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Volkswagen könnte schon bald vor einer neuen Klagewelle stehen

Foto: Pixabay

Die amerikanischen Regulierungsbehörden haben in vielen Audimodellen eine Software gefunden, die die CO2-Emissionen unter Testbedingungen senkt. Das könnte dem Abgasskandal von VW eine ganz neue Dimension geben.

Volkswagen (WKN:719000) hat zugegeben, dass auch viele Audis mit einer Software ausgestattet waren, die den CO2-Ausstoß unter Testbedingungen gesenkt hat (Quelle: Reuters).

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Diese Software steht aber in keinem Zusammenhang mit dem Dieselskandal des Unternehmens. Diese neuen Erkenntnisse könnten dazu führen, dass VW und seine Luxusmarke in den USA und Europa vor ganz neuen Anklagen stehen könnten.

Die Umweltbehörde EPA hat eine neue Untersuchung bezüglich dieser Software eröffnet.

Was wir über diese Software wissen

Die Bild am Sonntag meldete letzte Woche als erstes, dass die kalifornische Umweltbehörde CARB eine Software gefunden habe, während ein Audi mit Automatikgetriebe getestet worden war. Die Software senkt die CO2-Emissionen, indem das Fahrzeug über die Lenkung feststellt, ob man auf der Straße fährt, oder nicht.

Der Q5 von Audi verkauft sich sehr gut in den USA, aber auch er enthält eine Software, die CO2-Emissionen unter Testbedingungen senkt.

Bildquelle: AUDI.

Bildquelle: AUDI.

Laut dem Bericht in der Bild wurde diese Software in einigen Modellen mit Diesel- und Benzinmotor von Audi in Europa eingesetzt. Die betroffenen Modelle beinhalten den A6 und den A8 wie auch den beliebten Q5.

Bisher ist noch nicht klar, ob diese Software absichtlich installiert worden war, um bei Abgastests zu schummeln, oder ob die Software einen anderen (legitimen) Zweck hatte. Das soll die Untersuchung der EPA jetzt feststellen.

Reuters meldete auch, dass die amerikanische Rechtsanwaltskanzlei Jones Day den CEO von Audi Rupert Stadler bezüglich der neuen Anschuldigungen befragen wird. Jones Day war zuvor schon damit beauftragt worden, für VW eine Untersuchung von außen zum Dieselskandal durchzuführen.

Warum ist das ein separater Vorfall?

Die Schummelsoftware in den Dieselfahrzeugen von VW hat den Oxid- und Stickstoffgehalt bei den Emissionen manipuliert und damit die Emissionen gesenkt, wenn die Software einen Abgastest festgestellt hatte. Diese Stickoxide sind Gifte, die zur Bildung von Smog beitragen. Die Grenzwerte bei den Fahrzeugen sind in den Vereinigten Staaten unter dem Clean Air Act und im smogbefallenen Kalifornien sehr streng. Diese Grenzwerte sind in Europa etwas weniger streng.

Die neu gefundene Software scheint die CO2-Werte zu manipulieren. Beim CO2 handelt es sich um ein Treibhausgas, das im Verdacht steht mit der globalen Erwärmung im Zusammenhang zu stehen. CO2-Emissionen sind sowohl in den USA als auch in Europa streng reglementiert und diese neuen Erkenntnisse haben zu neuen Untersuchungen in Deutschland wie auch in den USA geführt.

Wie es um den Dieselskandal steht

Die EPA und das CARB sind gerade dabei, eine Lösung für die 85.000 VW, Audi und Porsches in den Vereinigten Staaten zu erarbeiten, die mit dem 3,0 Liter Diesel-V6-Motor und der Software ausgestattet waren. Der 3,0 Liter V6-Motor stößt 9-mal so viele Stickoxide beim normalen Fahrbetrieb aus als nach den gesetzlichen Richtlinien erlaubte wäre, scheint unter Testbedingungen aber die entsprechenden Vorgaben zu erfüllen. Die nächste Anhörung vor Gericht findet am 30. November in San Francisco statt.

VW arbeitet mit der US-Regierung zusammen, um diesen Disput um den 3,0 Liter TDI-Diesel-V6-Motor zu lösen.

Bildquelle: AUDI.

Vor einigen Monaten hatte VW sich schon dazu bereit erklärt Entschädigungszahlungen in Höhe von 15,3 Milliarden US-Dollar zu bezahlen, was fast 500.000 Fahrzeuge in den USA mit dem 2,0 Liter 4-Zylinder-Dieselmotor abdecken würde. Die Eigentümer dieser Fahrzeuge haben Rückkaufangebote und weitere Entschädigungen von bis zu 10.000 US-Dollar erhalten.

Gleichzeitig ist auch ein Strafverfahren des amerikanischen Justizministeriums im Gange, wie auch in einigen anderen Ländern der Welt.

Was bedeutet das für VW?

Das ist noch nicht klar. Wenn die EPA bestimmt, dass diese neue Software auch zum Schummeln eingesetzt wurde unter dem Clean Air Act, dann wird VW vor einer neuen Welle von Zivilklagen stehen. Darüber hinaus wird das Unternehmen wahrscheinlich alle betroffenen Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten zurückrufen und reparieren müssen. Zusätzlich könnten ähnliche Konsequenzen in Europa drohen.

Wie viel wird das alles kosten?

Dafür ist es noch zu früh, um etwas Genaues zu sagen, aber eins ist sicher: Das wird nicht billig.

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The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von John Rosevear auf Englisch verfasst und wurde am 14.11.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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