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Quartalszahlen von Borussia Dortmund: Ohne Transfererlöse sieht es bescheiden aus

Foto: Bernd Schmid

Lange Zeit dümpelte die Aktie von Borussia Dortmund (WKN:549309) vor sich hin. Die Aktie galt allenfalls unter eingefleischten schwarz-gelben Fußballfans als Top-Investition. Im letzten halben Jahr konnte die Aktie nun aber rund 40 % zulegen. Mittlerweile spielt der BVB nicht mehr nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich in der Champions League – zumindest beim ersten Blick auf die Quartalszahlen.

Der erste Blick: Umsatzerlöse und Unternehmensgewinn

Im Vergleich zum ersten Quartal des letzten Geschäftsjahres stiegen die Umsatzerlöse um fast 41 % von 90 Mio. Euro auf 127 Mio. Euro. Ziemlich beeindruckend.

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Natürlich darf nicht unterschlagen werden, dass ein Großteil der Umsatzsteigerung aus den Spielerverkäufen resultieren. Beliefen sich die Einnahmen aus Spielerverkäufen im Vergleichsquartal des Vorjahres noch auf 17 Mio. Euro, so waren es im ersten Quartal dieses Jahr stolze 45 Mio. Euro – im wesentlich durch den Abgang von Henrikh Mkhitaryan, der für 42 Mio. Euro an Manchester United abgegeben wurde.

Da die Dortmunder nicht zwingend mit Transfererlösen kalkulieren, macht ein Vergleich der um Transfereinnahmen bereinigten Umsatzerlöse Sinn. Bei dieser Kennzahl fällt der Anstieg gegenüber dem Vergleichsquartal zwar nicht mehr ganz so hervorragend aus, dennoch konnte ein Plus von 11 % erzielt werden. Hauptsächlich bedingt durch höhere Einnahmen aus der TV-Vermarktung. Hier macht sich die Champions League-Teilnahme bemerkbar. Letztes Jahr musste man sich noch mit der deutlich unattraktiveren UEFA Europa League zufrieden geben.

Die Steigerung des Unternehmensgewinns im Vergleich zum Vorjahresquartal fällt noch beeindruckender aus, als die Entwicklung der Umsatzerlöse. Wurde im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2015/2016 noch ein Fehlbetrag von 5 Mio. Euro ausgewiesen, war es in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2016/2017 ein Gewinn von stolzen 21 Mio. Euro. Hier lohnt sich allerdings ein zweiter Blick.

Der zweite Blick: Nachhaltiger Unternehmensgewinn

Untersucht man die Zusammensetzung des Unternehmensgewinns genauer, dann ergibt sich eine deutlich größere Abhängigkeit von Transfereinnahmen als beim Umsatz. Die im Jahresüberschuss enthaltenen Gewinne aus den abgegebenen Spielern beliefen sich im ersten Quartal auf 37 Mio. Euro. Verringert man den Unternehmensgewinn um diese Gewinne, dann bleibt ein Fehlbetrag von 16 Mio. Euro.

Diese deutlich größere Abhängigkeit ergibt sich aus der Bilanzierungspraxis von Borussia Dortmund und anderen Fußballvereinen. Die Spieler werden nämlich nicht mit ihren jeweiligen Marktwerten bilanziert, sondern auf Basis der Vertragslaufzeit und der einstmals gezahlten Ablösesumme. Wird ein Spieler eingekauft, dann wird die gezahlte Ablösesumme inklusive aller Transfernebenkosten im Anlagevermögen bilanziert und anschließend über die Vertragslaufzeit abgeschrieben. Wird ein Spieler dann verkauft und die Transfererlöse sind höher als der bilanzierte Spielerwert ergibt sich ein Gewinn für das Fußballunternehmen.

Am Beispiel von Henrikh Mkhitaryan werden die teilweise enormen Unterschiede zwischen den Marktwerten der Spieler und den bilanzierten Werten deutlich. Der armenische Nationalspieler wurde im Jahr 2013 für rund 28 Mio. Euro nach Dortmund geholt und mit einem Vierjahresvertrag langfristig an den Verein gebunden. Bei seinem Wechsel hatte er also noch eine Vertragslaufzeit von einem Jahr. In der Bilanz der Borussia war noch ein Wert von etwa 7 Mio. Euro (28 Mio. Euro Transfersumme verteilt auf vier Jahre) berücksichtigt. Durch den Verkauf des Spielers für 42 Mio. Euro ergibt sich ein Gewinn für Borussia Dortmund von etwa 35 Mio. Euro.

Wie geht es weiter?

Zwar beteuert das Management von Borussia Dortmund gebetsmühlenartig, dass nicht zwingend mit Transfererlösen kalkuliert wird, die Zahlen zeigen allerdings, dass es ohne Transfererlöse schwer wird, den wirtschaftlichen Erfolg langfristig aufrecht zu erhalten.

Um nicht nur die Fans, sondern auch die Aktionäre zufriedenzustellen, müssen also entweder auch künftig regelmäßig Transfereinnahmen erzielt oder die Umsätze in anderen Bereichen weiter gesteigert werden. Natürlich ohne die Aufwandspositionen in gleicher Höhe zu steigern. Mehr Ausgaben für Spielergehälter, um den sportlichen Erfolg zu steigern, ist daher vielleicht nicht die beste Lösung. Perspektivspieler günstig einkaufen, sportlich zu verbessern und dann teurer zu verkaufen hingegen schon – zumindest wirtschaftlich betrachtet.

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Sven besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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