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Apple verplappert sich: Ja, man investiert in autonomes Fahren

Quelle: Apple.com

Schon vor über anderthalb Jahren hat The Wall Street Journal berichtet, dass Apple (WKN:865985) große Ambitionen im Bereich autonomes Fahren hat und diese unter dem Codenamen Project Titan vorantreibt. Seitdem gab es wilde Gerüchte darüber, ob das Projekt vorangetrieben wird oder nicht, und in welche Richtung der allseits verehrte Mac-Hersteller gehen würde. Derzeit ist die vorherrschende Meinung, dass man eine sehr für Apple untypische Herangehensweise wählt und vor allem auf die Software setzt, sich von Hardware wegbewegt.

Natürlich hat es Apple wieder mal geschafft, nicht zu viel zu verraten. CEO Tim Cook zuckte nur mit den Schultern und grinste, als er letzten Dezember in der Sendung 60 Minutes darauf angesprochen wurde – klar, der Mann hatte definitiv was zu verbergen.

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„Sehr geehrte Damen und Herren der NHTSA,…“

Ein allerdings sehr offizielles Beweisstück, das Apple an einem selbstfahrenden Auto werkelt, besteht in einem Antrag an die US-Behörde NHTSA, der Behörde für Transportsicherheit auf den Straßen. Hier ein sehr aussagekräftiger Teil:

Apple nutzt maschinengetriebenes Lernen, um seine Produkte und Dienste fortschrittlicher und intelligenter zu machen, darüber hinaus mehr und mehr Personal. Das Unternehmen ist äußerst stark in „Machine Learning“ und Automatisierung investiert und freut sich, dass es immer mehr Anwendungsgebiete für Automatisierung gibt, darunter eben auch der Transport.

Unter der Aufsicht der NHTSA können autonome Fahrzeuge im großen Stil das menschliche Leben bereichern. Unfälle können vermieden werden, es könnten Todesfälle im Verkehr umgangen werden und mehr und mehr Menschen in den Genuss von Mobilität kommen. Es ist von außerordentlicher Bedeutung, dass die Regularien ernst genommen werden und in Design und Produktion befolgt werden. Diese Regularien allerdings sollten Unternehmen nicht daran hindern, große Fortschritte und Sprünge nach vorne zu machen – weder bei Sicherheit noch bei Innovation sollten Kompromisse gemacht werden.

Als Teil der Regularien für autonome Fahrzeuge stellt die NHTSA eine Reihe von Ausnahmen, die für reguläre Fahrzeuge gelten, damit Hersteller neue Arten des Transports entwickeln und testen können.

Wenn es nicht um die Verkaufsabsicht geht, erlaubt sich die NHTSA, im Rahmen und zum Zweck von Forschung, Vorführung, Training, Rennen und Shows gewissen Ausnahmen zu gewähren, die von den Standards der NHTSA abweichen.

Die NHTSA erlaubt sich, die Ausnahmen für „hoch automatisierte Fahrzeuge“ (highly automated vehicles, HAVs) gelten zu lassen. Apple unterstreicht, wie wichtig diese Ausnahmen sind, vor allem für „neue Player“:

Der Kongress wie auch die NHTSA haben schon vor langer Zeit verstanden, dass Hersteller in gewissem Rahmen Tests auf offener Straße durchführen müssen. Nicht nur das, so hat der Kongress auch neulich einen Nachtrag zum FAST-Act beigefügt, nach dem etablierte Hersteller diese Tests ohne vorherige Genehmigungen von der FMVSS-Behörde druchführen dürfen. Allerdings gilt dieser wichtige FAST-Act bedauerlicherweise nicht für Neulinge am Markt.

Um die vielen Vorzüge beim Thema Sicherheit für autonome Fahrzeuge zu gewährleisten, Innovation zu befeuern und eine faire Konkurrenzsituation zu schaffen, sollten Neulinge und etablierte Hersteller allerdings gleich behandelt werden. Anstatt sich für Ausnahmeregelungen zu bewerben, sollten alle Unternehmen die Gelegenheit haben, eigene interne Sicherheitsregularien zu schaffen, für die vorher ein Rahmen erstellt wurde. Dieser wäre der effizienteste und effektivste Weg, dass man Best Practices befolgt und man mit dem nötigen Maß an Sicherheitsvorkehrungen voranschreitet.

Anders gesagt: Apple verlangt, dass sie problemlos auf öffentlichen Straßen testen können, ohne zuvor einen langen Prozess für Ausnahmeregelungen durchlaufen zu müssen – bzw. der Prozess für die Ausnahmen sollte schneller vor sich gehen.

Apple hat auch drei wichtige ethische Themen angeschnitten, die bedacht werden müssen: Erstens: Die Auswirkungen, die Algorithmen auf die Entscheidungen beim Fahren haben, auf Sicherheit, Mobilität und die rechtlichen Fragen dahinter. Zweitens, dass Privatsphäre und Sicherheit bedacht werden. Und drittens, dass HAVs einen großen Einfluss auf Themen wie Beschäftigung und öffentliche Räume haben werden.

Apple befürwortet, dass sich Unternehmen die Daten für autonomes Fahren untereinander teilen, vor allem bei den wichtigen Themen Zusammenstöße und Fast-Unfälle.

Wie viel Geld hat Apple bislang reingesteckt?

Dieser Brief an die NHTSA ist das bislang klarste Zeichen, dass Apple tatsächlich in autonomes Fahren investiert ist – als wäre das nicht schon längst klar gewesen. Nicht ganz so ersichtlich ist, wie weit gediehen das Projekt bereits ist. Apple forscht nämlich gerne wild in alle Richtungen und hat kein Problem damit, Dinge auch wieder komplett zu verwerfen.

Wir wissen auch, dass Tim Cook nicht unbedingt denkt, dass ein Investment in eine Horde Auto-Ingenieure ein großes Ding ist. Erst wenn Apple tatsächlich „Unsummen“ für Infrastruktur ausgibt, ist man tatsächlich all-in bei einem Projekt. Denn das Personal mag ein paar zweistellige Millionen kosten, aber wenn es mit der Produktion von Fahrzeugen ernst wird, kann es locker in die Milliarden gehen. Apple spielt also stark mit dem Gedanken an ein autonomes Fahrzeug, steckt aber noch nicht ganz weit drin.

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The Motley Fool hält Aktien von Apple.

Dieser Artikel von Evan Niu erschien am 5.12.2016 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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