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Munich Re: Gefährden die stagnierenden Gewinne die Dividende?

Foto: Pixabay

Die Niedrigzinspolitik der Notenbanken macht den Versicherern zu schaffen. Unternehmen wie die Münchener Rück (WKN:843002) sitzen auf etlichen Milliarden Euro an Kapitalanlagen, deren Erträge einen Großteil der Gewinne ausmachen. Die niedrigen Zinsen für Staatsanleihen machen es nun aber schwierig, diese Milliarden irgendwo unterzubringen, ohne das Risiko von Kursschwankungen, wie es bei Aktien der Fall wäre, in Kauf zu nehmen.

Bei der Münchener Rück beispielsweise hat sich der Gewinn daher seit 2008 seitwärts bewegt. Dennoch wurde die Dividende nahezu jedes Jahr erhöht und gleichzeitig wurden für viele Milliarden Euro eigene Aktien zurückgekauft. Kann dieser Trend aber in den nächsten Jahren fortgesetzt werden?

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Um dir ein Bild von der Situation machen zu können, solltest du zwei Dinge wissen:

Dividendenzahlung beträgt etwa 40 % des Gewinns

Über die letzten vier Jahre betrachtet betrug die Dividendenzahlung im Durchschnitt 40 % des Jahresgewinnes. Die Tendenz ist dabei leicht steigend. Doch 40 % sind noch lange kein beunruhigend hoher Wert.

Dennoch ist das Unternehmen in den letzten Jahren aber zunehmend vorsichtiger geworden und hat die Dividende auf absoluter Basis nur noch leicht erhöht. Da jedoch gleichzeitig jedes Jahr nahezu etwa drei Prozent der eigenen Aktien zurückgekauft wurden, konnte auch die Dividende um ein paar Prozent gesteigert werden, ohne die gesamte ausgeschüttete Summe stark zu beeinflussen. Meiner Meinung nach sollte das Unternehmen in der Lage sein, das Gewinnniveau der letzten Jahre auch weiterhin zu erreichen, womit die Dividende in normalen Jahren voraussichtlich auch weiterhin um etwa ein paar Prozent pro Jahr gesteigert werden kann.

Sobald das Zinsniveau in ein paar Jahren wieder deutlich steigt, kann wahrscheinlich mit ein paar Jahren Verzögerung auch mit einer wieder deutlicher steigenden Dividende gerechnet werden. Die Verzögerung ergibt sich dabei daraus, dass das Unternehmen viel Geld in lang laufende Anleihen investiert hat. Sobald diese ausgelaufen sind, kann das Geld dann in Anlagen mit höheren Zinsen investiert werden.

Solide Kapitalausstattung bietet weiterhin Spielraum

Es könnte jedoch passieren, dass es zu einer extremen finanziellen Belastung durch Naturkatastrophen kommt, die zu einer Dividendenkürzung führen. Jedoch müssten dazu entweder eine außergewöhnlich schwere Katastrophe oder eine ganze Reihe von teuren Ereignissen in einem kurzen Zeitraum auftreten.

Insgesamt müsste eine Belastung von vielen Milliarden Euro auf das Unternehmen zukommen, um die Dividende zu gefährden, da das Unternehmen über eine sehr komfortable Kapitalausstattung verfügt.

Derzeit liegt die Kapitalquote bei etwa 250 % des gesetzlichen Minimums. Also 2,5 mal so hoch, wie unbedingt notwendig. Das gibt dem Unternehmen eine ganze Menge Freiheit das Kapital an die Aktionäre zu verteilen.

Das Management orientiert sich bei der Höhe des Eigenkapitals allerdings nicht an den gesetzlichen Vorschriften, sondern hat sich einen eigenen Mindestwert gesetzt, der deutlich höher liegt. Denn sollte die Kapitalquote das gesetzliche Minimum nicht um mindestens 75 % übertreffen, würde über Maßnahmen wie eine Dividendenkürzung nachgedacht werden.

Hohe Gewinne und exzellente Kapitalausstattung ermöglichen weiterhin großzügige Dividenden

Zusammengefasst besteht also keinerlei Grund zur Sorge, wenn es um die Dividende der Münchener Rück geht. Die hervorragende Kapitalausstattung und die insgesamt noch geringe Ausschüttungsquote sollten meiner Meinung nach dafür sorgen, dass die Dividende auch in den nächsten Jahren weiterhin in kleinen Schritten erhöht werden kann, sofern keine außergewöhnlich hohen Schadensbelastungen auf das Unternehmen zukommen. Wie außergewöhnlich hoch die Belastung sein müsste, zeigt die Vergangenheit. Trotz einer Vielzahl von Katastrophen aller Art wurde die Dividende seit 2003 kein einziges Mal gekürzt.

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Dennis Zeipert besitzt Aktien der Münchener Rückversicherung. The Motley Fool besitzt keine der genannten Aktien.

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