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Ist Donald Trump Fluch oder Segen für die großen Pharmaunternehmen?

Foto: Pixabay, DarkoStojanovic

Die Pharmaindustrie ist erleichtert, da Donald Trump die Wahl gewonnen hat. Er vertritt nämlich einen etwas günstigeren Standpunkt in Bezug auf die Preise von verschreibungspflichtigen Medikamenten, Unternehmenssteuern und eine Reform der FDA im Gegensatz zu seiner demokratischen Gegnerin. Für Pharmaunternehmen Pfizer (WKN:852009) ist es aber vielleicht noch etwas zu früh, um schon die Korken knallen zu lassen. Trump hat während seiner Kampagne immerhin nicht allzu viele positive Dinge über diese Multimilliarden-Dollar-Industrie von sich gegeben.

Bildquelle Flickr User Disney

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Daher wollen wir einen genaueren Blick darauf werfen, inwiefern die Präsidentschaft von Trump in den nächsten vier Jahren Fluch oder Segen für die Pharmaindustrie werden könnte.

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Die positive Seite

Die großen Pharmaunternehmen möchten eine Steuerreform in den USA, um weniger Nachteile gegenüber Steuerparadiesen wie Irland zu haben. Washington wollte sich dieser Sache bisher jedoch nicht annehmen. Mehrere große Unternehmen wie Allergan (ehemals Actavis) haben sich aber entschieden, das Problem bei den Hörnern zu packen und sogenannte „Steuerinversionen“ vorzunehmen.

Actavis zum Beispiel hat fünf Milliarden US-Dollar bezahlt, um Warner Chilcott plc zu übernehmen. Ein großer Vorteil dieser Übernahme aus dem Jahr 2013 war, dass der Unternehmenssitz nach Irland verlegt werden konnte. Somit konnte der Steuersatz von Actavis von etwa 37% auf 17% vermindert werden. Pfizer hat auch versucht, davon noch weiter zu profitieren, indem Anfang des Jahres Allergan übernommen werden sollte. Das wurde aber vom amerikanischen Treasury Department abgewehrt.

Trumps Steuerpläne sehen niedrigere Steuern von etwa 15% für die amerikanischen Unternehmen vor. Er möchte zusätzlich die Steuersätze für ausländische Gewinne auf 10% senken, was auch zusätzlich im Laufe von zehn Jahren bezahlt werden kann.

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Wenn dieser Vorschlag Früchte tragen sollte, dann könnten Unternehmen wie Pfizer, die bergeweise Geld im Ausland lagern, diese in die USA zurückbringen, um weitere Übernahmen zu tätigen, Sonderdividenden zu zahlen und / oder jede Menge Aktien zurückzukaufen.

Einfach gesprochen klingt dieser Vorschlag von Trump wie ein großer Gewinn für die großen Pharmaunternehmen.

In Bezug auf die Gesundheitsreform möchte Trump die  „Food & Drug Administration reformieren, um einen größeren Fokus auf die Bedürfnisse der Patienten nach neuen und innovativen medizinischen Produkten zu legen“.

Bisher wurden hier noch keine spezifischen Details genannt, das könnte aber andeuten, dass sich hier große Umwälzungen andeuten. Kurz gesprochen wurde die FDA schwer dafür kritisiert, so streng zu sein, wenn es um die Zulassung neuer Medikamente geht, besonders bei denen für Patienten mit limitierten Behandlungsoptionen. Das aktuelle Regulationsumfeld wurde auch für die teilweise hohen Kosten der Entwicklung für neue Medikamente beschuldigt. Wenn die FDA mehr Daten verlangt, dann müssen diese auch in entsprechenden klinischen Studien für eine Zulassung innerhalb der USA beigebracht werden.

Sollten die klinischen Versuche kleiner, weniger kostspielig sein, dann würde das die Gewinne der großen Pharmaunternehmen stützen.

Die negative Seite

Trump ist aber kein passiver Darsteller in der Kontroverse um die Preise für Medikamente. Er möchte den amerikanischen Markt für Importe mit niedrigeren Preisen öffnen und das Medicare-Programm die Preise direkt aushandeln lassen. Das sehen die Pharmaunternehmen natürlich gar nicht gerne. Aber es kommt noch schlimmer. Er plant, die USA aus dem Trance Pacific Partnership TPP zurückzuziehen. Damit könnten die Preise der USA auf den Rest der Welt übertragen werden.

Trumps Pläne, für mehr Wettbewerb zu sorgen und seine Einmischungen bei der Preisgebung könnte die Gewinnmargen der großen Pharma-Unternehmen zerstören.

Niedrigere Gewinnmargen und mangelnde Möglichkeiten, die Medikamentenpreise zu erhöhen, würde Unternehmen wie Pfizer sehr schaden, die immer wieder Probleme damit haben, die Exklusivitätsrechte für mehrere Top-Seller zu verlieren.

Unterm Strich

Am Ende des Tages kann man nicht sagen, welche von Trumps Vorschlägen es am Ende wirklich schaffen und zu Gesetzen  werden. Die Unternehmenssteuerreform erfordert eine Zusammenarbeit mit dem Kongress und die Realität ist, dass bisher keine der beiden Parteien großes Interesse an diesem Thema gezeigt hat. Die Pharmaindustrie hat eine starke Lobbypräsenz in Washington DC und das könnte helfen, die Gesetzgebung zu deren Gunsten zu ändern, besonders bei den Veränderungen der Medikamentenpreise.

Alles in allem ist nicht klar, ob Trump wirklich alles auf den Kopf stellen wird. Immerhin müssen die meisten seiner Vorschläge erst durch den Kongress, der ein Verfechter der Pharmaindustrie ist. In anderen Worten, die Republikaner werden nicht einfach das tun, was Trump will und die Medikamentenhersteller nicht wollen. Vielleicht wird hier der Status Quo und noch länger bestehen bleiben.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von George Budwell auf Englisch verfasst und wurde am 22.11.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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