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Amazons Lightsail soll Cloud-Computing einfacher machen

Foto: Pixabay, stokpic

Es besteht kein Zweifel daran, dass Amazon (WKN:906866) der König des Cloud-Computings ist. Amazon Web Services (AWS) — Amazons Sparte, die sämtliche Cloud-Computing-Lösungen des E-Commerce-Riesen umfasst — hat alleine im dritten Quartal einen Umsatz von 3,2 Mrd. US-Dollar generiert und somit die jährliche Run-Rate des Unternehmens deutlich über 10 Mrd. US-Dollar gehoben. Nur wenige von Amazons großen Konkurrenten veröffentlichen detaillierte Informationen zu ihren Cloud-Computing-Geschäften, aber Synergy Research zufolge kontrolliert AWS 31 % des Marktes für Cloud-Infrastruktur. Zum Vergleich: Die drei nächstgrößeren Player kommen zusammen nur auf einen Marktanteil von 24 %.

Bildquelle: AMAZON.

Bildquelle: AMAZON.

Die äußerst erfolgreiche AWS-Sparte ist jedoch nicht für die leichte Handhabung ihrer Produkte bekannt. Amazon prahlt gerne damit, dass AWS ständig um neue Features erweitert wird und für Entwickler ein überwältigendes Angebot darstellt. In den vergangenen Jahren sind Nischen-Player mit dem Ziel emporgekommen, Cloud-Computing zugänglicher zu machen und Kunden dazu zu befähigen, in nur wenigen Minuten ohne großen Konfigurationsaufwand einen virtuellen Server zum Laufen zu bringen. DigitalOcean, ein 2011 gegründetes Start-Up, zählt zu den Bekanntesten dieser Nischen-Player.

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DigitalOcean bietet fünf Standardoptionen zur Einrichtung eines virtuellen Servers. Diese beinhalten festgelegte Auswahlmöglichkeiten für den Arbeitsspeicher, Speicherplatz und ausgewählte Konfigurationen, die Nutzer zur sofortigen Installation von Anwendungen wie WordPress verwenden können. In nur wenigen Minuten ist so ein völlig funktionsfähiger Server mit minimalen Anstrengungen seitens des Kunden eingerichtet. Der günstigste Tarif, der alles beinhaltet, was man für den Betrieb einer einfachen Variante eines Servers braucht, kostet gerade einmal 5 US-Dollar pro Monat. Dieses Geschäftsmodell hat sich für das Unternehmen als erfolgreich erwiesen. DigitalOcean behauptete im August, dass es über 700.000 Kunden verfüge; Amazon zählt rund 1. Million AWS-Nutzer.

Amazon schlägt zurück

Angesichts DigitalOceans Erfolges ist es nicht gerade überraschend, dass Amazon Interesse am Unternehmen zeigt. Auf der AWS re:Invent Konferenz, die Amazon gerade abhält, hat das Unternehmen einen neuen Dienst namens Lightsail vorgestellt — im Grunde genommen eine Nachahmung des Angebots von DigitalOcean. Während AWS in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen stets vorangegangen ist, kopiert Amazon diesmal unverfroren einen Wettbewerber.

Folgendermaßen sieht DigitalOceans Preisschema aus:


Bildquelle DIGITALOCEAN.

Und Amazons Lightsail fährt dieses Preismodell:

Bildquelle: AMAZON.

Für Amazon stellt Lightsail ein Gateway zu seinen AWS-Diensten dar. Die Nutzung von Lightsail ist kinderleicht – genauso wie bei DigitalOcean – ermöglicht aber darüber hinaus eine einfache Integration mit anderen AWS-Diensten. Lightsails niedriger Preis und seine einfache Handhabung senken für Verbraucher die Hürde, der Cloud beizutreten. Gleichzeitig führt Lightsail Kunden mit komplexeren Ansprüchen weiter zu seinen AWS-Lösungen.

Amazons größte Wettbewerber – einschließlich MicrosoftAlphabet und IBM – bieten nicht die Einfachheit an, wie sei bei DigitalOcean und Lightsail zu finden ist. Angesichts Amazons Vorstoßes in das Revier von DigitalOcean wäre ich nicht überrascht, wenn früher oder später alle der drei großen Konkurrenten eine ähnliche Lösung anbieten würden.

Ein möglicher Nachteil für Amazon ist die Tatsache, dass Lightsail einige AWS-Nutzer mit einfachsten Anforderungsprofilen zu niedrigpreisigen Produkten führen könnte. Aber angesichts des Erfolges von DigitalOcean ist das ein Risiko, das man in Kauf nehmen sollte. Trotz seiner Größe wächst AWS immer noch mit einem rasanten Tempo. Um dieses Wachstum aufrechtzuerhalten, muss Amazon das bieten, was Cloud-Computing-Nutzer verlangen. DigitalOceans 700.000 Kunden zeigen, das Einfachheit auf der Wunschliste der Verbraucher ganz oben steht.

Eine zweigleisige Expansion

Während Lightsail ein Schritt ist, Cloud-Anwendungen einfacher zu machen, hat Amazon auch seiner AWS-Sparte einige neue Features, die die Plattform sogar noch komplexer machen, hinzugefügt. Ein neuer Analytics-Service namens Athena soll Kunden ermöglichen, nur für die Abfragen zu bezahlen, die sie auch ausführen. Hinzu sollen einige Dienste im Bereich der künstlichen Intelligenz – wie unter anderem Lex, Polly und Rekognition – Entwickler dazu befähigen, dialogorientierte Schnittstellen zu erstellen, Texte in Sprache zu verwandeln und tiefgründige, lernbasierte Bildanalysen durchzuführen.

Ein weiterer Dienst – Snowmobile – ist ein buchstäblich 15 Meter langer, widerstandsfähiger Transportcontainer, mit dem man große Datenmengen physisch mit Hilfe eines Sattelzuges an AWS transferieren kann. Amazon will unbedingt sicherstellen, dass Unternehmen mit massivem Datenmaterial auch von seiner Cloud Gebrauch machen können – selbst, wenn es dafür einen riesigen LKW benötigt.

All diese Features werden für AWS-Kunden sehr nützlich sein, aber Lightsail hat das Potenzial, Tausende neue Kunden in das AWS-Ökosystem zu locken. Der Wettbewerb wird in Anbetracht der Tatsache, dass DigitalOcean bereits ein etablierter Player auf dem Markt ist und höchstwahrscheinlich einige andere Konkurrenten nachziehen werden, extrem umkämpft sein. Aber Amazon hat sich bisher niemals davor gescheut, seine Preise bis auf das Äußerste zu senken, um Wachstum anzukurbeln.

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Dieser Artikel wurde von Timothy Green auf Englisch verfasst und am 30.11.016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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