artikel wurde von Beth McKenna auf Englisch verfasst und am 9.12.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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