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Die Aktienhistorie von Monsanto: Was hinter dem Agrarriesen steckt

Foto: Pixabay, Unsplash

Landwirtschaft gibt es seit tausenden von Jahren. Die Fortschritte in den Methoden und der Technologie haben dazu beigetragen, eine immer schneller wachsende Bevölkerung zu ernähren. Monsanto (WKN:578919) gibt es seit Anfang des 20. Jahrhunderts, aber der Wechsel hin zur Produktivität in der Landwirtschaft ging langsam vonstatten. Die Geschichte der gegenwärtigen Aktienentwicklung von Monsanto geht bis zum Jahre 2000 zurück. Seitdem hat sie für gute Gewinne unter den Anlegern gesorgt. Die Grafik unten zeigt, wie sich Monsanto im Laufe der Zeit entwickelt hat und was für den Agrarspezialisten noch drin sein könnte.

MON Daten von YCharts.

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Die Aktienhistorie von Monsanto im Detail

Monsanto hat eine lange Historie, bevor die obere Grafik beginnt. Das Unternehmen wurde 1901 gegründet. Damals produzierte es Saccharin. 1945 begann Monsanto, Agrarprodukte herzustellen und zu vermarkten. 1960 gründete es seine Agarsparte. Verschiedene Pflanzenschutzmittel kamen in den folgenden Jahrzehnten auf den Markt und die Forschung in der Zellbiologie und der Molekularbiologie trugen Monsanto weiter nach vorn. Mit der Eröffnung des Life Sciences Forschungszentrums 1984 wagte sich Monsanto weiter in die Biotechnologie vor. Mitte der 1990er gingen erste Produkte aus den Versuchsreihen hervor.

1999 fusionierte Monsanto mit Pharmacia & Upjohn. Das resultierende Unternehmen hieß Pharmacia. Die Fusion wurde Anfang 2000 abgeschlossen, aber bereits Ende 2000 spaltete das Unternehmen seine Agrarsparte ab und brachte das neu geschaffene Monsanto an die Börse. Damals wurden 15 % der Aktien verkauft. 2002 schließlich kamen alle Aktien auf den Markt und kurz danach übernahm Pfizer Pharmacia.

Die neuere Geschichte von Monsanto

Seit 2000 hat die Aktie den bekannten Pfad eingeschlagen. Der Bärenmarkt der Jahre 2000-2002 hielt die Aktie zunächst zurück, aber danach explodierte sie regelrecht. Während dieser Zeit machte Monsanto Fortschritte bei Produkten, die in Zukunft zu den wichtigsten Produkten des Unternehmens werden sollten. Das Produkt Roundup förderte das Crossselling der Pflanzenschutzlinie des Unternehmens. Die Processor Preferred-Behandlung sollte die Ethanolproduktion aus Mais effizienter machen. Andere Produkte boten Insektenschutz, höhere Erträge, gesündere Nährwertcharakteristiken und bessere Anbaubedingungen. Ein Boom im Rohstoffsektor lies auch das Interesse an der Landwirtschaft steigen und verschaffte den Bauern mehr finanziellen Spielraum, um neue Technologien einzusetzen.

Während der Finanzkrise mussten die Aktien von Monsanto einen Rückschlag einstecken. Seinen Konkurrenten ging es aber ähnlich. Der Rohstoffmarkt war extrem volatil, da die Unsicherheit bezüglich der weltweiten Wirtschaft aufgrund des finanziellen Ärgers groß war. Manche Investoren machten sich zudem Sorgen um die Reputation von Monsanto als führendes Biotechnologieunternehmen.

Monsantos Aufstieg

Anfang der 2010er Jahre erholte sich der Agrarmarkt und Monsanto profitierte von dieser Entwicklung. Relativ hohe Preise für wichtige Feldfrüchte bescherten den Landwirten genug Geld, um effizienzsteigernde Produkte zu kaufen. Und der Erfolg von Monsanto machte es möglich, einen beachtlichen Marktanteil in wichtigen Agrarnischen zu gewinnen.

Gleichzeitig sorgte Monsanto für Kontroversen. Eine weltweite Gesundheitsinstitution gab bekannt, dass ein Pflanzenschutzmittel krebserregend sein könnte. Und die anhaltende Diskussion über genetisch modifizierte Organismen machten manche Investoren nervös. Die Nachfrage nach Monsantos Produkten bleibt jedoch stark. Und trotz kleiner Hochs und Tiefs hat die Aktie gute langfristige Gewinne erzielt.

Wie geht es mit Monsanto weiter?

Im Moment ist die Zukunft von Monsanto aus einem anderen Grund ungewiss: Es hat eine Fusion mit Bayer ausgehandelt. Wenn der Deal stattfindet, zahlt Bayer den Monsanto-Aktionären 128 US-Dollar pro Aktie auf die Hand. Obwohl beide Unternehmen davon ausgehen, dass die Übernahme bis Ende nächsten Jahres über die Bühne gebracht werden wird, wird die Aktie gegenwärtig zu einem Rabatt von 17% gegenüber dem vorgeschlagenen Verkaufspreis gehandelt.  Das zeigt, dass sich die Investoren ziemlich unsicher sind, ob das Geschäft wirklich stattfindet. Es gibt Befürchtungen, dass Wettbewerbsüberlegungen die Fusion zwischen Monsanto und Bayer verhindern.

Manche Investoren von Monsanto hätten kein Problem damit, wenn die Übernahme platzt. Schaut man sich die Historie des Unternehmens an, was es aus seinen Innovationen herausgeholt hat, erkennt man, dass es noch viel Wachstumspotenzial hat. Obwohl es den ständigen Schwankungen der Erntepreise und deren Auswirkung auf die Kauflaune seiner Kunden ausgesetzt ist, hat Monsanto die internen Ressourcen, um neue Produkte zu entwickeln, die Landwirten helfen, eine immer weiter wachsende Weltbevölkerung in den kommenden Jahrzehnten zu versorgen.

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The Motley Fool hält keine der oben erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Dan Caplinger auf Englisch verfasst und am 07.12.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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